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Ein durchschnittlicher Juli 2020

Reichlich Schönes konnte man diesen Juli am Himmel beobachten. Den Kometen Neowise zum Beispiel. Aber nur in den wenigen, wirklich wolkenfreien Nächten. Oder Gewitter. Davon gab es reichlich, vor allem am späten Nachmittag oder Abend. Oder aber auch die vielen Regenbögen. Die gab es auch nur, weil es nach den abendlichen Gewittern oft wieder aufgerissen hat. Das schöne an Abendgewittern! 😀🌈☔ #Innsbruck #ibktwit #fotowebcam pic.twitter.com/ZhxBwnpbxV — Clemens TZ (@alpen_wetter) July 23, 2020 Wie man sieht, war die natürlich Schönheit in vielen Facetten zu sehen. Klar, es hat oft (=an vielen Tagen) geregnet, meist durch Gewitter am Feierabend. Aber die Werte sprechen für sich. Es war trotz aller Schauer- und Gewittertätigkeiten in Nordtirol in diesem Juli verbreitet zu trocken, vor allem im Oberland, im Außerfern sowie im mittleren Inntal. Ausgeglichen war die Bilanz hingegen im Unterland und zu nass lediglich im südlichen Osttirol (siehe auch die Stationswerte von Lie...

Der trockenste Frühling seit 70 Jahren

Den farbenfrohen Frühblühern war die Trockenheit wurscht. Sie waren teilweise sogar früher dran als im Schnitt. Foto: alpen.wetter Der Frühling 2020 geht in Tirol mit einem satten Niederschlagsdefizit zu Ende. Alle drei Monate, die aus statistischen Gründen zum Frühling gehören (März, April, Mai) waren durchwegs zu trocken. In der folgenden Grafik sind die Abweichungen der Niederschlagssummen zum langjährigen Mittel (1981-2010) die Innsbruck seit Jänner 2019 dargestellt. Niederschlagssummen Jänner 2019 bis Mai 2020 für die Station Innsbruck Universität. 7 der letzten 17 Monate waren zu nass, 8 waren zu trocken und 2 lagen in etwa im Durchschnitt (Abweichung kleiner 5%). Daten: ZAMG histalp, Grafik: alpen.wetter Mit nur 88 Litern pro Quadratmeter (Stand: 29.05.2020) ist dies der trockenste Frühling seit über 70 Jahren. Zum langjährigen Mittel (170 l/m2) fehlen 82 l/m2, das Defizit beträgt also 48 %. Der trockenste Frühling der Messgeschichte Innsbrucks war 1946 (45 mm, -...

Rekordjuni 2019: Hochwasser und sengende Hitze

Innsbruck am 12. Juni 2019: Der Inn kratzt an der 50-jährigen Hochwassermarke- Nach einem im Gebirge schneereichen Mai, gefolgt von einem föhnig warmen Start in den Mai mit einigen heftigen Gewittern stiegen die Pegel einiger Innzuflüsse und des Inn selbst dramatisch an (Foto: alpen.wetter) Der Juni 2019 geht aus vielerlei Hinsicht in die (Klima)geschichtsbücher ein. Er war in den meisten Regionen Österreichs der heißeste, trockenste und sonnigste Juni seit Messbeginn mit einer Vielzahl an Rekorden in puncto Tropennächte und Hitzetage. Gebietsweise war es inneralpin (Raum Innsbruck bis Pinzgau und weiter ins Murtal) im Juni 2003 weiterhin etwas heißer. Begonnen hat dieser Juni gleich mit der ersten Hitzewelle in diesem Jahr und einer massiven Schneeschmelze. Nach dem schneereichen Winter und dem durchwegs nassen und kühlen Mai lag auf den Bergen Anfang Juni recht viel Schnee. Dieser Umstand sowie ein paar teils kräftige Schauer und Gewitter im Einzugsgebiet des Inn sorgten ab d...

Ein Mai so warm wie der Sommer

Mit einer Abweichung von +2,6 Grad vom Mittel (1981-2010) war der Mai 2018 der wärmste Mai seit 150 Jahren. Die ZAMG errechnete auch, dass dieser sich nach 1811, 1868 und 1797 an die vierte Stelle der 251-Jahre langen Temperatursequenz reiht (Quelle: ZAMG) Der Mai 2018 zeigte sich mit zahlreichen Sommer- und auch Tropentagen eher wie ein klassischer Sommermonat. Kein Wunder, denn die Temperaturen ähnelten eben eher einem durchschnittlichen Juni als einem Mai. Wie die ZAMG veröffentlicht hat, war dies der viertwärmste Mai der Messgeschichte und der wärmste Mai seit 1868. Nach dem schon extrem warmen April ist das nun bereits der zweite Monat in Folge mit Rekordtemperaturen. Der klassische Frühling fiel dementsprechend recht kurz aus - so lagen in Wien beispielsweise zwischen dem letzten Eistag und dem ersten Sommertag lediglich 21 Tage, so eine kurze Spanne gab es seit Beginn der Messungen 1872 noch nie (Quelle: wetterblog.at). Gekennzeichnet war dieser Sommermonat Mai durch ...

