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Mit Föhn nochmals sommerlich warm

Die Bettelwürfe im Herbst (alpen.wetter)
Dieses irrsinnige Jahr mit dem schier unendlichen Sommer geht weiter. Nach einem warmen, aber dennoch schneereichen Jänner, zwei sehr kalten Monaten Februar und März startete der Sommer bereits im April. Der erste Sommertag wurde zwar "erst" am 19.4. in Innsbruck erreicht (entspricht ca. dem langjährigen Mittel), aber die Tage davor und danach war ebenfalls recht warm, sodass es am Ende zum wärmsten April seit 200 Jahren reichte. Danach folgten praktisch noch fünf Sommermonate: der wärmste Mai seit 150 Jahren (Platz 4), die eigentlichen Sommermonate Juni, Juli und August (in Summe der viertwärmste Sommer seit Messbeginn) und schließlich ein Top-20-September. Bis auf eine kurze kühlere Phase knüpfte der Oktober nahtlos an die ewig lang
andauernde Wärmeperiode an.
Der vorläufige Höhepunkt wurde jetzt erreicht. Freilich mit Unterstützung des föhnigen Südwinds kletterte das Thermometer gestern am 10.10. auf 25,4 Grad in Innsbruck (Uni), in Waidhofen/Ybbs waren es sogar 26,5 Grad und in Feldkirch 26,0 Grad. Sommertage, also Tage mit einem Temperaturmaximum über 25 Grad, sind im Oktober gar nicht so selten wie man denkt. Im Schnitt (Klimamittel 1981-2010) gibt es jedes Jahr 0,4 Sommertage an der Station Innsbruck-Uni. Oder anders gesagt: alle zwei Jahre ist mit einem Sommertag im Oktober zu rechnen.

Stationsverlauf am 10. und 11. Oktober 2018 in Innsbruck. Die 25,4 Grad wurden heute nicht mehr erreicht, es wurde aber in der Höhe geringfügig kühler. Interessant auch die Nacht. In der zweiten Nachthälfte setzt sich vom Oberland her die kühlere Luft durch und der Föhn hebt ab, die Windrichtung dreht von Süd (180°) auf West (270°) und der Druck steigt. Quelle und Visualisierung: ertel2.uibk.ac.at




Auch heute am 11.10. gab der Föhn ordentlich Gas, in Hall/Tirol gab es nur knapp keine Tropennacht (Tmin größer 20 Grad). Die höchsten Temperaturen wurden heute (11.10.) schließlich in Kufstein (26,4 Grad), Vöcklabruck (26,3) und wieder in Waidhofen (26,0) gemessen. Unweit der Tiroler Grenze gab es in Rosenheim mit 28,0 Grad sogar einen Dekadenrekord (höchster Temperaturwert in der Dekade 11.-20.10., Messung seit 1950).


Höchstwerte in Tirol und seinen Nachbarländern am 11.10.2018. Der Föhneinfluss ist eindeutig zu sehen. Am wärmsten war es in Rosenheim mit 28,0 Grad - ein Dekadenrekord- und damit 6 Grad wärmer als in Bozen. Durchmischung gab es also alpennordseitig mit 3.000 m und mehr. Zugspitze +3 Grad und Sonnblick 0 Grad. Quelle: kachelmannwetter.com


Wetterlage:

Ein blockierendes Hoch befindet sich über Osteuropa, gestützt von einem Tief über der Ägäis und dem Osten der Türkei. Und genau westlich davon hat sich über dem Alpenraum eine föhnige Südströmung eingestellt. Die Warmluftzufuhr wird durch einen massiven Trog über dem Atlantik angekurbelt, die Warmluft reicht von der Sahara bis nach Südskandinavien.

Die Strömungslage über Europa. Links auf 300 hPa und rechts die Temperaturen auf 850 hPa (1500m), Quelle: ertel2.uibk.ac.at

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