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Prekäre Lawinensituation in den Nordalpen

Einige Lawinensperren gibt es derzeit im Bereich der Nordkette, wie hier oberhalb von Rum bei ca. 60 cm Schneehöhe (Foto: alpen.wetter)

In den letzten 3 Tagen sind auf den Bergen wie erwartet 60 bis 100 cm Neuschnee gefallen (inkl Windeinfluss und Setzung), durch Verwehungen waren es örtlich (z.B. Karwendel, Kitzbüheler Alpen, Hochkönig,Hohe Tauern) sicherlich mehr, wie so manche Fotos und Messdaten belegen. Das hat zu zahlreichen Problemen in der Stromversorgung (Salzburg, Oberösterreich, Stermark), Straßensperren (Obertauern war z.B. über die Straße nicht mehr erreichbar, Pölstal und Hohentauern in der Steiermark wurde zum Katastrophengebiet erklärt) und leider auch schon Lawinentoten geführt.

Aktuelle Situation: Schneehöhen und Lawinenlage




Bereits jetzt liegen auf manchen Bergen 4 m Schnee (z.B. am Loser oberhalb von Altaussee) und selbst im Siedlungsbereich kratzen die Schneehöhen an der 150-Zentimeter-Marke.

OrtSeehöhe [m]Schneehöhe 07.01.2018

Seegrube1921301
Rudolfshütte2310282
Pitztaler Gletscher2850272
Loferer Alm1590251
Schmittenhöhe1953214
Galzig2082205
Obertauern1770200
Sonnblick3109160
Griesner Alm990155
Erfurter Hütte1824150
Wattener Lizum1970149
Hochfilzen960144
St Ulrich/P868136
Lech1445135
Laterns1550127
Schröcken1260114
Seefeld1182108
Schmirn1461105
Langen125094
Saalbach97490
Warth147588
Quelle: orf.at / LandTirol / LandVorarlberg / Land Salzburg / Kachelmannwetter (Synop)

Schneehöhenentwicklung am Loser, 1.573 m, vom 8. Dezember 2018 bis zum 07. Jänner 2019 (Quelle: lawis)



Verlauf der Schneehöhe in Hochfilzen, 961 m, dargestellt ist der tägliche Messwert von ca. 5:00. Aktuell liegen dort knapp 150 cm, so viel wie selten in den letzten 12 Jahren (Messbeginn 2007). Markant ist der "Sprung", also die massive Neuschneezunahme, seit Ende Dezember um 130 cm (Quelle: HD Tirol)


Schneehöhenentwicklung in Obertauern, 1.750 m, seit Anfang Dezember. Dargestellt ist die gemessene Schneehöhe des Beobachters  (dicke blaue Linie), die Einsinktiefe (hellblaue Linie) und die Neuschneehöhe (blaue Balken) sowie hinterlegt die Klimatologie. Seit 29. Dezember gab es jeden Tag Neuschnee, in Summe etwa 300 cm in 9 Tagen. Inzwischen liegen 200 cm und damit so viel Schnee wie Anfang Jänner noch nie gemessen worden (Messbeginn wahrscheinlich in den 1980er Jahren) - Quelle: LWD Salzburg





Schneehöhen in Boden (Lechtal, Messbeginn 1960) und auf der Nordkette (Messbeginn 1973) in diesem Winter 2018/19. So früh im Winter wurden in den letzten 46 Jahren hoch über Innsbruck noch nie 340 cm Schnee gemessen (Quelle: LWD Tirol)

Durch die großen Schneemengen und die Schneeverfachtungen war die Lawinengefahr heute schon verbreitet groß. Mittlere und große Lawinen können spontan und ohne große Zusatzbelastung abgehen, verbreitet war am 7. Jänner oberhalb der Waldgrenze Stufe 4 (rot). Hinzu kommen zahlreiche Schäden und Straßensperren durch Schneebruch (umgestürzte und gebrochene Bäume).

Lawinenwarnlage am 07. Jänner 2019. Anmerkung: abgerufen wurde  die Seite am späten Abend, in Salzburg war am 7.1. definitiv verbreitet Stufe 4 (>> LWD Salzburg). Ausgegeben wurde  - Quelle: lawinen.at


Lawinenwarnlage am 08. Jänner 2019. Leichte Entspannung durch die Niederschlagspause (Setzungsprozess) in Vorarlberg und Salzburg (von 4(rot) auf 3(orange), Verschärfung in der Steiermark (vielfach von 2 auf 3) - Quelle: lawinen.at

Aussichten auf die kommenden Tage

Wie man gesehen hat sind die Schneehöhen jetzt schon exorbitant. Und nach einem Tag Entspannung (heute Montag, 07. Jänner) geht es morgen mit Durchzug einer Kaltfront wieder weiter mit Sturm auf den Bergen und teils starkem Schneefall. Die Wettersituation scheint festgefahren, denn die Höhenströmung verbleibt auf Nordwest bis Nord und schaufelt feuchte Luft an die Alpen.

Somit kommen in den kommenden Tagen noch einige Zentimeter Neuschnee zusammen, die Modelle rechnen bis Freitag mit weiteren 50 bis 100 cm. Örtlich werden es durch Staueffekte und besagtem Windeinfluss sicherlich mehr. Durch den ergiebigen Schneefall über mehrere Tage hinweg ist laut Leiter des Lawinenwarndiensts Tirol Rudi Mair eine Katastrophensituation möglich, sprich die höchste Stufe 5.

Schneevorhersage der ZAMG, Montag bis Freitag (96h). Verbreitet fallen 50 bis 70 cm (gelb, inkl. Schneesetzung), in höheren Lagen vom Arlberg bis zur Pyhrn-Eisenwurzen 70 bis 90 cm (orange), in den Staulagen vom Kaiser bis zum Toten Gebirge 90 cm und mehr (Quelle: bergfex.at)
Die ZAMG warnt für den Zeitraum von Dienstag bis Freitag vor 60 (Täler, rot) bis 120 cm (Berge, rot) bzw. vor 30 cm (orange) - Quelle: ZAMG, abgerufen am 07.01.2019 20:25


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Das Schneeloch

Mit einem Schneeloch kann man mehrere Dinge meinen.

*) Ort mit sehr viel Schnee. Sprich Alpennordseite bei Nordstau oder Arlberg bei Weststau bzw. Karawanken bei Südstau.

*) Ort mit wenig Schnee, also dort wo der Schnee in ein Loch fällt (sprich Leeeffekt) oder wo man sich ein Loch gegraben hat.

So ein zweites Loch ist beispielsweise Innsbruck - bei manchen Wetterlagen.

Aktueller Stand (Morgen des 12.12.2012) des GESAMTSCHNEEs (Quelle:ubimet)
St. Anton: 92 cm
Hochfilzen: 88 cm
Seefeld: 67 cm
Kufstein: 57 cm
Reutte: 55 cm
Kitzbühel: 45 cm
Landeck: 36 cm
Innsbruck: 16 cm 

Grund: aus dem Nordstau der letzten Tage ist in der Hauptstadt deutlich weniger Schnee gefallen, er wurde durch die Nordkette quasi abgefangen.



WEBCAMS vom Morgen des 12.12.2012










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