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Das Wetterjahr 2018



Nun geht auch dieses Jahr 2018 zu Ende und es hatte wieder einiges zu bieten. Was bleibt von diesem Jahr 2018 wettertechnisch in Erinnerung? Der schneereiche Winter auf den Bergen vielleicht, das rasche Umschalten auf Sommer schon im April und dann eben dieser endlose Sommer, der nahtlos in einen golden Herbst überging und bis September/Oktober angehalten hat. Nun, es ist an der Zeit ein paar Fakten zum Wetter in diesem Jahr zusammenzumixen und noch ein bisschen klimatologische Hintergrundmusik dazuzuspielen.

Nach einem extrem milden (drittwärmsten), aber sehr nassen und schneereichen Jänner folgten zwei sehr kalte Monate Februar und März, mit reichlich Niederschlag im Süden und Trockenheit im Norden. Es sollten die einzigen zwei zu kalten Monate in Bezug auf das Klimamittel 1981-2010 in diesem Jahr sein. Denn darauf folgten der wärmste April seit dem Jahr 1800 (zweitwärmste April der Messgeschichte) und der wärmste Mai seit 1868 (viertwärmster Mai). Späten Frost gab es keinen und somit fulminante Bedingungen für die Obstblüte (allen voran Kernobst wie Äpfel und Birnen). Juni, Juli und August bilanzierten ebenfalls überdurchschnittlich warm (der viertwärmste Sommer seit Messbeginn) und in weiten Teilen Österreichs trocken. Der Sommer hielt noch bis September an und somit war es das wärmste Sommerhalbjahr (April - September) der Messgeschichte. Der Oktober bilanzierte im Süden zu nass (ein markantes, mehrtägiges Niederschlagsereignis mit Starkregen und Sturm), im Norden weiterhin trocken. Danach folgte ein milder und besonders in Westösterreich extrem trockener und somit schneearmer November. Diese drei Monate ergaben unter dem Strich einen Herbst, der unter die drei wärmsten und fünf sonnigsten gehört. Der Dezember brachte dann den erhofften Schnee und das zu erwartende Tauwetter, bis auf den Süden Österreichs war es der nasseste Dezember seit 35 Jahren. Summa summarum geht das gesamte Jahr 2018 als das wärmste in die Klimageschichte ein. Wer aber die Entwicklung der letzten Jahre verfolgt hat, wird nicht überrascht sein, wenn dieser Rekord schon in den nächsten Jahren gebrochen wird.

Temperatur und Niederschlag in Innsbruck

Temperaturverlauf (Tagesmittelwerte) der Station Innsbruck Universität für das Jahr 2018. Die markante Kaltphasen lassen sich an einer Hand abzählen, die warmen Perioden waren eindeutig in der Mehrheit. Wenig überraschend ist das Jahr 2018 das wärmste Jahr seit Messbeginn in Österreich (Quelle: ZAMG)




Eine Messgröße für die Wärme ist neben der Temperatur auch die Anzahl der Sommertage. Bei diesen Tagen über 25 Grad gab es heuer etliche neue Rekorde, u.a. wurden in Andau (Bgld) 127 Sommertage registriert, was österreichweit einen neuen Rekord bedeutet. Aber auch die 103 Sommertage in Innsbruck gab es noch nie. Ganz häufig wurden Rekorde aus dem Jahr 2003 übertroffen, dieser Sommer 2003 galt ja lange Zeit - 15 Jahre - als Jahrhundertsommer und wurde heuer aber vielerorts übertroffen.


Der Niederschlagsverlauf (aufsummierte Tagessummen) an der Station Innsbruck-Universität zeigt eindrucksvoll das sehr trockene Jahr mit wenigen herausragendenden Niederschlagsereignissen. Diese 3 (4) Ereignisse Mitte Mai, Ende August und Ende Oktober machten etwa 200 mm und somit mehr als ein Viertel des Jahresniederschlags aus. Sehr nass war der Jänner mit über 100 mm Niederschlag, sehr trocken waren dagegen die Monate Februar, März, Juni, Juli und November. Am Ende sind in Summe 776 mm zusammengekommen, im langjährigen Klimamittel (1981-2010) sind es 886 mm (-12%). Zum Vergleich: im Jahr 2017 waren es 1060 mm (+20%), 2016 937 mm (+5%) und 2015 891 mm (+0,6%). Das letzte zu trockene Jahr war 2010 (883 mm), weniger Niederschlag als 2018 fiel zuletzt 2006 also vor 12 Jahren mit nur 712 mm (Quelle: HD Tirol).

