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Der erste Schnee der Saison 2020/21

Ich schreibe es hier jedes Jahr und ich weiß ich wiederhole mich: der erste Schneefall in der Saison ist doch immer etwas besonderes. Der gedämpfte Schall am Morgen, das aufgebrachte Gezwitscher verwirrter Vögel und der Geruch von kaltem Schnee. Gemischt mit den bizarren bunten Blättern, die natürlich noch an den Bäumen hängen. Mitunter finden sich auch noch letzte Früchte darunter.
In den Prognosen war es nicht wirklich absehbar, von Schneefallgrenze 700 und 800 m war in den Wetterberichten die Rede. In der Nacht auf den 27.10.2020 sank die Schneefallgrenzedann aber doch bis in die Tallagen (570-580 m), am Morgen lag im Osten Innsbrucks etwa 3-5 cm Nassschnee, in der Innenstadt war es deutlich weniger und am Flughafen wurden "Spuren" gemeldet.Der erste Schnee fällt in Innsbruck meist Mitte November, letztes Jahr zB war Innsbruck am Morgen des 13. November erstmals weiß. Schnee im Oktober ist etwas seltener, in den letzten 20 Jahren ist das vier mal vorgekommen (2013, 2012, 2…
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Und plötzlich ging alles ganz schnell. Wintereinbruch im Herbst

So schön kann der Herbst sein. Bunte Blätter, kalte Nächte und erster Schnee. Heuer ging's halt relativ schnell. Bereits Ende September (25./26.) schneite es lokal (Pinzgau) bis auf 500 m herab, danach folgte eine Föhnphase Anfang Oktober (175 km/h am 3.10. am Patscherkofel) mit den bislang letzten Sommertagen. Letzten Samstag (10.) folgte dann der zweite Kaltlufteinbruch. Der Niederschlagsschwerpunkt lag dieses Mal im Süden, durch die Niederschlagsabkühlung fiel bis 500 m herab Schnee (Bad Eisenkappel). Der Dobratsch bei Villach fasste einen halben Meter Neuschnee aus (46 cm), die höchste Oktoberschneedecke seit 40 JahrenErster FrostDie Nacht auf den 14.10. verlief dann vom Außerfern bis nach Osttirol häufig klar, Minima zwischen -7,5 Grad (Obergurgl) und -3,4 Grad (Sillian) waren die Folge. Mit -0,8 Grad am Flughafen und -0,1 Grad gab es auch in der Tiroler Landeshauptstadt den ersten Frost in diesem Herbst. Letztes Jahr wurde der erste Frost in Innsbruck erst Mitte November reg…

Ein durchschnittlicher Juli 2020

Reichlich Schönes konnte man diesen Juli am Himmel beobachten. Den Kometen Neowise zum Beispiel. Aber nur in den wenigen, wirklich wolkenfreien Nächten. Oder Gewitter. Davon gab es reichlich, vor allem am späten Nachmittag oder Abend. Oder aber auch die vielen Regenbögen. Die gab es auch nur, weil es nach den abendlichen Gewittern oft wieder aufgerissen hat.

Das schöne an Abendgewittern! 😀🌈☔#Innsbruck#ibktwit#fotowebcampic.twitter.com/ZhxBwnpbxV — Clemens TZ (@alpen_wetter) July 23, 2020

Wie man sieht, war die natürlich Schönheit in vielen Facetten zu sehen. Klar, es hat oft (=an vielen Tagen) geregnet, meist durch Gewitter am Feierabend. Aber die Werte sprechen für sich. Es war trotz aller Schauer- und Gewittertätigkeiten in Nordtirol in diesem Juli verbreitet zu trocken, vor allem im Oberland, im Außerfern sowie im mittleren Inntal. Ausgeglichen war die Bilanz hingegen im Unterland und zu nass lediglich im südlichen Osttirol (siehe auch die Stationswerte von Lienz weiter unten). …

Ein durchwachsener Juni 2020

Der Juni gilt ja als erster Sommermonat und somit verbinden viele mit ihm bereits sommerliche Hitze, Trockenheit und vielleicht noch Gewitter. Wenn dann aber die Hitze die meiste Zeit über auslässt und es großteils "nur" warm ist bei gleichzeitig durchschnittlichen Regenmengen, so heißt es gleich "wo bleibt der Sommer?"
Da ist man sofort in Erklärungsnot obwohl die Antwort ganz einfach ist: in den Junimonaten der letzten Jahre gab es oft schon große Hitze (letztes Jahr die abartigen 38,5 Grad in Innsbruck) und Mensch gewöhnt sich ja recht schnell an eine "neue Normalität". Im Gedächtnis war und ist vielen vielleicht noch der letzte Juni. Dieser war aber in seiner Form schon abnormal heiß, denn mit einer Abweichung von österreichweit +4,7 Grad war der Juni 2019 der heißeste Juni der Messgeschichte.




