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Ein Mai so warm wie der Sommer

Mit einer Abweichung von +2,6 Grad vom Mittel (1981-2010) war der Mai 2018 der wärmste Mai seit 150 Jahren. Die ZAMG errechnete auch, dass dieser sich nach 1811, 1868 und 1797 an die vierte Stelle der 251-Jahre langen Temperatursequenz reiht (Quelle: ZAMG)

Der Mai 2018 zeigte sich mit zahlreichen Sommer- und auch Tropentagen eher wie ein klassischer Sommermonat. Kein Wunder, denn die Temperaturen ähnelten eben eher einem durchschnittlichen Juni als einem Mai. Wie die ZAMG veröffentlicht hat, war dies der viertwärmste Mai der Messgeschichte und der wärmste Mai seit 1868. Nach dem schon extrem warmen April ist das nun bereits der zweite Monat in Folge mit Rekordtemperaturen. Der klassische Frühling fiel dementsprechend recht kurz aus - so lagen in Wien beispielsweise zwischen dem letzten Eistag und dem ersten Sommertag lediglich 21 Tage, so eine kurze Spanne gab es seit Beginn der Messungen 1872 noch nie (Quelle: wetterblog.at).


Gekennzeichnet war dieser Sommermonat Mai durch zahlreiche Schauer und Gewitter, die lokal für große Regenmengen gesorgt haben, vor allem in der südlichen Landeshälfte. Im "Norden" setzt sich dagegen die Trockenheit fort, seit dem Jänner ist hier (Vorarlberg bis Niederösterreich) jeder Monat zu trocken ausgefallen (Quelle: ZAMG)


Als ein Maß für die vergleichsweise hohen Temperaturen kann man hier den mittleren Abfluss des Inns in Innsbruck zeigen. Besonders am Anfang und am Ende des Monats Mai war der Abfluss überdurchschnittlich (Durchschnitt = graue Linie, Jahr 2018 = schwarze Linie). Dazwischen gab es einen kurzen Kaltlufteinbruch mit Schnee bis auf knapp unter 2.000 m (Quelle: HD Tirol)

Die Rofenache bei Vent auf 1.891 m zeigt ein ähnliches Bild. Besonders gegen Ende des Monats als zu der Hitze (sprich knapp 20 Grad auf 2.000 m) auch noch kräftigere Schauer und Gewitter dazugekommen sind, war der Abfluss in etwa 4 mal so stark als normal. Man sieht hier im Vergleich zum Inn auch die Größendimensionen des kleineren Gletscherbachs, mit geringerem Einzugsgebiet, aber der deutlicheren Detektion zur Schnee- und Eisschmelze (Quelle: HD Tirol).





Mitteltemperaturen in Innsbruck

Der Mai 2018 kann sich mit einer Mitteltemperatur von 17 Grad nicht mit den voran gegangen Mai-Monaten messen. Am ehesten kommen da noch 2001 (16,6), 2009 (16,3) oder 2003 (16,2) heran.

Dargestellt sind hier die Monatsmittelwerte der Temperatur (blau) und das 5-jährige gleitende Mittel (rot) der Jahre 1971-2018. Datenquelle: innsbruck.gv.at/ACINN und ZAMG.



Tirol (Quelle: ZAMG)

Niederschlagsabweichung -16%, Nordtirol -20, Osttirol 13%
Temperaturabweichung +2.2 °C
Abweichung der Sonnenscheindauer 1%
Temperaturhöchstwert Innsbruck-Uni. (578 m) 30.3 °C am 26.5.
Temperaturtiefstwert (Gipfel/Hochalpin) Brunnenkogel (3437 m) -9.5 °C am 16.5.
Temperaturtiefstwert unter 1000 m Ehrwald (982 m) 2.4 °C am 9.5.
höchstes Monatsmittel der Lufttemperatur Innsbruck-Uni. (578 m) 17.0 °C, Abw. +2.4 °C
höchste Sonnenscheindauer Innsbruck-Uni. (578 m) 238 h, Abw. +16 %

Großwetterlage im Mai

Ein Grund für diesen exorbitant warmen Mai ist in der Großwetterlage zu finden. Ein blockierendes Hoch über Skandinavien fand seinen Gegenspieler in einem Iberischen Tief. Dazwischen lag der Alpenraum in einer warm-feuchten und mal mehr mal weniger stark ausgeprägten föhnigen Südströmung. Während es also in Nordeuropa Temperaturrekorde gab, sah es in Spanien und Portugal genau anders aus. Aber auch in weiten Teilen des nördlichen Mittelmeerraums regnete es deutlich mehr als im Mittel. Mehr Informationen und Abbildungen wie diese in der Monatsanalyse von fotometeo.ch.


Strömungslage in diesem bemerkenswerten Mai. Hochdruckwetter im Norden, Tiefdruck im Süden (Quelle: NOAA/NCEP/ fotometeo.ch)

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