Direkt zum Hauptbereich

Enorme Schneemassen in den Alpen, große Lawinengefahr

Polizeistation Obertauern (1.600 m) am 04. Jänner 2019 (Quelle: Polizei Salzburg via Twitter)
In den vergangenen Tagen hat es einiges geschneit, nach dem Tauwetter zu Weihnachten ist nun fast alles weiß in Österreich (im Süden liegt weniger). Auf den Bergen, speziell im Nordstau zwischen dem Karwendel und dem Mostviertel sind seit Silvester 80 bis 100 cm Neuschnee zusammengekommen, örtlich mit den Verwehungen auch 150 cm und mehr. In Obertauern liegen am heutigen Tag laut Messung (und Bildern) 176 cm, in manchen "Schneelöchern" wie Lech am Arlberg oder in Hochfilzen ist ein Meter.

Schneehöhen (ausgewählte Stationen) vom 04. Jänner 2019 (7:00/8:00)
OrtSeehöhe [m]Schneehöhe 04.01. 07:00/08:00
Seegrube1921214
Rudolfshütte2310208
Pitztaler Gletscher2850205
Loferer Alm1590199
Galzig2082197
Obertauern1770176
Schmittenhöhe1953171
Sonnblick3109146
Wattener Lizum1970113
Erfurter Hütte1824109
Griesner Alm990106
Lech1445100
Hochfilzen96096
St Ulrich/P86885
Schröcken126083
Ramsau120969
Laterns155066
Schmirn146165
Warth147564
Saalbach97462

Quellen: orf.at / Lawinenwarndienste / Kachelmannwetter (Synop, rot)

In Verbindung mit dem stürmischen Nordwestwind, auf den Bergen auch Orkanböen, kam es zu massiven Schneeverwehungen und einer prekären Lawinensituation. Verbreitet ist die Lawinengefahr erheblich (Stufe 3, orange), oft sogar groß (Stufe 4, unten rot eingefärbt).

Lawinenwarnlage am heutigen 04. Jänner 2019, Quelle Lawinenwarndienste, lawinen.at


Mit einer Warmfront aus Nordwesten und massivem Nordstau kommt es nun zu weiterem Ungemach. Denn so schön der Schnee auch ist, er birgt große Gefahr. Genau dort, wo bereits schon der meiste Schnee gefallen ist, kommt jetzt noch einiges dazu. Im Stau der Alpen fallen von den Zillertaler bis zu den Eisenerzer/Ybbstaler Alpen bis in in den nächsten 3 Tagen erneut bis zu 100 cm Neuschnee, in höheren Lagen durchaus mehr. Lawinen können spontan abgehen und durchaus auch Siedlungsraum bedrohen. Zu bedenken ist auch, dass das letzte Ferienwochenende vor der Tür steht und somit großer Urlauberverkehr zu erwarten ist.

Man darf sich vom Hochdruckgebiet ANGELA nicht täuschen lassen, es führt die Warmfront nämlich schön brav direkt zum Alpenbogen. (Quelle: wetterpate.de)


ZAMG-Wetterwarnungen vor Schnee für Freitag, 04. Jänner bis Montag, 07. Jänner. In den rot eingefäbten Gebieten von Gerlos in Tirol bis Admont in der Steiermark wird vor 50-100 cm gewarnt, im orangen Gebiet vor 40-80 cm und im gelben Gebiet sind es 20-50cm (Quelle: ZAMG, abgerufen am 04.01.2019 16:30)




Beliebte Posts aus diesem Blog

Das Schneeloch

Mit einem Schneeloch kann man mehrere Dinge meinen.

*) Ort mit sehr viel Schnee. Sprich Alpennordseite bei Nordstau oder Arlberg bei Weststau bzw. Karawanken bei Südstau.

*) Ort mit wenig Schnee, also dort wo der Schnee in ein Loch fällt (sprich Leeeffekt) oder wo man sich ein Loch gegraben hat.

So ein zweites Loch ist beispielsweise Innsbruck - bei manchen Wetterlagen.

Aktueller Stand (Morgen des 12.12.2012) des GESAMTSCHNEEs (Quelle:ubimet)
St. Anton: 92 cm
Hochfilzen: 88 cm
Seefeld: 67 cm
Kufstein: 57 cm
Reutte: 55 cm
Kitzbühel: 45 cm
Landeck: 36 cm
Innsbruck: 16 cm 

Grund: aus dem Nordstau der letzten Tage ist in der Hauptstadt deutlich weniger Schnee gefallen, er wurde durch die Nordkette quasi abgefangen.



WEBCAMS vom Morgen des 12.12.2012










HEUTE KALTE NACHT !
Der Wind schläft ein, es klart auf. Die Tiefstwerte gehen somit auf -17 bis -7 Grad zurück, in höher gelegenen Alpentälern und Mulden erwarten wir Temperaturen unter - 20 Grad.

DEZEMBERREKORDE

Österreich
-33,0 Hall / Admont (…

Unwetterlage Alpennordrand

Ein Tief macht wieder Troubles. Tirol hat schon einmal Bekanntschaft damit gemacht und zwar als es uns am Montag, 31.05., überquert hat. Nur war es da den wenigsten bewusst.
Es hat sich inzwischen verstärkt und schön eingewickelt, wie am Satellitenbild (Abb. 1) gut zu sehen ist. Der Tiefdruckkern liegt derzeit etwa über Ungarn und sorgt von Ostösterreich über Tschechien und Polen für anhaltend kräftigen Niederschlag. Innerhalb von 24 Stunden regnete es so in Krakau 44 mm, an der Hohen Warte 41 mm in Ostrava und Brünn 37 mm oder in Kosice 35 mm.

Abb. 1: Satellitenbild von sat24.com -- Quelle: Eumetsat + DWD
Das Radarbild rechts (entnommen von flug-wetter.at (c) austrocontrol.at) zeigt das derzeitige Niederschlagsbild (Abbildung 2).

Durch den zyklonalen Drehsinn werden die feuchten Luftmassen an alle Hindernisse gedrückt, die sich ihnen in den Weg stellen und sorgen im Luv für Stauniederschläge.
Südlich vom Alpenhauptkamm in Oberkärnten, Ost- und Südtirol ist es bis jetzt (nordföhnig bed…

Tragisches Lawinenunglück

Heute Mittag hat sich ein tödliches Lawinenunglück am Sattelberg ereignet. Regelmäßige Leser dieses BLOGs kennen diesen Berg als Messstation des IMGI und daher als oft zitierte Datenquelle. Für viele Sportbegeisterte ist er aber vor allem der erste Tourenberg der Saison: leicht erreichbar, meist schneesicher und einfach zu begehen. Es ist eigentlich undenkbar, dass dort eine Lawine abgeht.

In diesem Fall war der Föhn zumindest mit Schuld an der Tragödie. Im gestrigen zweiten Blogposting erwähnte ich den Föhn der mit 108 km/h Spitze am unweit entfernten Kofel wirksam war. Der Sattelberg weist für heute und gestern Windspitzen bis zu 23,9 m/s (86 km/h) bzw 22,1 m/s (80 km/h) auf. Dadurch wurde das bißchen an Schnee, das gefallen war ziemlich verweht. Am Gipfel des Berges liegen somit praktisch nur mehr Schneereste, während sich hingegen im Luv  der verfrachtete Schnee über den bis dato schlecht verbundenn Triebschnee gelegt hat.

Erwähnung fand dies auch im heutigen Lawinenlagebericht de…