Direkt zum Hauptbereich

Posts

Steigende Feinstaubbelastung bei anhaltendem Hochdruckwetter

Es kam, wie es kommen musste. Durch die inzwischen schon fast 4 Wochen anhaltende Hochdruckwetterphase, nur unterbrochen durch einen Kaltfrontdurchgang am 18./19. d.M., kommt es nun zu einer erhöhten Feinstaubbelastung im Inntal und besonders im Ballungszentrum Innsbruck. Verstärkt wird die Belastung durch wenig Wind und eine verstärkte Temperaturinversion (wie diese funktioniert und wie groß die Auswirkungen sind, sind hier nachzulesen: https://alpen-wetter.blogspot.com/2020/01/was-ist-eigentlich-eine.html). Dazu gibt es nun seit dem 18.d.M. eine geringe Schneedecke im Inntal, die die Ausstrahlung etwas begünstigt und die Verschärfung der Inversion vorangetrieben hat.

Was ist Feinstaub? Feinstaub (PM 10, PM 2,5) ist, vereinfacht gesagt, feiner Staub, der hauptsächlich von Industrie, Verkehr, Hausbrand (Kleinverbrauch) und Landwirtschaft produziert wird und beim Menschen Entzündungen der Atemwege verursachen und Erkrankungen, wie Allergien und Asthma, fördern bzw. ungünstig beeinflu…
Letzte Posts

Halbzeitbilanz Winter 2019/2020: mild, trocken, schneearm

Der Vergleich der Schneehöhen mit dem Vorjahr zeigt einen eklatanten Unterschied, teilweise gab es auf den Bergen letztes Jahr 200 bis 250 cm (!) mehr Schnee. Aber auch in den Niederungen sieht man den Unterschied deutlich. Das Inntal war beispielsweise weiß, heuer ist es bis 1.000 m hinauf aper. Die Ausnahme: in Osttirol war letztes Jahr kein Schnee, heuer liegt bereits seit November Schnee. Es ist zwar nicht mehr viel dazugekommen, dennoch weist Lienz noch immer 7 cm auf.


Schneehöhen am 14.01.2020 (in Klammer der Wert vom Vorjahr)

Zugspitze (2.964 m) 150 cm (400 cm)
Seegrube LWD (1.921 m) 147 (396)
Rudolfshütte (1.921 m) 162 (360)
Pitztaler Gletscher (2.850 m) 170 (311)
Loferer Alm (1.590 m) 87 (291)
Galzig (2.082 m) 139 (253)
Hochfilzen (960 m) 33 (204)
St Ulrich (868 m) 22 (179)
Seefeld (1.182 m) 19 (140)
Lienz (659 m) 7 (0)
Innsbruck (578 m) 0 (30)

Quelle: wetter.orf.at / LWD Tirol / Kachelmannwetter


Sieht man sich nur den 15. Jänner in Innsbruck an, so lag in den letzten 40 Jahr…

Was ist eigentlich eine Inversionswetterlage?

In den Wetterberichten hört man vor allem in den kalten Monaten oft von Inversionswetterlagen. Das ist ein Hinweis auf die umgekehrte, inverse, Temperaturschichtung. Normalerweise sinkt die Lufttemperatur mit der Höhe um 6 bis 10 Grad pro 1.000 m. Wenn aber die Nächte recht lang sind - wie derzeit - dann füllen sich die Täler und Becken mit Kaltluft (siehe Schema unten, 2) und in der Höhe bleibt es relativ wärmer. Verstärkt wird dieser Effekt durch Schneebedeckung, sternenklare Nächte und Warmluftzufuhr in der Höhe. Über Nacht sinkt die Kaltluft weiter ins Tal, sammelt sich und der Kaltluftsee wächst bis zum Morgen an (3). Tagsüber dauert's dann zunächst einige Stunden bis der Kaltluftsee ausgeräumt wird - durch Sonneneinstrahlung oder Wind (1), es bleibt aber in den Tälern trotzdem kälter.



