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Extreme Regenmengen im Süden

Mit dem ruhigen Herbstwetter ist es für den Moment vorbei, gleich zwei Italientiefs sorgten zwischen dem 27. und dem 30. Oktober für heftige Gewitter mit Starkregen, Orkanböen (Jauk, Föhn, Scirocco) und in weiterer Folge gab es etliche Murenabgänge und Hochwasser. Hier ein Blick auf das zweite Tief namens VAIA, dass am 29./30. über Italien und nachfolgend den Alpenbogen hinwegzog.

Ein giftiges Sturmtief namens VAIA zog in der Nacht auf Dienstag (30.10.) vom Mittelmeer über Italien nach Deutschland. Dabei kam es  zum zweiten Mal binnen 72 Stunden zu gewittrigem Starkregen in den Südalpen (Quelle: wetterzentrale.de)
Blitze vom 29.10.2018 13:00- 19:00 MEZ (Quelle: lightningmaps.org)
Dieses zweite Tief brachte dann vor allem im Südstau der Alpen ergiebigen Starkregen, punktuell bis zu 150 l/m² in 24 Stunden. In Summe fielen vom 27.-30.10. 07 MEZ in den Südalpen verbreitet 150 bis 200 l/m², punktuell aber deutlich mehr (400 bis 600 l/m²).


Die akkumulierte Niederschlagssumme für ganz Österreich zeigt ein klassisches Bild. Am meisten Regen (in höheren Lagen Schnee) gab es von den Ötztaler Alpen bis zu den Karawanken, einzelne Schauer-/Gewitter zogen auch weiter nach Norden (Wipptal). Quelle: UBIMET
Legt man den speziellen Fokus auf Kärnten und Osttirol so zeigen sich große Unterschiede in der Niederschlagsverteilung auf engstem Raum. Das zeigt die Darstellung der 72-stündigen Niederschlagssumme bis zum 30.10. 07 MEZ.

Unglaubliche Niederschlagsmengen in den 72 Stunden vom 27.10.-30.10. 07 MEZ. Vom Süden Osttirols bis zum Gailtal 200 bis 400 l/m², in den Karnischen Alpen  (Plöckenpass, Nassfeld) sogar noch mehr. Man erkennt einerseits die Schauer-/Gewitterlinie bis zu den Hohen Tauern/Mölltal (304 l/m² auf der Jamnigalm, andererseits die scharfe Grenze zu den weniger nassen Regionen. So brach weiter östlich (Klagenfurter Becken, Unterkärnten) zwar der Jauk/Föhn mit Orkanböen (127 km/h in Ferlach) durch, es gab aber deutlich weniger Niederschlag (Quelle: Land Kärnten)
Die größten Regenmengen kamen am Plöckenpass zusammen, hier fielen in 3 Tagen über 600 Liter/Quadratmeter. Das ist ein neuer Rekord in der Messgeschichte (Quelle: Land Kärnten, bzw. wetterblog.at)




Die dramatischen Folgen des andauernden Regens waren Hochwasser (an Drau und Gail teilweise HQ30-HQ100), Vermurungen und größflächige Überflutungen. Teile Osttirols (Lesachtal) waren am Dienstag, 30.10., für längere Zeit nicht erreichbar. Brücken wurden fortgerissen und Straßen vermurt.

Der Pegel in Arnbach in Osttirol (Zufluss zur Drau) stieg in der Nacht auf Dienstag kurzfristig auf die HW-100-Marke. Diese markiert ein 100 jährliches Hochwasserereignis an. (Quelle: Land Tirol)

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