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Ein durchwachsener Juni 2020

Der Juni gilt ja als erster Sommermonat und somit verbinden viele mit ihm bereits sommerliche Hitze, Trockenheit und vielleicht noch Gewitter. Wenn dann aber die Hitze die meiste Zeit über auslässt und es großteils "nur" warm ist bei gleichzeitig durchschnittlichen Regenmengen, so heißt es gleich "wo bleibt der Sommer?"
Da ist man sofort in Erklärungsnot obwohl die Antwort ganz einfach ist: in den Junimonaten der letzten Jahre gab es oft schon große Hitze (letztes Jahr die abartigen 38,5 Grad in Innsbruck) und Mensch gewöhnt sich ja recht schnell an eine "neue Normalität". Im Gedächtnis war und ist vielen vielleicht noch der letzte Juni. Dieser war aber in seiner Form schon abnormal heiß, denn mit einer Abweichung von österreichweit +4,7 Grad war der Juni 2019 der heißeste Juni der Messgeschichte.




Normal für unser Juni-Klima ist aber: sommerliche Wärme sowie Schauer und Gewitter. Durch den Klimawandel und die sehr heißen letzten Junimonate (2003, 2017, 2…
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Aus den Fugen

Waldbrände und extreme Hitze am Polarkreis, einer der heißesten Juni-Monate in Skandinavien und auf der anderen Seite ein nasser Juni in den Alpen mit Dauerregen und Überflutungen in Tschechien und Polen.
Das sind nur ein paar Ereignisse der letzten Tage, die wieder einmal zeigen, dass etwas beim Wetter von der Norm abweicht.

The mid-high latitudes will be dominated by a wavenumber-3 pattern this week, leading to 3 significant #heatwaves - Siberia, Europe, and Canada.

Yes, cooler conditions are also present downstream of the heatwaves - but the unusual warmth is dominant, thanks to #climatechange. pic.twitter.com/TGy1zVEadE — Simon Lee (@SimonLeeWx) June 21, 2020

Zum Glück gibt es Twitter und dort einige Meteorolog*innen, die das Wettergeschehen genau verfolgen und anschauliche Karten veröffentlichen. Man sieht hier die Abweichungen der Temperaturen in 1.500 m Höhe (5-Tages-Mittel) und die Abweichungen der Strömungslage auf 5.500 m (5-Tages-Mittel), jeweils im Vergleich zum Mittel …

Die Schafskälte 2020

Manch einer mag es als Schafskälte bezeichnen, für andere war es lediglich der lang ersehnte Regen. anhand der Messdaten sieht man eine unterdurchschnittliche Witterungsperiode, aber so richtig kalt war es (zumindest im Tal herunten nicht). Doch was ist die Schafskälte überhaupt?

Die Schafskälte ist eine meteorologische Singularität, sprich eine immer wieder kehrende Wetterlage. Sie tritt (laut wikipedia) zwischen dem 04. und dem 20. Juni auf, in der Literatur auch 10 und dem 20. Juni (Malberg, 2003), und ist gleichbedeutend mit einem Kälterückfall und meist auch größeren Regen- oder Schneemengen. Sie ist nicht immer gleich stark ausgeprägt, heuer war sie vor allem in der Schweiz und in Frankreich und weniger in Österreich markant. Generell tritt sie in den letzten Jahren immer seltener in Erscheinung und ist auch schwächer ausgeprägt.
Die erste Welle, 07.-12.6.2020 Die Reanalyse der ersten 13 Junitage zeigt das im Vergleich deutlich geringere Geopotential von Südengland über Westeur…

