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Weiterhin Dauerschneefall, höchste Lawinengefahr

Tiefster Winter prägt weite Teile der Nordalpen, die Schneelast drückt auf die Dächer, Straßen wurden und sind gesperrt (u.a. der Fernpass), Dörfer waren und sind abgeschnitten, es gibt Stromausfälle durch Schneebruch und heute Montag gilt in Tirol erstmals ist diesem Winter Lawinenwarnstufe 5. Von der Silvretta bis zu den Lechtaler Alpen herrschte heute Montag die Gefahr von großen bis sehr großen Lawinen, v.a. Gleitschneelawinen sind das Problem. Die Warnstufe wurde in Tirol dann am Montag, 14.1., noch auf das Karwendel und die Hohen Tauern (Venediger) aufgrund der großen Schneemengen ausgeweitet. Stufe 5 gab es auch in Vorarlberg und im Süden Salzburgs.
Aufgrund der Lawinengefahr mussten etwa die Straße nach Galtür, Lech, Zürs, Warth, Saalbach, Lofer oder auch die Bahnstrecken Landeck-Bludenz, Innsbruck-Mittenwald und St.Johann-Saalfelden gesperrt werden.
Trotz der großen Schneemengen und der heiklen Situation haben die Lawinenkommissionen bei ihren täglichen Beurteilungen alles i…
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Neuschneemassen - bis zu 4 Meter und mehr

Mit Rekorden ist das immer so eine Sache. Schon bald war etwas "noch nie!" oder "nie erlebt!" oder "früher hat es das nie gegeben!". Gerade bei Wetterereignissen und vornehmlich in Verbindung mit Schnee reicht das kollektive Langzeitgedächtnis oftmals nicht weiter als das vorige Weihnachten. Gut, dass es ein weitreichendes Stationsmessnetz von verschiedenen Hydrographischen, Lawinenwarn- und Wetterdiensten gibt, die solche Theorien entweder bestätigen oder weitestgehend widerlegen können.
Gesichert gilt: eine anhaltende und festgefahrene Wetterlage wie jetzt, in der aus Nordwesten immer wieder Frontensysteme über uns hinwegrauschen ist zwar selten, aber es gab sie dann doch immer wieder in den letzten Jahren. Solche stationäre Wetterlagen (Meteorologen sprechen auch von Blocking-Lagen) sind zwangsläufig mit Extremen verbunden, denn nicht-stationäre Wetterlagen sind eher die Normalität (Stichwort: das Wetter in Europa ändert sich im Schnitt alle 4 Tage). …

Prekäre Lawinensituation in den Nordalpen

In den letzten 3 Tagen sind auf den Bergen wie erwartet 60 bis 100 cm Neuschnee gefallen (inkl Windeinfluss und Setzung), durch Verwehungen waren es örtlich (z.B. Karwendel, Kitzbüheler Alpen, Hochkönig,Hohe Tauern) sicherlich mehr, wie so manche Fotos und Messdaten belegen. Das hat zu zahlreichen Problemen in der Stromversorgung (Salzburg, Oberösterreich, Stermark), Straßensperren (Obertauern war z.B. über die Straße nicht mehr erreichbar, Pölstal und Hohentauern in der Steiermark wurde zum Katastrophengebiet erklärt) und leider auch schon Lawinentoten geführt.

Aktuelle Situation: Schneehöhen und Lawinenlage
Enormous amounts of snow in Tauplitz, Austria (896 m) today, January 7. Report: Herbert Lemmerer / @AWOETeampic.twitter.com/sGBUV5aitM — severe-weather.EU (@severeweatherEU) 7. Januar 2019

Bereits jetzt liegen auf manchen Bergen 4 m Schnee (z.B. am Loser oberhalb von Altaussee) und selbst im Siedlungsbereich kratzen die Schneehöhen an der 150-Zentimeter-Marke.

OrtSeehöhe [m]Sch…

Das Wetterjahr 2018

Nun geht auch dieses Jahr 2018 zu Ende und es hatte wieder einiges zu bieten. Was bleibt von diesem Jahr 2018 wettertechnisch in Erinnerung? Der schneereiche Winter auf den Bergen vielleicht, das rasche Umschalten auf Sommer schon im April und dann eben dieser endlose Sommer, der nahtlos in einen golden Herbst überging und bis September/Oktober angehalten hat. Nun, es ist an der Zeit ein paar Fakten zum Wetter in diesem Jahr zusammenzumixen und noch ein bisschen klimatologische Hintergrundmusik dazuzuspielen.

Nach einem extrem milden (drittwärmsten), aber sehr nassen und schneereichen Jänner folgten zwei sehr kalte Monate Februar und März, mit reichlich Niederschlag im Süden und Trockenheit im Norden. Es sollten die einzigen zwei zu kalten Monate in Bezug auf das Klimamittel 1981-2010 in diesem Jahr sein. Denn darauf folgten der wärmste April seit dem Jahr 1800 (zweitwärmste April der Messgeschichte) und der wärmste Mai seit 1868 (viertwärmster Mai). Späten Frost gab es keinen und so…