Beobachten kann man dieses Phänomen derzeit an Wetterstationen, die geographisch recht nahe beinander liegen, aber in unterschiedlichen Höhenlagen. Ausgewählt wurden der Hahnenkamm (1.760 m, r…

Silvesterböllerei und dichter Nebel

Wie jedes Jahr beherrschten nach der besinnlichen Weihnachtszeit das Thema Silvester und seine Bräuche die Medien. Die Städte Innsbruck und Graz hatten bereits im Vorfeld schon auf größere Feuerwerke verzichtet, private Böllerein gab es indessen schon sowie das Innsbrucker Bergsilvester. Das Schießen von Feuerwerksraketen und die dadurch hervorgerufene Lärmbelastung für Mensch und Tier und die Schadstoffbelastung (Feinstaub, Schwermetalle) sollen eingedämmt werden. In Anbetracht der "drohenden" Wetterlage war eine erhöhte Belastung zu erwarten.
Ausgangslage



Feinstaub-Entwicklung Die wettertechnische Sachlage war also klar: schwache Windverhältnisse am Boden, in der höhe Westwind, trockene Luft und auch über Nacht keine Wolken. An den Zeitverläufen der Feinstaubmessung (PM10) in Innsbruck sieht man den Anstieg der Konzentration nach Mitternacht. Dabei werden Halbstundenwerte geliefert (türkis) und die daraus berechneten Tagesmittelwerte (rot). Der gesetzliche Grenzwerte lieg…

Jahresrückblick 2019

In dem Rückblick der ZAMG vor ein paar Tagen konnte man es schon lesen und die letzten Tage des Jahres werden kaum etwas daran geändert haben: Das Jahr 2019 liegt wieder im Spitzenfeld der warmen Jahre, am Ende wird es das drittwärmste Jahr der Messgeschichte sein, örtlich sogar das wärmste seit 1768. Das wärmste Jahr war 2018 (Abweichung +1,8 vom Mittel 1981-2010), gefolgt von 2014 (+1,7) und 2019 ( +1,6 Grad). Danach folgen 2015 (+1,4) und 1994 (+1,2).
Von insgesamt 12 Monaten im Jahr 2019 waren 11 wärmer als das Mittel, nur der Mai 2019 war kälter. Der Trend der sehr warmen Jahre setzt sich also unvermindert fort (siehe Grafik unten), besser bekannt als Klimaerwärmung.


Das Wetterjahr in Innsbruck
Hinweis: In diesem Bericht wird häufig auf das vieljährige Mittel oder den Mittelwert hingewiesen. Damit ist, wenn nicht anders angegeben, der Mittelwert aus den Jahren 1981-2010 gemeint. Datenquelle ist meistens die ZAMG (Monatsberichte, Saisonberichte, Klimamonitoring) oder auch Manuel K…

Rückblick: Schneelage zu Weihnachten 2019

Es hatte sich im Vorfeld ja wieder angedeutet: Föhn und Tauwetter haben in der Woche vor Weihnachten dem bisschen Schnee ordentlich  zugesetzt und es war danach auch kein weiterer Schnee mehr in Sicht. Weihnachten 2019 verlief im Inntal (und in den meisten Lagen unterhalb von etwa 1.000 m) grün. Am Nachmittag des 24. zogen zwar noch Schneeregen- und Schneeschauer durchs Land, aber viel blieb hier am Ende nicht liegen. Anders südlich des Alpenhauptkamms: in Osttirol gab es wahrscheinlich in allen Orten Schnee: Lienz 8 cm, Kals 55 cm, St Jakob 70 cm.

Deutlich schneereicher waren in Nordtirol nur Orte auf und oberhalb von 1.200 m wie z.B. Seefeld (36 cm), Hintertux (51 cm) , Schmirn (52 cm) oder natürlich Obergurgl (78 cm).

Weihnachten 2019 reihte sich somit in die Riege der grünen Weihnachten ein, zuletzt gab es im Jahr 2017 in Innsbruck zumindest Schneereste.





Der November 2019: mild und im Süden extrem nass und schneereich

Der November 2019 bot alles, was ein richtiger Herbstmonat bieten muss: Schnee, Regen, Föhn und Sturm. Wobei Tirol in diesem Monat zweigeteilt war. Mehrere Italientiefs brachten Süd- und Osttirol exorbitante Regen- und Neuschneemengen und einige neue Rekorde. In Nordtirol war es abseits der hinteren Täler zwar auch nasser als im Schnitt, aber es gab bei weitem nicht diesen großen Regenmengen oder gar Schneemengen. Immerhin schneite es Mitte des Monats auch in Innsbruck (siehe Bild).
Die erste Monatshälfte war geprägt von Starkregen und -schneefall im Süden, in Summe fielen in Osttirol und Oberkärnten verbreitet 450 bis 600 mm Niederschlag, das entspricht der dreifachen bis fünfeinhalbfachen Menge des sonst üblichen Niederschlags in einem November. In Lienz bedeuten 415 mm nicht nur einen neuen Novemberrekord (bisher 331 mm, 2002), sondern auch einen neuen Monatsrekord (390 mm, August 1966). Gemessen wird hier übrigens bereits seit Kaisers Zeiten, nämlich 1854 (!).
Die großen Regen- u…