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Rückblick auf den März: als Frühling nur ein Scherz

Selbst Ende März konnte man durchaus noch einige schneereiche Skitouren machen (Foto:alpen.wetter)

Der März 2018 war kühl und vergleichsmäßig trüb, aber recht trocken. Nach dem schon zu kalten Februar ist es nun der zweite Monat in Folge, der zu kalt ausfällt. Das passiert in Zeiten wie diesen doch recht selten und war zuletzt 2013 (auch Februar und März) der Fall. Der März geht mit einem österreichweiten Mittelwert von +0,8 Grad (ZAMG Spartacus) in die Klimageschichte ein und ist damit nur um +0,1 Grad wärmer als der Jänner 2018. Mit einer Abweichung von -1,4 Grad vom langjährigen Mittel ist es der kälteste März seit dem besagten März 2013.
Wir starteten schon recht kalt in diesen Monat und nach einer etwas wärmeren erste Hälfte kam es in der zweiten Hälfte zu zwei markanten Kaltluftvorstößen aus Nordosten, die sogar noch Schnee bis in die Niederungen brachten. So war es auch der kälteste Start in den astronomischen Frühling seit 60 Jahren.


Stationsverlauf Innsbruck-Universität (Quelle: orf.at)


Die 20-Grad-Marke wurde in diesem Monate nie erreicht, am wärmsten war es noch am 11. März mit föhnigen 19,2 Grad in Weyer, 18,8 Grad in Bludenz und 18,6 Grad in Salzburg. Die Station des Luftgütemesssystems in Hall in Tirol registrierte 19,2 Grad, in Innsbruck gab es an diesem Tag 17,0 Grad. Dafür gab es noch etliche Eistage (Tagesmaximum unter 0 Grad): in St. Pölten 6 (Klimamittel im März: 1,1 Eistage), in Wien 5 (0,7) und in Graz 4 (0,5). In Innsbruck (Univers.) gab es keinen Eistag, im Durchschnitt gibt es überraschenderweise nur alle 10 Jahre einen im März.
Regen und Schneefall waren in diesem März eher Mangelware, im Großteil Österreichs war es deutlich zu trocken. Die Grenze von zu trocken zu feucht war in diesem Monate der Alpenhauptkamm, denn von Osttirol bis ins Südburgenland schneite und regnete es mehr als im langjährigen Schnitt. Dabei sind die trockenste Orte Österreichs in Tirol zu finden: In Prutz im Tiroler Oberland fielen nur 15 mm (und das nach einem der nassesten Jänner-Monate der Messgeschichte) und Achenkirch war der relativ trockenste Ort Österreichs mit nur 39 mm und einer Abweichung von -68 % vom Mittel.

Schnee liegt aufgrund der meist zu tiefen Temperaturen in den letzten Wochen und der winterlichen Vorgeschichte im Jänner vor allem Lagen oberhalb 1.200 m noch reichlich. Auf dem Sonnblick sind es 453 cm, auf der Zugspitze 440 cm, am Pitztaler Gletscher 315 cm, am Hahnenkamm bei Reutte über 250 cm und auf der Seegrube 225 cm (Stand: 01.04.2018). Aber auch in den höhergelegenen bewohnten Gebieten zwischen 1.200 und 1.500 m hält sich der Winter hartnäckig. Immerhin liegt dort in vielen Orten seit Anfang November, also seit fast 5 Monaten, Schnee.



Schneehöhen Tirol/Vorarlberg - bewohnte Gebiete (Stand: 01. April 23:00)
Lech/Arlberg (1.445 m) 135 cm
Obergurgl (1.940 m) 104 cm
Warth (1.490 m) 102 cm
Langen / Arlberg (1.250 m) 96 cm
Hintertux (1.400 m) 92 cm
Leutasch (1.135 m) 71 cm
Obertilliach (1.400 m) 63 cm
Boden (1.355 m) 61 cm
St. Anton (1.300 m) 59 cm
Schmirn (1.460 m) 53 cm
Seefeld (1.180 m) 52 cm
Hochfilzen (960 m) 42 cm
St. Jakob / Defereggen (1.380 m) 41 cm
Holzgau (1.090 m) 34 cm




Leutasch und Obertilliach weisen jetzt Anfang April fast dieselbe Schneehöhe auf, und das trotz sehr unterschiedlicher Witterung. Während es aber an der Alpennordseite nach dem schneereichen Jänner nur mehr wenig Neuschnee gab, hat es in Osttirol im März noch zwei mal kräftiger geschneit (Grafiken: HD Tirol).





Der zweite Monat in Folge, der im Norden zu trocken und im Süden zu nass ausfällt. Im Norden sind teilweise nur 30 % vom Soll gefallen, im Süden hingegen meist um 50 bis 85 %, vereinzelt sogar um 150 % mehr (Spittal/Drau) - Grafik: ZAMG
Die Kaltluft setzte sich vor allem im sogenannten "Südosten" Österreichs durch, bis zu -3 Grad kälter war es vom Raum Graz bis zur Buckligen Welt. Am geringsten waren die Abweichungen vom Bodensee bis in den Pongau (Tallagen), dort war es ein fast durchschnittlicher März. Grafik: ZAMG


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