Direkt zum Hauptbereich

Grüner Winter

Über die Schneelage in Nordtirol braucht man ja kaum ein Wort verlieren, man sieht es ja täglich. Seit Anfang Dezember (der trockenste seit 40 Jahren in Nordtirol wohlgemerkt) gab es in Innsbruck 26 mm Niederschlag, das meiste in Form von Regen. Der wenige Schneefall von November und Anfang Dezember wurde vom Föhn weggeheizt, seit 17. Dezember gibt es keine Schneedecke mehr in der Alpenmetropole. Das letzte mal hat es vor einem Monat (am Abend des 14.12.) geschneit. Dafür lagen und liegen die Temperaturen seither beinahe täglich zwischen 3 und 10 Grad über dem Schnitt, wie Anfang März fühlt es sich gerade an. Die Natur macht da natürlich mit und somit verwundert es kaum, dass bereits die ersten Frühblüher (Hasel, Erle) Allergikern Probleme bereiten. Die Meisenknödel verkommen indessen zu Ladenhütern.

Touristiker sprechen davon, dass dieser Winter ohne künstliche Beschneiung bisher "ein Desaster wäre", einige Skigebiete dank Kunstschnee aber "ein Umsatzplus verzeichnen" (Quelle: TT). In Tallagen werden alle möglichen Hebel in Bewegung gesetzt um Wintersport möglich zu machen:


Langlaufloipe in Lermoos am 10. Jänner(c) https://www.facebook.com/der.tirol.blog

"Künstliche" Beschneiung (c) https://www.facebook.com/daniel.haas

Rückblick:

Die anhaltend häufigen Südföhn- und Südstaulagen schlagen sich eindeutig in der Bilanz nieder:

Niederschlagsmengen 1.12.2013 -13.1.2014 (in Klammer die Vergleichszahlen zur selben Periode im vergangenen Winter):

Reutte 21 mm (186 mm 2012/13)
Seefeld 42 mm (250 mm)
Innsbruck 26 mm (120-130 mm)
Kufstein 30 mm (230 mm)
Lienz 126 mm (25 mm)

Änderung? Änderung!

Allem Anschein nach sorgt morgen Dienstag und am Mittwoch (wieder) ein Italientief für Regen und Schnee. Einmal mehr bekommt Osttirol die größte Menge ab (tw. wieder 50 cm?), in Nordtirol fallen zumindest oberhalb von 1000 m ein paar Zentimeter Neuschnee. Im Inntal wird es knapp, die Kaltluft kommt erst in der Nacht auf Mittwoch, eben erst wenn die Intensität weniger wird. Zumindest zwischen Kufstein und Kitzbühel wird es ein wenig schneien.


Das europäische Modell bietet diese Lösung an (Nschl.menge bis Mittwochmittag) - Quelle: ECMWF/UBIMET


Das amerikanische Modell bietet diese Lösung an (Nschl.menge bis Mittwochmittag) - Quelle: UBIMET


Beliebte Posts aus diesem Blog

Ophelia - ein Hurrikan auf Abwegen

Das hat uns Europäern gerade noch gefehlt. Ein Hurrikan auf 'unserem' Territorium? Selbst als Meteorologe (der ja so einiges gewohnt ist), saß man in den letzten Tagen wie gebannt vor den Modellen, den Satellitenbildern und vor diversen Social-Media-Kanälen. Das was sich da entwickelte, gab es noch nie zuvor (zumindest seit wir eben diese Wirbelstürme dokumentieren und das sind schon ca. 150 Jahre).
Im Atlantik bildete sich ein Hurrikan, an sich nichts ungewöhnliches. Atypisch war aber die Genese (Teifdruckentwicklung) durch einen Kaltluftvorstoß im Zuge eines höhenkalten Tiefs der Polarfront - (siehe FB-Posting von Rund ums Wetter unten). Jedenfalls enstand dieser Hurrikan so weit östlich wie noch nie. Er erreichte am 12. Oktober Kategorie 2 (Saffir-Simpson Skala: mehr als 154 km/h) und schließlich südlich der Azoren völlig unerwartet noch Kategorie 3 (=major hurricane).
Was an diesem Vorgang gleichsam ungewöhnlich wie unerwartet war? Nun, als Voraussetzung für die Entwicklu…

Was Mariä Lichtmess mit dem Murmeltiertag am Hut hat

Mariä Lichtmess ist - wie andere auch - ein wichtiger Lostag für die Landwirtschaft. Der 2. Februar war früher wichtiger ein Tag des Brauchtums und der Beginn des Bauernjahres. Daher hat man die Witterung (sprich das Wetter um dieses Datum herum) immer genau beobachtet. Das Wetter an diesem Tag soll ein Wegweiser für die kommenden Wochen sein. Nun, es sind mehrere Regeln zu diesem Datum überliefert, die alle einen wahren Kern haben, da sie sich auf die Erhaltungsneigung von Wetterlagen in Mitteleuropa, die über mehrere Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhundert, beobachtet wurden, beziehen. Ein Spruch zu diesem Tag ist:
Ist’s an Lichtmess hell und rein,
wird ein langer Winter sein.
Wenn es aber stürmt und schneit,
ist der Frühling nicht mehr weit.



Diese Regel besagt, dass der Winter länger bestehen bleibt, wenn es zu Lichtmess hell und rein (klar und sonnig) ist. Der meteorologische Hintergrund ist jener, dass stabiles Hochdruckwetter vorherrscht, das für sonnige Verhältnisse sorgt. …

So schön kann Winter sein

Wenn jeder noch so kleine Hügel in Innsbruck und Umgebung zum Spaß für die ganze Familie wird und man nur noch Ski, Rodeln und Boards sieht ist der Winter angekommen. Ordentliche Schneefälle vom 4. bis zum 9. Jänner haben zu einer 30 bis 40 cm Schneedecke im Inntal geführt, auch auf der Seegrube liegen inzwischen ca. 100 cm Schnee. Anbei ein paar Eindrücke von Tag nach den Schneefällen sowie ein paar Zahlen.




Schneehöhen vom 9. Jänner 7:00 MEZ (DWD, ZAMG)

Zugspitze 180 cm
Sonnblick 164
Pitztaler Gletscher 137
Galzig 107
Warth 60
Langen 49
St.Anton 45
Seefeld 42
Innsbruck 37
Kufstein 37
Obergurgl 35
Mayrhofen 31
Landeck 16