Direkt zum Hauptbereich

Herbstwetter

An sich haben die "Übergangsmonate" spannendes Wetter zu bieten. Rascher Wechsel von Nord- auf Südströmung, Föhn, Kaltfronten, erster Schnee ... Und nicht jeder hat die Möglichkeit sich die Welt von der anderen Seite anzusehen ;-)

Nun ist das alles schon in dieser ersten Herbstwoche (im meteorologischen Sinn!) passiert! Nordföhn mit stürmischen Böen (Montag, 30.8.), Schnee bis auf 1000 m (Hochfilzen 31. August), Gewitter (3.+4. September), ...

Die Okklusion mitsamt Kaltluft rüttelte arg an den Sommerseele, im Nu waren die Gedanken an den kommenden Winter da (siehe Bilder im letzten Blogeintrag).

Bemerkenswert ist der Stationsverlauf von Hochfilzen (960 m - Biathlon und Langlaufmetropole im Kitzbüheler Raum) . An den letzten beiden Augusttagen fielen knapp 70 Liter pro Quadratmeter also beinahe soviel wie durchschnittlich im ganzen August. Einhergehend mit der Kaltluftadvektion (beinahe schon frostig) fegte böiger Wind über die Kitzbüheler Alpen.

Abb.1: Stationsverlauf Hochfilzen (960 m) vom 29.08. bis zum 05.09.2010

Ein recht ähnlicher Verlauf der Meteo-Parameter liefert die Station in Seefeld (das Langlaufparadies im Raum Innsbruck auf 1180 m). Der Kaltfrontdurchgang (schön zu sehen der Knick im Druckverlauf am Montag) brachte nur ein unergiebige Schauer. Tags darauf folgte die Okklusion, die schön über die angesammelte Kaltluft gleiten konnte. Hier fielen im Vergleich zu Hochfilzen nur etwa 60 mm innert 48 Stunden, aber die Staueffekte sind hier auch geringer ... Die weiteren Tage verliefen zunächst einstellig (Dienstag), aber zunehmend wärmer und trocken. Vor allem am Donnerstag (02.09.) zeigte sich wie stark die Septembersonne noch wirkt!

Abb.2: Stationsverlauf Seefeld (1180 m) vom 29.08. bis zum 05.09.2010

Weniger Auswirkungen auf die Regenmengen hatte die Kaltfront in Innsbruck (leider kein Langlaufzentrum). Schuld war am Montag der Nordföhn, der an der Uni - Station immerhin Böen von 72 km/h fabrizierte. Mit der zweiten Front kamen allerdings auch in Innsbruck große Regenmengen zusammen, etwa 40 Liter waren es von Montagabend bis Dienstagmittag. Danach folgte der altbekannte sinusförmige Verlauf der Temperaturkurve und trockene Tage.

Abb.2: Stationsverlauf Innsbruck (580 m) vom 29.08. bis zum 05.09.2010

Der Einfluss des Tiefs sowie die weiterhin labile Luftmassen waren gute Voraussetzungen für Gewitter am 3. und 4. September. Vor allem in den südlichen Landesteilen waren sie unterwegs, für die Jahreszeit und die Temperaturen (um die 20 Grad) ganz nett.

Abb. 4: Blitze (cloud-cloud sowie cloud-earth) vom 03.09 + 04.09 2010

Wie gehts weiter:

Nach einem meist sonnigen Wochenbeginn wirds zur Wochenmitte wieder turbulent: Am Mittwoch wird der Südföhn wieder ein Thema. Danach kommt (eh klar) eine Kaltfront mir kräftigen Schauern und Gewittern. Nutznießer werden die Einwohner der und Voralpen sein, da wirds am Mittwoch mit 25 Grad so warm wie schon lange nicht ... Der Donnerstag präsentiert sich als klassischer Tag nach der Front: wechselhaft, wolkenverhangen, letzte Schauer und kühl. Am kommenden Wochenende deuten die Modelle Wetterbesserung an: Südwestströmung, Warmluftadvektion. Also stabiler und wärmer.

















Abb. 5.: Temperatur in 1500 m und der Wind in 3000 m - berechnet von GFS für kommenden Mittwoch 12 UTC (GFS-run SUN 2010090512z)


----
Datenquellen:
Stationsverläufe: UBIMET - gemessen von ZAMG und IMGI
Blitzarchiv: UBIMET
Wetterkarten: wetterzentrale.de / GFS

Beliebte Posts aus diesem Blog

Jahresrückblick 2021

  Ein sonniger Herbst entschädigte für einen eher unbeständigen Sommer. Viele geplante Wanderungen konnte man also im September oder gar im Oktober noch nachholen, wie hier im Navistal, Ende September. Das Wetterjahr 2021 geht zu Ende und damit wieder ein Jahr der Extreme. Wieder einmal lagen Schnee- und Wärmerekorde nah beieinander. Trotz Rekordschnee, markanten Spätfrösten, früher Sommerwärme, intensiver Junihitze, sommerlicher Starkregenereignissen und frühem Winterschnee bleibt uns ein wiederkehrendes Element in allen Jahren erhalten. Es war wieder eines der wärmsten Jahre der 255-jährigen Messgeschichte in Österreich.

Schneerekord in Österreich - oder nicht?

  Die Nordalpen versinken in Schnee. Innerhalb von nur 2 Tagen sind lokal über 150 cm Schnee gefallen. Aber ist das nun Rekord?

Jahresrückblick 2019

Schnee, Schnee und noch mehr Schnee gab es im Jänner 2019. Im Bild der Poschenhof am Dreikönigstag oberhalb von Rum auf 900 m In dem Rückblick der ZAMG vor ein paar Tagen konnte man es schon lesen und die letzten Tage des Jahres werden kaum etwas daran geändert haben: Das Jahr 2019 liegt wieder im Spitzenfeld der warmen Jahre, am Ende wird es das drittwärmste Jahr der Messgeschichte sein, örtlich sogar das wärmste seit 1768. Das wärmste Jahr war 2018 (Abweichung +1,8 vom Mittel 1981-2010), gefolgt von 2014 (+1,7) und 2019 ( +1,6 Grad). Danach folgen 2015 (+1,4) und 1994 (+1,2). Von insgesamt 12 Monaten im Jahr 2019 waren 11 wärmer als das Mittel, nur der Mai 2019 war kälter. Der Trend der sehr warmen Jahre setzt sich also unvermindert fort (siehe Grafik unten), besser bekannt als Klimaerwärmung. Abweichung der Jahresmitteltemperatur vom Mittel 1901-2000. Rot markiert sind zu warme Jahre, blau entsprechend zu kalte Jahre. Die schwarze Linie ist die Trendlinie. In der gesamten M...