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Der März: oft warm und sonnig mit eiskaltem Ende

Der März gilt ja als der klassische Übergangsmonat zwischen Winter und Sommer. An einem Tag kann man kurzhosig bei 20 Grad flanieren, tags darauf bei einstelligen Plusgraden und Schneefall mit dicker Jacke frieren. Das war auch in diesem März der Fall: 20 Grad am Sonntag dem 29. März, am Montag dann nur noch 4 Grad und Schneegestöber. In Wien und auch anderen Orten in der Osthälfte des Landes zogen am 30. und sogar noch am 31. Schneeschauer durch und in Folge dessen lag sogar teilweise eine dünne Schneedecke. Arktische Kaltluft war hier für diesen Temperaturabfall verantwortlich, am 1. April gab es dann sogar noch einige Kälterekorde.

Hui pic.twitter.com/NUDpOsY17m — Thomas Goerlitz (@GoerlitzThomas) March 31, 2020

Zurück aber zum März, der bis zum 21. März fast durchwegs nur mit Wärme auffiel, am wärmsten war es dabei am 12. März in Pottschach am Alpenostrand mit 23,7 Grad. In Tirol am wärmsten war es am Josefitag (19.) mit 22,4 Grad in Innsbruck. Die Vegetation war ihrer Zeit somit…
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Der Februar 2020: extrem mild, schneearm, windig

Wenn der Februar mehr durch Wind- und Wärmerekorde als durch Schnee und Kälte auffällt, ist etwas faul. In diesem Februar war das Westwindband so stark ausgeprägt, dass es uns binnen einem Monat gleich 4 Sturmtiefs bescherte (Paula, Sabine, Yulia, Bianca). Schnee war also Mangelware, dafür gab's Westföhn, Nordföhn und zeitweise auch Südföhn.
Aber spannend war er, der Februar 2020, das muss man ihm lassen. Mit Durchzug der Kaltfront von Tief PAULA am 4. d.M. gab es im Gebirge Orkanböen und am Flughafen immerhin 118 km/h. Das war aber noch nicht alles. Im Einfluss einer nachschleifenden Front und Kaltluftadvektion in der Höhe zogen tags darauf kräftige Schneeschauer durch, der Höhenwind wurde runtergemischt und in der Früh des 5. Februar wurden extreme Orkanböen am Flughafen gemessen (145 km/h). Das waren die größten Windgeschwinidkeiten, die man abseits von Gewittern je in Innsbruck gemessen hat. Auch nach dem morgendlichen Whiteout gab es den ganzen Tag über Schneefall mit recht…

Der zweitwärmste Winter seit Messbeginn

Das war er also, der zweitwärmste Winter in den letzten knapp 250 Jahren. Österreichweit war es +2,7 Grad wärmer im Vergleich zum langjährigen Klimamittel 1981-2010, in Innsbruck war die Abweichung ebenfalls +2,7 Grad. Erst einmal war es in einem Winter (meteorologisch: 01.12.-28/29.02.) wärmer als heuer: Winter 2013/14 war in Österreich sogar +3,4 Grad zu warm, in Innsbruck +3,2 Grad. Man sieht es oben am Trend (30 jähriges gleitendes Mittel): die Winter werden seit den 1950er Jahren wärmer. Die kühleren Winter werden seltener - den letzten zu kalten Winter gab es 2011/12 - und die wärmeren häufiger. So sind die sechs wärmsten Winter in den letzten 25 Jahren aufgetreten.


So überrascht es nicht, dass es in Innsbruck keinen einzigen Eistag gab (Tagesmaximum unter 0 Grad), im langjährigen Schnitt sind immerhin 13 Eistage zu erwarten (Klimamittel 1981-2010). Bezüglich Schneedecke war es in Innsbruck auch eher mau, an gerade einmal 12 Tagen lag an der Station der Universität Schnee, im M…

Orkan am Innsbruck Flughafen - neuer Winterrekord mit 143 km/h

Der Wind peitscht über den Westen der Stadt mit unglaublichen 143 km/h (Mittwoch, 05.02.2020 08:00). Der Schnee kam praktisch waagrecht daher, es kam zu einem regelrechten "WhiteOut", sprich man hat allein durch den Schneesturm keinen Kilometer weit mehr gesehen. Das sind Bedingungen, wie man sie normalerweise von einem Berggipfel kennt, aber nicht am Rande einer Kleinstadt in der Talsohle.
Die ZAMG hat den Wert bereits bestätigt, dennoch dürfte diese Spitzenböe ein "Glückstreffer" gewesen sein. Die Windmesser der Austrocontrol registrierten mit 127 km/h (Ost) und 105 km/h (West) bereits deutlich weniger Wind. Rundherum war der Wind weitaus weniger stark: Universität (38 km/h Böen), Hechenberg (100 km/h), Patscherkofel (96 km/h), Seegrube ca 80 km/h.