Der wärmste April seit 200 Jahren

Die Natur dreht auf: explosionsartig schossen die Frühlingsblüher in die Höh', alles was nur irgendwie konnte machte sich attraktiv für die Bienen und allerlei Blütenstaub sammelndes Getier (Foto: alpen.wetter) Nun ist es offiziell: der April 2018 geht mit einer Abweichung von +4,8 Grad in die Klimageschichte ein und damit kommt dieser an sich "wankelmütige" Monat sogar einem durchschnittlichen Mai gleich. Es ist dies österreichweit der wärmste April seit über 200 Jahren, wärmer war nur der April im Jahr 1800. Ein weiterer Superlativ: Nach dem eben genannten April und dem Jänner 2007 ist der April 2018 der (relativ gesehen) drittwärmste Monat seit Beginn der Messungen. Im Vergleich zum klimatologischen Mittel 1981-2010 war der April 1800 +5,7 Grad wärmer, der April 2018 bei +4,8 Grad und der Jänner 2007 +4,7  Grad . Bemerkenswert ist auch die große Anzahl an Sommertagen in diesem Monat. Über 25 Grad werden am Ende des Monats beispielsweise in Wien und St. Pölten 1...

Sommerhitze mitten im April

Weite Teile Europas waren im Einfluss des ersten Hitzehochs dieses Jahres. Hier dargestellt ist die Abweichung der Temperaturen auf ca. 1500 m im Vergleich zum Mittel 1981-2010 (hier beispielhaft a m Abend des 20. April mit Abweichungen bis zu +12 bis +14 (!) Grad. Quelle: tropicaltidbits.com Die 30,0 Grad am 20. April in Salzburg markierten den ersten Tropentag im Jahr 2018. So früh im Jahr gab es das in der Messgeschichte Österreichs erst einmal, und zwar am 17. April 1934 ebenfalls in Salzburg. Kein Wunder also, dass die 30,0 Grad, gemessen tags darauf am 21. April in Wien (Innere Stadt), auch gleich einen Rekord für die Bundeshauptstadt bedeuten. Wir steuern also mit dieser Hitzewelle in Richtung "wärmster April" seit Messbeginn. Den bislang wärmsten April gab es vor etwas mehr als 10 Jahren, im Jahr 2007. Damals war es besonders im Westen Österreichs um 4 bis 5 Grad wärmer als im Mittel, österreichweit waren es +3,7 Grad. Auf den Bergen war die Abweichung mit +6...

Krasse Wärmeperiode lässt den Schnee schmelzen

Wir Alpenbewohner haben es nicht leicht. Oder schon? Wer den Winter will muss derzeit hoch hinaus, in tiefen und mittleren Lagen liegt derzeit kaum noch Schnee. Der unsägliche Föhn hat zumindest im mittleren Inntal der Schneedecke den Garaus gemacht. In Richtung Oberland schaut's aber okay aus (Landeck 16 cm) und auch im Unterland (Kirchdorf 25 cm, Hochfilzen 31 cm). Reichlich Schnee gibt es aber vor allem am Alpenhauptkamm und südlich davon, in Obergurgl liegen aktuell 105 cm Schnee. Die Grafik spricht Bände. In allen Regionen Österreichs war es in den letzten 10 Tagen deutlich zu warm, allen voran in Vorarlberg sowie vom Flachgau bis ins Weinviertel. Der wärmste Jänner in der Messgeschichte Österreichs war jener 2007 mit einer Abweichung von +4,3 Grad (Quelle: ZAMG) Föhn an der Alpennordseite einerseits, Südstau und reichlich Niederschlag am Alpenhauptkamm und südlich davon andererseits. Es waren aber noch andere Systeme im Spiel bzw. griffen die Niederschläge auch weit n...

Septembrrrrr. Bilanz

Winterimpressionen am Dobratsch / Villacher Alpe (K). Hier gab es mit 78 cm einen neuen Neuschneerekord (Summe der Neuschneemenge) für den September (Foto: R. Jonach, ZAMG) Bonjour Tristesse. Eigentlich hat sich der September nach dem massiven Bruch zu Beginn des Monats gar nicht mehr erholt. Immer wieder gab es Dauerregen, gedämpfte Temperaturen und kaum Sonnenschein. Dass sich das natürlich auf die Bilanz niederschlägt ist ja kein Wunder. Ein paar Schlagworte ... Es war dies österreichweit mit einer Abweichung von -1,5 Grad der kälteste September seit 10 Jahren, auf den Bergen sogar seit 16 Jahren. Ebenso ist es 16 Jahre her, dass wir so einen trüben September erlebt haben. Der Niederschlag hat sich recht unterschiedlich verteilt wobei es im Süden (doppelt so viel) und im Westen (+50 bis +60%) am meisten geregnet und geschneit hat. Apropos Schnee. Die ZAMG schreibt, dass sich auf der Villacher Alpe (K, 2140 m) insgesamt 78 cm Neuschnee summiert haben. Damit ist der ...

Kurze Zwischenbilanz des bisherigen September

Blick auf das herbstliche Tuxertal am heutigen Freitag, 15. September 2017 (Quelle: foto-webcam.eu) Die Sommerbilanz ist noch nicht mal fertig getippt, da hat einen der Herbst schon eingeholt. Es gibt neben der Statistik schon noch einen Grund warum der Herbst bei uns Meteos schon am ersten September beginnt. Der sogenannte "Break" zwischen den letzten heißen Tagen und dem ersten Schnee vollzieht sich hier in Tirol immer zwischen dem 20. August und dem 10. September. Heuer war es eben Ende August. Die Wetterlage hat sich im Wesentlichen gar nicht so geändert, aber die Luftmassen sind aktuell schon deutlich kälter. Ein Zeichen sind die sogenannten "Wintereinbrüche", also Schneefall bis ins Siedlungsgebiet, die sich bereits am 02./03. September und am 11./12. September ereigneten. Dabei gab es im Hochgebirge jeweils 40 bis 60 cm Neuschnee und gleichzeitig Schneefall bis 1.500 m herab. Zuletzt hat uns die rasch durchziehende Kaltfront des Orkantiefs Sebastian noch...