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Auf dem Weg zum kältesten Jänner seit 30 Jahren

Wie auf der Postkarte präsentierten sich die Nordalpen (hier das Wettersteingebirge) im Jänner 2017. Die Schneedecke war zwar nicht mächtig, aber sie hielt sich über drei Wochen hinweg oder groß zu schmelzen (alpen.wetter)
Eiseskälte, gefrorene Seen und Schneechaos. Oder eigentlich richtiger Winter. Zunächst hat er sich ja ordentlich Zeit gelassen - bis zum Neujahrsspringen. Die stürmischen Föhnböen aus dem Westen kündigten den Wetterumschwung an. So gab es am Dreikönigstag die erste zählbare Schneemenge im Jänner - ein rekordverdächtig später Termin. Dafür schneite es gleich einmal ordentlich, immerhin 37 cm Schnee lagen am Innsbrucker Flughafen am 9. Jänner. Das nächste Schneefallereignis gab es dann gleich ein paar Tage später, am 12./13. Jänner fielen in Innsbruck wieder 20 bis 40 cm Schnee - auf der Seegrube lagen am Morgen des 14. Jänner 123 cm. Danach kam bis Ende des Monats eigentlich nichts mehr - bis auf etwas Schneegeflöckel aus dem Hochnebel - und dennoch: die 67 cm Neuschnee bedeuten in dieser Beziehung den schneereichsten Jänner seit 35 Jahren, wie wetterblog.at erörtert hat.
Außerdem gibt es seit dem 6. Jänner eine durchgehende Schneedecke, die jetzt auch schon 20 Tage gehalten hat. Und warum? Weil die Zufuhr von Kaltluft aus Osten / Nordosten nicht nach gelassen hat. Teilweise ist die kontinentale Kaltluft weit bis in den Süden vorgedrungen (massiver Schneefall in Mittelitalien, der Türkei und Griechenland - seltener Schneefall in Algerien oder Südspanien). In den Alpen dominierte in der zweiten Jännerhälfte der Hochdruck, mit extremer Kälte in der Nacht und tagsüber viel Sonnenschein (in Summe ca. 130 Stunden Sonne in Innsbruck).
Die mittlere Strömungslage vom 4. bis zum 25. Jänner 2017 in 5.500 km Höhe (Quelle: NCEP / NCAR / NOAA)
Am Ende kann man diese Zusammenhänge an der Mitteltemperatur für Innsbruck ablesen. Betrachtet man die Mittelwerte der letzten 35 Jahre, so gab es eigentlich nur vier Jännermonate, die ähnlich kalt oder kälter waren wie der heurige: 1981, 1985, 1987 und 2006. Der Jännermittelwert (1981-2010) liegt bei -1,0 Grad, also ist der heurige Jänner mit einem Mittel von -3,9 Grad (Stand 26.1.2017) um fast 3 Grad zu kalt. Im Moment liegen also der Jänner 2017 und der Jänner 2006 beinahe gleichauf, erst am Ende des Monats wird sich entscheiden welcher der beiden die Nase "vorne" hat. #Update: Auch am Ende des Monats hat sich nichts daran geändert, der Mittelwert blieb bei -3,9 Grad. Der Jänner 2006 war also mit -4,1 Grad im Mittel um 0,2 Grad kälter.

Die Mittelwerte für die Lufttemperatur an der Station Innsbruck-Universität von 1981 bis 2017. Der heurige Jännerwert stammt zwar vom 26.1.2017, ist aber auch der endgültige. Damit ist der Jänner 2017 (-3,9 Grad) der fünftkälteste in dieser Messperiode und immerhin der kälteste Jännermonat seit 2006, das relativ warme Finish hat am Ende den Mittelwert noch deutlich gehoben (Credits: alpen.wetter (Grafik), ZAMG/Stadt Innsbruck (Werte)).
Zapfig: Bis heute (27.) gab es 13 Tage, an denen das Quecksilber an der Station Innsbruck-Universität nicht über die Nullgradmarke gestiegen ist. In der Meteorologie spricht man in dem Fall von einem Eistag. In den gesamten letzten drei Jahren gab es insgesamt nur elf dieser Eistage (alpen.wetter)

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