Die Monate im Detail (Bildbericht)

Unmengen an Schnee gab es im Jänner 2018, wie hier im Raum Seefeld bei der Hämmermoosalm im Gaistal. In der zweiten Jännerhäfte lagen hier auf 1.400 m satte 150 bis 200 cm Schnee. Besonders im Tiroler Oberland fiel im Jänner 2018 drei Mal so viel Niederschlag als im Schnitt, in Nauders gab es z.B. mit 163 mm einen neuen Jännerrekord. Teilweise summierten sich im Jänner über 2 m Schnee (Langen, Obergurgl, Rudolfshütte), im Tiroler Oberland immerhin ein Meter (Prutz, Landeck, Nauders). Die großen Schneemengen sorgten auch für Probleme, erstmals seit 1999 gab es am 22.01.2018 wieder Warnstufe 5 in Tirol. (Foto: alpen.wetter)


Der Februar 2018 verlief lange temperaturtechnisch unauffällig, am Ende (26.) sorgte dann eine markante Kältewelle aber noch für einige Rekorde und einen "zu kalten" Monat, den kältesten Februar seit 2012. So gab es bis zu -25 Grad und damit neue Feburuarrekorde in bewohnen Orten wie Flattnitz (K) und St. Michael (S) oder Mariapfarr (S) und mit -32,4 Grad am Brunnenkogel (neuer Stationsrekord, die Station steht aber erst seit seit 2003). Am Sonnblick (-31,8) und am Patscherkofel (-25,5) wird schon länger gemessen, hier waren es die tiefsten Temperaturen seit 1987. Die ZAMG schrieb dazu noch: "Laut der Auswertung der HISTALP-Zeitreihen gehört der Februar 2018 in den hochalpinen Gipfelregionen mit einer Abweichung von -3,9 °C zu den 20 kältesten Februar-Monaten seit Beginn der Messungen auf alpinen Gipfeln (Messbeginn 1851)." Die kalte Luft war es auch, die für eine Konservierung der Schneedecke und eine sehr gute Schneelage vielerorts sorgte, denn Neuschnee kam kaum noch dazu. So lagen Ende Februar auf der Seegrube 220 bis 230 cm Schnee, 225 cm am Hahnenkamm bei Reutte und 150 cm auf der Schmittenhöhe. Bemerkenswert waren aber auch die Schneemengen in den Wintersportorten wie in Lech (140 cm), Leutasch (120 cm), Obergurgl (110 cm), Warth und Hintertux (jeweils ca 100 cm) sowie in Seefeld und St.Anton (95 cm). Lienz zeigte sich mit 30 cm winterlich, Reutte und Landeck mit über 20 cm, in Kufstein gab es immerhin noch 9 cm (Foto: alpen.wetter, von Schönberg aus in Richtung östliches Mittelgebirge, die Nordflanke des Patscherkofels und im Hintergrund die Nordkette)


Die Schneebedingungen waren im März vor allem in der Höhe noch recht gut, Ende März lagen auf der Seegrube noch 225 cm, in Lech 135 cm, in Obergurgl 104 cm in Warth 102 cm oder in Hochfilzen 42 cm. Aber auch in Innsbruck gab es noch 6 Tage mit Schneedecke, so viele wie seit dem März 2013 nicht mehr (9 Schneedeckentage). Mit einer österreichweiten Abweichung von -1,4 Grad war der März 2018 einer der kühlsten der letzten Jahre und mit einem Mittel von +0,8 Grad fast gleich warm wie der Jänner 2018 (+0,7 Grad). Wobei es besonders in der Osthälfte so richtig kalt war mit drei- bis fünfmal mehr Eistagen in Niederösterreich, Wien und im Burgenland. Temperaturtechnisch ausgeglichen war der März hingegen in Vorarlberg (Abw.: -0,2 Grad) und Tirol (-0,5 Grad). Nach einer relativ milden ersten Hälfte wurde es kurz vor dem Frühlingsbeginn noch einmal so richtig kalt mit Schnee bis in die Niederungen und dem kältesten Frühlingsbeginn seit 60 Jahren. Mehr Niederschlag als im Durchschnitt gab es südlich der Alpen, im Norden und dort besonders von der Silvretta bis zu den nördlichen Kalkalpen fielen oft nur 30 bis 40 % vom Soll (Foto: alpen.wetter in den Nördlichen Stubaier Alpen)