Windböen 05.02.2020, 0800 MEZ (Kachelmannwetter.com)



Windrekorde
Diese 143 km/h sind laut ZAMG die höchste gemessene Windgeschwindigkeit in Innsbruck abseits von Gewittern und die dritthöchste Windgeschwindigkeit überh…

Jänner 2020: sonnig, mild, wenig Schnee

Nun, wer nach dem für Winterbegeisterte eher entäuschenden Dezember auf den Schnee und die Kälte im neuen Jahr gewartet hatte, wurde auch im Jänner nur selten glücklich. Hochdruckwetter und auch föhnige Südwestlagen machten dem Winter einen Strich durch die Rechnung.
Schneemangel Bis Mitte des Monats fiel in ganz Österreich kaum ein Tropfen oder eine Flocke, erst dann kam "ein wenig" Neuschnee. Durch die kalten Nächte und die trockene Luft wurde der Schnee in der zweiten Monatshälfte zumindest in den inneralpinen Tälern konserviert. So lag z.B. im Inntal vom 17. bis zum 31.d.M.eine mehr (5-10 m) oder minder (1-2 cm) dicke Schneedecke. Laut ZAMG lag in höheren Alpentälern im gesamten Jänner Schnee (z.B. Ramsau/Dachstein), aber die Neuschneemengen waren viel geringer als im Mittel (ebenda 40 statt normal 66 cm Neuschnee).
Der Süden Österreichs wurde sogar gänzlich ausgespart, in Lienz fiel beispielsweise in diesem Jänner kein Niederschlag. Null Millimeter in der Bilanz gab e…

Steigende Feinstaubbelastung bei anhaltendem Hochdruckwetter

Es kam, wie es kommen musste. Durch die inzwischen schon fast 4 Wochen anhaltende Hochdruckwetterphase, nur unterbrochen durch einen Kaltfrontdurchgang am 18./19. d.M., kommt es nun zu einer erhöhten Feinstaubbelastung im Inntal und besonders im Ballungszentrum Innsbruck. Verstärkt wird die Belastung durch wenig Wind und eine verstärkte Temperaturinversion (wie diese funktioniert und wie groß die Auswirkungen sind, sind hier nachzulesen: https://alpen-wetter.blogspot.com/2020/01/was-ist-eigentlich-eine.html). Dazu gibt es nun seit dem 18.d.M. eine geringe Schneedecke im Inntal, die die Ausstrahlung etwas begünstigt und die Verschärfung der Inversion vorangetrieben hat.

Was ist Feinstaub? Feinstaub (PM 10, PM 2,5) ist, vereinfacht gesagt, feiner Staub, der hauptsächlich von Industrie, Verkehr, Hausbrand (Kleinverbrauch) und Landwirtschaft produziert wird und beim Menschen Entzündungen der Atemwege verursachen und Erkrankungen, wie Allergien und Asthma, fördern bzw. ungünstig beeinflu…

Halbzeitbilanz Winter 2019/2020: mild, trocken, schneearm

Der Vergleich der Schneehöhen mit dem Vorjahr zeigt einen eklatanten Unterschied, teilweise gab es auf den Bergen letztes Jahr 200 bis 250 cm (!) mehr Schnee. Aber auch in den Niederungen sieht man den Unterschied deutlich. Das Inntal war beispielsweise weiß, heuer ist es bis 1.000 m hinauf aper. Die Ausnahme: in Osttirol war letztes Jahr kein Schnee, heuer liegt bereits seit November Schnee. Es ist zwar nicht mehr viel dazugekommen, dennoch weist Lienz noch immer 7 cm auf.


Schneehöhen am 14.01.2020 (in Klammer der Wert vom Vorjahr)

Zugspitze (2.964 m) 150 cm (400 cm)
Seegrube LWD (1.921 m) 147 (396)
Rudolfshütte (1.921 m) 162 (360)
Pitztaler Gletscher (2.850 m) 170 (311)
Loferer Alm (1.590 m) 87 (291)
Galzig (2.082 m) 139 (253)
Hochfilzen (960 m) 33 (204)
St Ulrich (868 m) 22 (179)
Seefeld (1.182 m) 19 (140)
Lienz (659 m) 7 (0)
Innsbruck (578 m) 0 (30)

Quelle: wetter.orf.at / LWD Tirol / Kachelmannwetter


Sieht man sich nur den 15. Jänner in Innsbruck an, so lag in den letzten 40 Jahr…