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Was bringt uns ein Genua - Tief?

Neben viel feuchter Luft und einem markanten Luftmassenwechsel vor allem eines: viel Regen!

Der Blick auf den aktuellen Satloop (verfällt) zeigt eindrucksvoll wie sich die Wolkenspirale südlich der Alpen eindreht (Quelle: sat24.com -- Eumetsat/DWD) . Großteile Österreichs sind von dichten Wolken überzogen und seit den Morgenstunden regnet es vor allem in Tirol durchgehend.


Abb.0: Satbild 19 MESZ von sat24.com

Abb.1: Satloop (fortlaufend) von sat24.com

Doch ist es das Italientief allein, dass gerade dem Tiroler Raum soviel Regen bringt? Jein. Adleraugen erkennen, dass nördlich der Alpen eine Nordströmung vorherrscht. Die Cumulus-Bewölkung nördlich der Schweiz wandert südwärts. Das bedeutet, dass hier zwei Effekte aufeinander treffen: einerseits fließt kalte Atlantik-Luft aus Nord/Nordwest an und in die Alpen, andererseits schiebt sich von Süden her feuchte Mittelmeerluft darüber. Eine imposante Mischung, die das Transitland Österreich wieder einmal ausbaden muss ... (Erläuterungen aus den Wintermonaten hier). Bei solchen Aufgleitniederschlägen aus Süden sind mitunter die größten Niederschlagsmengen in Tirol zu erwarten.

Der Blick auf die Radiosonde zeigt (von heute in der Früh), dass zwischen 500 und 1700 m Kaltluft ins Inntal fließt (von 1700 - 3000 m gibts keine Werte) und sich darüber hat sich eine mäßige Nord bis Westanströmung einstellt (10 - 15 kn). In den Luftschichten oberhalb von 500 hPa kommt dann die kräftige Südanströmung zur Geltung. Die feuchte Luft staut sich also nicht an der Alpensüdseite, sondern schwappt drüber. Im Winter wäre eine solche Konstellation der Schneebringer Nummer eins ...


Abb.2: Sounding von Innsbruck (c) University of Wyoming

Aber im Sommer? Der Stationsverlauf in Innsbruck (rechts) zeigt einen fast inversen Tagesgang (Minimum der Nacht liegt über dem Maximum des Tages) sowie Dauerregen. Dazu gibts eine angenehme Brise aus Ost.

Auch der Sattelberg (2100 m) zeigt bei dauerhafter Nordanströmung eine rapiden Abfall der Temperatur, Niederschlagswerte gibts leider keine (nicht abgebildet - aber hier nachzulesen).

Am eindrucksvollsten zeigt sich jedoch der Stationsverlauf an der alpinen Forschungsstelle in Obergurgl (ganz rechts). Auf 1940 m gelegen wird es dort durch die Kaltluftadvektion innerhalb von 24 Stunden um 14 Grad kälter. Da würde man sich wohl am liebsten einen halben Meter im Boden eingraben (der immerhin 10 Grad wärmer ist als die Luft ...). Die Webcams beweisen: es riecht förmlich nach Schnee - imposante 48 mm sind in den letzten 24 Stunden gefallen.

Abb.3: Stationsverläufe von Innsbruck und Obergurgl (c) IMGI


Abb. 4: Blick auf Obergurgl (c) obergurgl.at

Schneefallgrenze? Anhand der Glungezer Webcam (2650 m) lässt sie sich leicht feststellen:


Abb. 5 : Webcambild Glungezer (c) Alpenverein Hall und glungezer.at

In den vergangen 24 Stunden sind also in der Westhälfte Österreichs große Niederschlagsmengen gemessen worden - allen voran Dornbirn mit 66 mm und Bregenz mit 64 mm, danach folgt der Brenner mit 50 mm.

Abb. 6: 24 Regenmengen (c) UBIMET -- gemessen von der ZAMG und anderen (u.a. Medeteomedia CH +D, DWD)

Auch im benachbarten Südtirol gingen die Regenmengen an die 50 mm/Tag - die Kaltluft kam auch bis Sterzing voran (siehe Südtiroler Wetterdienst).

Beeindruckend auch die Maximumtemperaturen heute in der Alpenrepublik: von 13 Grad in Reutte und 27 Grad iam Neusiedler See war alles dabei:

Abb. 7: 24 Temperaturmaxima (c) UBIMET -- gemessen von der ZAMG und anderen (u.a. Medeteomedia CH +D, DWD)


Weitere Infos - z.B welchen Effekt der Bodensee auf das Wetter in Vorarlberg hat - sind hier zusammengefasst.

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