Österreichweit erlebten wir den wärmsten April seit dem Jahr 1800 und damit den zweitwärmster April seit Messbeginn. Im Mittel betrug die Abweichung +4,7 Grad, örtlich war es sogar über +6 Grad zu warm. Das war nach dem langen Winter in vielen Regionen (am Seefelder Plateau lag z.B. von November 2017 weg, also 6 Monate lang, Schnee) ein markanter Wechsel. Denn es gab nach dem kalten Februar und März gleich einige Sommertage, 10 Sommertage in Wien und St.Pölten (neuer Rekord), 9 Sommertage in Innsbruck (Rekord: 14 Sommertage 2007). Ende April wurden im Zuge einer ersten Hitzewelle am 20.4. sogar den ersten 30er in Österreich (Salzburg) erreicht. Dank dominierender Südföhn- und Hochdrucklagen war es extrem trocken (Nordtirol -60%) und sehr sonnig (+40%). In Innsbruck lag die Mitteltemperatur bei 13,7 Grad und damit war dieser April der drittwärmste nach 1800 (14,2) und 2007 (14,0). Foto: alpen.wetter


Der Mai 2018 reiht sich mit einer positiven Abweichung von +2,6 Grad ganz vorne in der Klimastatistik ein, seit 1868 war kein Mai wärmer als dieser. Dieser Mai mutete somit recht sommerlich an, oftmals dominierten föhnige Südwestwetterlagen. Am 26. Mai wurde der erste Tropentag in Innsbruck registriert. In puncto Niederschlag waren Schauer und Gewitter prägend, vor allem südlich der Alpen. Im Norden war es hingegen zu trocken, besonders im Innviertel und im Zentralraum (-50 bis -80%), in Tirol fehlten dagegen im Schnitt 15 % (Foto: alpen.wetter. Der Lottensee am Seefelder Plateau, ein aperiodischer See, der nach dem äußerst nassen Winter heuer wieder zu sehen war)


Der Juni 2018 war mit einer Temperaturabweichung von +1,9 Grad unter den zehn wärmsten Juni-Monaten. Besonders im Westen Österreichs waren Trockenheit (Tirol nur 70%, Vorarlberg 69 %) und überdurchschnittlicher Sonnenschein prägend (Vorarlberg + 33%, Tirol: +14%). Es sollte der Start in einen der wärmsten Sommer der Messgeschichte werden (Foto: alpen.wetter, die Kalkkögel vom Stubaitaleingang aus gesehen)

Der Juli 2018 verlief lange Zeit durchschnittlich, am Ende wurde er mit Hitzewelle doch noch einer sehr warmer Juli mit +1,4 Grad Abweichung (unter den 15 wärmsten). Der heißesten Tag des Jahres 2018 in Tirol wurde mit 36,0 Grad in Innsbruck am 31.7. erreicht. Außerdem war es weiterhin zu trocken, in Vorarlberg gab es ein Niederschlagsdefizit von 60 % und in Tirol  von 47 %. Es gab kaum Gewitter und somit war es einer der trockensten Juli-Monate der Messgeschichte (Foto: alpen.wetter. Eher trüber und durchwachsener Ferienbeginn in Tirol)


Der August 2018 war mit +2,6 Grad Abweichung der fünftwärmste August in der Klimahistorie Österreichs. Gleich zu Beginn wurde in Enns (OÖ) der heißeste Tag des Jahres erreicht (9.8.: 37,2 Grad), danach war es durchgehend überdurchschnittlichwarm bzw. heiß. Der sogenannte "Bruch" kam am 26.8. mit einfließender Kaltluft, Starkregen im Süden Österreichs und Schneefall bis in manche Alpentäler (Rauris, Gastein, Defereggen). Somit war die Niederschlagsbilanz im Westen und Süden (Ötztaler bis Fischbacher Alpen) mehrheitlich positiv, während es im Osten und Norden zu trocken war.  (Foto: alpen.wetter. Der Obernberger See im gleichnamigen Tal an der Grenze zu Südtirol Mitte August 2018. Die Trockenheit hat dem Gewässer sichtlich zugesetzt, deutlich hat sich der See zurückgezogen, die Ufer waren teilweise verschlammt)
Der September 2018 verlief lange Zeit sommerlich. Trotz der kühleren Phasen zu Beginn und am Ende reiht sich dieser September mit einem Temperaturplus von +1,8 Grad unter die 20 wärmsten September-Monate ein. Am 21.9. wurden in den Föhnschneisen des Mostviertels Weyer und Waidhofen nochmals knapp über 30 Grad erreicht, so einen späten Tropentag gab es zuletzt 2003. Trotz der Niederschlagsereignisse war es besonders im Westen und Süden wieder recht trocken (nur 50 bis 75% vom Niederschlagssoll). Zählt man das gesamte Sommerhalbjahr April-September 2018 zusammen, war es in Tirol und Vorarlberg das trockenste seit 1947 (Defizit von 35%). Dazu gab es ein deutliches Plus beim Sonnenschein, österreichweit +30 % (Tirol: 26%, Vorarlberg: +46%),