Normal für unser Juni-Klima ist aber: sommerliche Wärme sowie Schauer und Gewitter. Durch den Klimawandel und die sehr heißen letzten Junimonate (2003, 2017, 2…

Aus den Fugen

Waldbrände und extreme Hitze am Polarkreis, einer der heißesten Juni-Monate in Skandinavien und auf der anderen Seite ein nasser Juni in den Alpen mit Dauerregen und Überflutungen in Tschechien und Polen.
Das sind nur ein paar Ereignisse der letzten Tage, die wieder einmal zeigen, dass etwas beim Wetter von der Norm abweicht.

The mid-high latitudes will be dominated by a wavenumber-3 pattern this week, leading to 3 significant #heatwaves - Siberia, Europe, and Canada.

Yes, cooler conditions are also present downstream of the heatwaves - but the unusual warmth is dominant, thanks to #climatechange. pic.twitter.com/TGy1zVEadE — Simon Lee (@SimonLeeWx) June 21, 2020

Zum Glück gibt es Twitter und dort einige Meteorolog*innen, die das Wettergeschehen genau verfolgen und anschauliche Karten veröffentlichen. Man sieht hier die Abweichungen der Temperaturen in 1.500 m Höhe (5-Tages-Mittel) und die Abweichungen der Strömungslage auf 5.500 m (5-Tages-Mittel), jeweils im Vergleich zum Mittel …

Die Schafskälte 2020

Manch einer mag es als Schafskälte bezeichnen, für andere war es lediglich der lang ersehnte Regen. anhand der Messdaten sieht man eine unterdurchschnittliche Witterungsperiode, aber so richtig kalt war es (zumindest im Tal herunten nicht). Doch was ist die Schafskälte überhaupt?

Die Schafskälte ist eine meteorologische Singularität, sprich eine immer wieder kehrende Wetterlage. Sie tritt (laut wikipedia) zwischen dem 04. und dem 20. Juni auf, in der Literatur auch 10 und dem 20. Juni (Malberg, 2003), und ist gleichbedeutend mit einem Kälterückfall und meist auch größeren Regen- oder Schneemengen. Sie ist nicht immer gleich stark ausgeprägt, heuer war sie vor allem in der Schweiz und in Frankreich und weniger in Österreich markant. Generell tritt sie in den letzten Jahren immer seltener in Erscheinung und ist auch schwächer ausgeprägt.
Die erste Welle, 07.-12.6.2020 Die Reanalyse der ersten 13 Junitage zeigt das im Vergleich deutlich geringere Geopotential von Südengland über Westeur…

Aktuelles zur Schneesituation auf den Bergen

Man sieht es schon allein an diesem einfachen Bildvergleich. Letztes Jahr lag zu diesem Zeitpunkt deutlich mehr Schnee. Der Mai und eigentlich der gesamte Frühling 2019 war viel feuchter als der Frühling 2020. Im Vergleich zum langjährigen Mittel (1981-2010) fielen im vergangenen Jahr österreichweit 115 % und heuer nur 66 %. In den Gletscherregionen ist es im Frühjahr ohnehin meistens kalt genug für Schneefall, daher ist dieses Defizit einzig mit der Trockenheit in Verbindung zu bringen.
Schnee war in diesem Frühling (März, April, Mai) auch in tieferen Lagen Mangelware. In Achenkirch (930 m) lag nur an 13 Tagen Schnee, im langjährigen Schnitt sind es 33. In Seefeld (1.180 m)  waren es immerhin 20 Tage, im Klimamittel sind es jedoch 41. In Richtung Alpenhauptkamm war die Schneelage ähnlich. Nauders (1.360 m) war an 13 Tagen weiß und somit an nur halb so vielen Tagen wie normal (26).

Sehen wir uns nun die aktuelle Schneelage von ein paar alpinen Wetterstationen an. Mit 550 bis 630 cm S…