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Wärme durch Nordföhn

Nach 8 hochdruckbedingten Strahlungstagen und einigen Top-Drei-Plätzen in dem Ranking der wärmsten Orte Österreichs war es genau der erste überwiegend bedeckte Tag (Samstag, 15.3.), der Innsbruck (Uni) zum "Hitzepol" des Landes reichte.

Nordföhn in Innsbruck - (C) alpen.wetter


Schuld dran war der um die Mittagszeit durchbrechende Nordföhn (Tmax 17,8), am Flughafen wurden am Abend schließlich Böen von 90 km/h gemessen.

Die luvseitigen Stationen erreichten 15,8 (Hochzirl ÖBB, 923 m), 12,4 (Seefeld, 1182 m - nicht ganz repräsentativ) und -4,7 Grad (Zugspitze, 2960 m). Ein Grad fehlte somit zur Durchmischung mit der Zugspitze, das heißt die herabgemischte Luft kam aus einer tiefer gelegenen Luftschicht.

Da helfen die Stationen des Lawinenwarndienstes mit ihrem noch feinmaschigerem Netz im Hochgebirge Licht ins Dunkel zu bringen.
Die Rosshütte (1745 m) oberhalb von Seefeld: Samstagmittag 6 Grad, danach mit der Drehung des Windes von W auf NW (fx 47 km/h) langsam Abkühlung auf 0 Grad (20 Uhr).
Die Gehrenspitze (2350 m), noch weiter im Luv gelegen (Wettersteingebirge) zeigt die Abkühlung etwas früher, bereits am Nachmittag um 15 Uhr kam hier die Kaltluft an (von +1 auf -2), bei Böen um 65 km/h.
Die Hohe Munde (2585 m) lag den ganzen Tag über im Dauerfrostbereich, maximal wurden -1 Grad erreicht, ab etwa 13 Uhr ging dort die Temperatur auf -6 Grad zurück. Bei einer Durchmischung mit dem Inntal, wären in der Landeshauptstadt also knapp 19 Grad gemessen worden.

Das zeigt also, dass die Luft etwa aus dem Niveau der Rosshütte (6 Grad, 1750 m) ins Inntal abgesunken ist, sich trockenadiabatisch erwärmt hat und für die knapp 18 Grad gesorgt hat. Nach der thermischen Durchmischung um die Mittagszeit traten erwartungsgemäß die stärksten Böen um 18 Uhr MEZ auf (aber auch nur am exponierten Flughafen).

Geopotential und Wind für 500 hPa - Quelle UBIMET /ECMWF
Orkanartige Böen im Flachland

Stauwolken im Norden, dazu Leewellen. Die Wolken haben sich am Nachmittag dann noch im Osten und über den Tälern des Westens gelichtet (Quelle: Eumetsat, UBIMET, 16.3. 9 UTC)

Höchstwerte Sonntag (14h): Im Sonnigen und milden Süden bis zu 22 Grad (Pörtschach und Ferlach auf 450 m) -> Durchmischung mit Sonnblick (3105 m, -5 Grad), in den Nordstauregionen zwischen 6 und 8 Grad. Hier greift die Schweizer Föhntheorie (Datenquelle: UBIMET)


Bedingt durch die Druckunterschiede zwischen Hoch (1040) und Tief (960) traf eine stürmische Nordwestströmung auf die Alpen. In Folge kam es am Sonntag, 16. März zu einigen orkanartigen und Orkanböen. Quelle: UBIMET


Kräftigste 24h-Böen - Stand 16.3. 14:00
Bad Vöslau (233 m, ACG): 141 km/h
Feuerkogel (1618 m, ZAMG) 137 km/h
Buchberg (467 m, ZAMG): 133 km/h
Wolfsberg-Klippitztörl (1795 m, UBIMET): 125 km/h
Turnau (782 m, UBIMET): 123 km/h

Weitere bemerkenswerte Böen:
Wien - Jubiläumswarte (449 m): 119 km/h
Wien - Unterlaa (201 m): 119 km/h
...
Retz (320 m) 112 km/h
Wiener Neustadt (285 m)104 km/h
St. Pölten (273 m) 97 km/h
Eisenstadt (184 m) 94 km/h
...

Bedeutung:
Sturm: größer 75 km/h
Schwere Sturmböen: größer 89 km/h
Orkanartige Böen: größer 103 km/h
Orkan: Böen größer 117 km/h

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