Aktuelles zur Schneesituation auf den Bergen

Man sieht es schon allein an diesem einfachen Bildvergleich. Letztes Jahr lag zu diesem Zeitpunkt deutlich mehr Schnee. Der Mai und eigentlich der gesamte Frühling 2019 war viel feuchter als der Frühling 2020. Im Vergleich zum langjährigen Mittel (1981-2010) fielen im vergangenen Jahr österreichweit 115 % und heuer nur 66 %. In den Gletscherregionen ist es im Frühjahr ohnehin meistens kalt genug für Schneefall, daher ist dieses Defizit einzig mit der Trockenheit in Verbindung zu bringen.
Schnee war in diesem Frühling (März, April, Mai) auch in tieferen Lagen Mangelware. In Achenkirch (930 m) lag nur an 13 Tagen Schnee, im langjährigen Schnitt sind es 33. In Seefeld (1.180 m)  waren es immerhin 20 Tage, im Klimamittel sind es jedoch 41. In Richtung Alpenhauptkamm war die Schneelage ähnlich. Nauders (1.360 m) war an 13 Tagen weiß und somit an nur halb so vielen Tagen wie normal (26).

Sehen wir uns nun die aktuelle Schneelage von ein paar alpinen Wetterstationen an. Mit 550 bis 630 cm S…

Der trockenste Frühling seit 70 Jahren

Der Frühling 2020 geht in Tirol mit einem satten Niederschlagsdefizit zu Ende. Alle drei Monate, die aus statistischen Gründen zum Frühling gehören (März, April, Mai) waren durchwegs zu trocken. In der folgenden Grafik sind die Abweichungen der Niederschlagssummen zum langjährigen Mittel (1981-2010) die Innsbruck seit Jänner 2019 dargestellt.


Mit nur 88 Litern pro Quadratmeter (Stand: 29.05.2020) ist dies der trockenste Frühling seit über 70 Jahren. Zum langjährigen Mittel (170 l/m2) fehlen 82 l/m2, das Defizit beträgt also 48 %.
Der trockenste Frühling der Messgeschichte Innsbrucks war 1946 (45 mm, -74 %), gefolgt von 1934 (76 mm, -55%), 1918 (77 mm, -55%) und 2020 (88 mm, -48%) und 1865 (89 mm, -48%). Aktuell gibt es zumindest aus Tirol keine größeren Meldungen über Probleme in der Landwirtschaft (Ernteausfälle), aber das kann auch den anderen - corona-bedingten  - Problemen wie fehlende Erntehelfer und Unterstützung durch den Härtefallfonds geschuldet sein. Ein trockenes Frühj…

Der Mai 2020: oft wechselhaft, dennoch zu trocken

Der Mai 2020 war charakterisiert durch eine wechselhafte Witterung, wobei er in puncto Temperaturen und Sonnenschein in Tirol relativ ausgeglichen war. Österreichweit war dieser Mai etwas zu kühl (-0,7 Grad) und somit der erste zu kühle Monat seit dem Mai 2019. Das Niederschlagsdefizit von März und April setzte sich vor allem im Westen und Süden Österreichs indessen fort und somit war dieser Frühling (der meteorologisch aus diesen drei Monaten besteht), in Tirol einer der 5 trockensten Frühlinge in den letzten 170 Jahren und der trockenste seit 1946. Österreichweit war dieser Frühling einer der 15 trockensten, schreibt die ZAMG.

Der April 2020: drittsonnigster April der Messgeschichte

Nun ist er also vorbei, der Corona-April. Er war von Hochdrucklagen geprägt und somit ausgesprochen sonnig, trocken und warm.

Blickt man auf die gesamte Messgeschichte der Sonnenscheindauer in Innsbruck (Start 1906), so war dies mit 278 Sonnenstunden der drittsonnigste April. Unerreicht ist weiterhin der April 2007 (302 Stunden), doch der Platz 2 war immerhin in Reichweite (2011: 280). In jedem Fall war die Sonnenbilanz in diesem April schon sommerlich. 230 Sonnenstunden weist nämlich ein durchschnittlicher Juli in Innsbruck auf.


Niederschlag Das wichtigste Thema - abseits von Corona - war in diesem April jedoch die anhaltende Trockenheit. Die ZAMG bilanziert in ihrem April-Rückblick: Über die gesamte Fläche Österreichs gesehen gab es weniger als die Hälfte der Niederschlagsmenge eines durchschnittlichen Aprils (-60 Prozent Niederschlag). Es war somit einer der 15 trockensten Aprilmonate der Messgeschichte. Das führt nach dem bereits sehr trockenen März und dem Fro…