Golden wie die Ahornblätter war der Oktober 2018! Der Föhn spielte wie so oft in diesem Monat gehörig mit, in Weyer, Waidhofen und Salzburg gab es noch fünf Sommertage in diesem Oktober. In Innsbruck war der 10. Oktober der letzte Sommertag (Rekord 15.10.1990 für den spätesten Termin), danach folgte im Osten der Stadt und in Richtung Hall nur knapp keine Tropennacht (Tmax über 20 Grad). Am 11.10. gabs in Kufstein noch einmal föhnunterstützte 26,4 Grad, in Rosenheim gar 28,0 Grad (Dekadenrekord). Mit +2,0 Grad Abweichung war dieser Oktober einer der zehn wärmsten in der Messgeschichte. Dennoch läuteten zwei Mittelmeertiefs am Ende des Monats den Herbst und das Ende der Trockenheit ein, im Süden fielen binnen 72 Stunden enorme Regenmengen, im Gailtal waren es 400-600 mm. Vermurungen, Hangrutsche, Sturmschäden und Hochwasser waren die dramatischen Folgen. Örtlich wurden neue Rekorde für 72h Niederschlag erreicht (Kötschach-Mauthen 441 mm, Brenner 179 mm), was einem 75-150-jährigen Niederschlagsereignis gleich kommt (Foto: alpen.wetter)

Ein Blick auf den Wintersportort Obergurgl, immerhin auf 1940 m gelegen, zeigt das ganze Dilemma des November 2018. In den alpinen Regionen Österreichs war es deutlich zu warm (meist +1,5 bis +2,5, in Kärnten bis zu +3,9 Grad) und besonders vom Bodensee bis zum Pongau extrem trocken. Mit einem Defizit von 75 bis 95 (!) % des sonst üblichen Niederschlags war es der trockenste November seit 2011 und der fünfttrockenste November überhaupt. In Krimml fielen beispielsweise nur 2 mm, in Zell/See 5 mm und in Innsbruck in Summe lediglich 6 mm. Den ersten Schnee dieser Saison gab es in der Nacht vom 18. auf den 19. November, was in etwa dem Klimamittel entspricht. Den ersten Frost gab es aber ebenfalls am 18. und damit etwa 2 Wochen später als im Schnitt. Dafür konnte der Sonnenschein erneut glänzen, am Ende stand ein Plus von 32 % (Innsbruck), tirolweit waren es +26%. Alle Temperaturwerte kombiniert ergeben eine positive  Anomalie von +2,1 Grad und damit gehört der November 2018 zu den zwölf wärmsten Novembermonaten (Foto: alpen.wetter. Am 16. November vom Zirbenwald aus in Richtung Obergurgl. Durch die milde Witterung hatte man bis dato auf die Beschneiung verzichtet, erst einen Tag später war es kalt genug. Dennoch musste das Saison-Opening verschoben bzw. mit einem reduzierten Programm gefahren werden).
Der Dezember brachte dann den erhofften Schnee. Die erste Woche verlief noch recht mild, ab dem 10. kühlte es dann deutlich ab und vor allem die Nordweststaulagen (Silvretta bis westliches Karwendel, aber auch Nördliche Kalkalpen) bekamen reichlich Neuschnee ab. Nach einer sehr kalten Woche mit bis zu -20 Grad in höher gelegenen Tälern, schlug kurz vor Weihnachten das Tauwetter zu. Binnen Stunden setzten starker Wind und Dauerregen der Schneedecke massiv zu, unterhalb von 1000 m lag am Heiligen Abend nichts mehr. In Richtung Silvester schneite es dann aber wiederholt, vor allem im Nordstau. Am Ende war der Dezember 2018 um +2,0 Grad zu warm (Platz 25), niederschlagstechnisch gab es regional große Unterschiede, wie die ZAMG schreibt: "... im Tiroler Oberland [...] fiel um 125 bis 220 Prozent mehr Niederschlag als in einem gewöhnlichen Dezember. In Vorarlberg und Nordtirol zusammengenommen ist der Dezember 2018 einer der 15 niederschlagsreichsten der vergangenen 161 Jahre. Im Norden des Landes (OÖ, NÖ,W, N, B) war das der niederschlagsreichste Dezember der letzten 35 Jahre." Anders sah die Sachlage im Süden aus, in Kärnten fielen nur 10 bis 30 % vom durchschnittlichen Dezemberniederschlag (Foto: alpen.wetter. Das östliche Mittelgebirge und die Nordkette am 27. Dezember)

 

 Spezielle Niederschlagsverläufe und Schneehöhen


 ### wird noch ergänzt ###

Für den Anfang: ein Vergleich zwischen dem trockenen Norden (Kufstein) und dem nassen Süden (Lienz), Stationsverläufe von HD Tirol.

















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