Direkt zum Hauptbereich

Schneetief Gundula

Es hat wirklich den vorhergesagten Schneefall gebraccht. Das im letzten BLOG-Eintrag angesprochene Tief GUNDULA brachte vor allem in den südlichen Landesteilen einiges an Neuschnee.
Vor allem deshalb, weil es im Süden dann doch kälter war (0 Grad in 850 hPa) und durch die großen Niederschlagsraten (bis zu 10 mm/h) die Talatmosphären soweit abgekühlt wurden, dass isothermer Schneefall möglich war.


Synopsis ....

Auf den Satellitenbildern kann man die Zugbahn von GUNDULA erkennen.
Satellitenbilder (IR - in Farbe die Wolkenobergrenzentemperaturen); 21.11. 18 UTC - 22.11.9 UTC (3h-Schritte)
 
Vor allem dass Entlangschliefen an den Südalpen brachte in den Bezirken Lienz, Hermagor, Villach- und Klagenfurt Land beträchtliche Niederschlagssummen zustande. So fielen in den Karnischen ALpen bis zu 30 cm Neuschnee. Und bis in viele Täler (Lienzer Becken, Lesachtal, Gailtal, oberes Drautal) herab konnte man sich über Schneezuwachs freuen. Auf dem höher gelegenen, aber wärmeren Loiblpass fielen binnen 24 h knapp 80 Liter pro Quadratmeter.

 Aber eins nach dem anderen ...

Die Daten vom Hydrographischen Dienst Kärnten zeigen zwar den 3-Tagesniederschlag, allerdings ist der Großteil in den letzten 24 Stunden gefallen. Besonders ins Auge fallen die Stationen in den Karnischen Alpen (Plöcken mit 82, Nassfeld 71). Weit weniger fielen dort in Tälern selbst, allerdings fast durchwegs als Schnee.

72-Stunden-Nschl.summen, allerdings sind 100 % in den letzten 24h gefallen


Vor allem die Stationen Plöcken und Nassfeld haben es in sich:

Kombi: Webcams von heute Mittag 12 MEZ (li.) und dem Schneezuwachs in 3 Tagen (re.)

Der Lawinenwarndienst Kärnten spendiert auch noch ein paar Schneehöhen - knapp 30 cm auf etwas 1800 m - grafisch sieht das so aus:
Emberger Alm im Drautal auf 1800 m (siehe Homepage)

Mauthner Alm 1760 m (siehe Homepage)



Da der Mensch aber an sich ein visuelles Wesen ist entlocken einem die Webcambilder dem geneigten Leser sicher eher ein "wow", als die stummen Graphen:


Lienz heute morgen um 0600 MEZ

Lienz heute mittag um 12 MEZ


Hochsteinhütte oberhalb von Lienz heute Mittag um 12 MEZ
 
Sillian heute Mittag um 12 MEZ
Ganz nett ist der Vergleich der beiden Webcambilder von einem Schneepegel in Grafendorf im Gailtal (660 m):

Schneepegelvergleich: gestern um 08 MEZ (li.) und heute um 08 MEZ (re.) --- ein Strich entsprich 10 cm!
 Die 24-Stunden Summen, zusammengestellt von UBIMET:

24h-Summen 21.11. 12 UTC - 22.11 12 UTC


24h-Summen in Kärnten
Summa Summarum

Aktuelle Schneehöhen (Gesamt) in cm:
Berg (m):
Kredarica (2515): 190
Sonnblick (3105) 172
Säntis (2500) 102
Zugspitze (2960) 85
Passo Rolle (2000) 69
Dobratsch / Villacher Alpe (2140) 63

Tal (m):
Obergurgl (1940) 70

Virgen (1200) 25
Kötschach-Mauthen (715) 17
Reschenpass (1450) 17
Mallnitz (1200) 16
Nauders (1360) 15
Lienz (660) 11
Hermagor (560) 7
Tarviso (780) 7

Warum liegt in Kötschach-Mauthen so viel, obwohl es im Vergleich niedrig liegt? Eine Antwort gibts in den kommenden Tagen/Stunden hier im Blog.


Wie gehts weiter?

Der Winter kommt, zumindest von den Temperaturen her! Schnee ist (im Flachland)  zumindest vorerst nicht allzu viel in Sicht.
Weitere Infos zur Entwicklung: in Manfreds BLOG.

--------------------------
Quellen:
Niederschlagsdaten: Hydrographischer Dienst Kärnten/Tirol: http://info.ktn.gv.at/asp/hydro/daten/Niederschlag.HTML
Schneedaten: Lawinenwarndiesnt Kärnten: http://www.lawine.ktn.gv.at; UBIMET; ZAMG (Link zum Bericht)
Sonstige: UBIMET / ZAMG
Infrarotsatellitenbild:  Meteo Massif Central: http://www.meteo-mc.fr/
Webcambilder: Diverse Internetquellen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Jahresrückblick 2021

  Ein sonniger Herbst entschädigte für einen eher unbeständigen Sommer. Viele geplante Wanderungen konnte man also im September oder gar im Oktober noch nachholen, wie hier im Navistal, Ende September. Das Wetterjahr 2021 geht zu Ende und damit wieder ein Jahr der Extreme. Wieder einmal lagen Schnee- und Wärmerekorde nah beieinander. Trotz Rekordschnee, markanten Spätfrösten, früher Sommerwärme, intensiver Junihitze, sommerlicher Starkregenereignissen und frühem Winterschnee bleibt uns ein wiederkehrendes Element in allen Jahren erhalten. Es war wieder eines der wärmsten Jahre der 255-jährigen Messgeschichte in Österreich.

Schneerekord in Österreich - oder nicht?

  Die Nordalpen versinken in Schnee. Innerhalb von nur 2 Tagen sind lokal über 150 cm Schnee gefallen. Aber ist das nun Rekord?

Jahresrückblick 2019

Schnee, Schnee und noch mehr Schnee gab es im Jänner 2019. Im Bild der Poschenhof am Dreikönigstag oberhalb von Rum auf 900 m In dem Rückblick der ZAMG vor ein paar Tagen konnte man es schon lesen und die letzten Tage des Jahres werden kaum etwas daran geändert haben: Das Jahr 2019 liegt wieder im Spitzenfeld der warmen Jahre, am Ende wird es das drittwärmste Jahr der Messgeschichte sein, örtlich sogar das wärmste seit 1768. Das wärmste Jahr war 2018 (Abweichung +1,8 vom Mittel 1981-2010), gefolgt von 2014 (+1,7) und 2019 ( +1,6 Grad). Danach folgen 2015 (+1,4) und 1994 (+1,2). Von insgesamt 12 Monaten im Jahr 2019 waren 11 wärmer als das Mittel, nur der Mai 2019 war kälter. Der Trend der sehr warmen Jahre setzt sich also unvermindert fort (siehe Grafik unten), besser bekannt als Klimaerwärmung. Abweichung der Jahresmitteltemperatur vom Mittel 1901-2000. Rot markiert sind zu warme Jahre, blau entsprechend zu kalte Jahre. Die schwarze Linie ist die Trendlinie. In der gesamten M...