Direkt zum Hauptbereich

Die Krux mit dem NAO

NAO, das ist die Nordatlantische Oszillation, die unser Wetter hier in Mitteleuropa maßgeblich bestimmt. Sie wird als Index angegeben und ist nichts anderes als Maß für die Druckverhältnisse über dem Atlantik (Islandtief - Azorenhoch).


Abweichung zum mittlere Luftdruck auf Meeresniveau in den letzten drei Monaten - Nordhemisphäre (Quelle: NOAA)
Die Säulen zeigen die Abweichung der Wintertemperaturen (Dezember-März) in Zürich gegenüber der Referenzperiode 1961-1990. In rot sind jeweils die Winter eingefärbt, welche durch eine positive NAO und AO geprägt wurden. In blau Winter mit einer negativen NAO und AO. Graue Säulen zeigen Winter ohne vorherrschende Oszillationen (Quelle: http://klimaneutral.wordpress.com/2014/02/)


Negativer Index
Ist das Azorenhoch kaum ausgeprägt und herrscht über dem Nordatlantik eher höherer Luftdruck als im Mittel, dann gelangen vermehrt kalte Luftmassen nach Europa. Das bedingt eine kühlere Witterung als im Mittel, dazu kann es je nach Zugbahn von Tiefs auch mehr Niederschlag geben - besonders nördlich der Alpen (Winter 2012/13). Südföhn bleibt aus, auf der Gegenseite sind Kältehochs vom Kontinent her wahrscheinlicher.

Abweichung des Luftdrucks auf Meeresniveau vom Mittel 1981-2010 (Dez.2012-Feb.2013)
Abweichung der Temperatur auf 850 hPa-Niveau vom Mittel 1981-2010 (Dez.2012-Feb.2013)


Abweichung der Feuchte auf 850 hPa-Niveau vom Mittel 1981-2010 (Dez.2012-Feb.2013)

Positiver Index
Wenn aber, wie in diesem Winter, der Index sehr gut ausgeprägt ist, dann herrscht eine milde West- bis Südwestströmung vor. Die Tiefdrucktätigkeit über dem Ostatlantik wird angekurbelt, verstärkt durch die Kaltluftzufuhr über Neufundland/Kanada.

Die Folgen:
*) Sturmtiefs auf den britischen Inseln
*) milde Witterung in weiten Teilen Europas
*) Bildung von Genua- und Adriatiefs
*) sehr nass auf der Alpensüdseite - sehr trocken auf der Alpennordseite
*) überdurchschnittlich viele Föhntage

Abweichung des Luftdrucks auf Meeresniveau vom Mittel 1981-2010 (Dez.2013-Feb.2014)




Abweichung der Feuchte auf 850 hPa - Niveau vom Mittel 1981-2010 (Dez.2013-Feb.2014)
Abweichung der Temperatur auf 850 hPa - Niveau vom Mittel 1981-2010 (Dez.2013-Feb.2014)


Ausblick

Was kommt nun? Ein sehr alter Bekannter (Mitte Dezember 2013). Ab Donnerstag, 6. März verstärkt sich über dem Europäischem Kontinent der Hochdruckeinfluss. Vom Ostatlantik bis nach Russland erstreckt sich eine breite Hochdruckbrücke. Dabei wird es zwar nicht wärmer als 15 Grad, aber man kann mit einigen Sonnenstunden rechnen.

Vom EC berechnete Niederschlagssummen bis Sonntag 16. März (Quelle: UBIMET / ECMWF)


---
Hinweis: Alle Plots auf Datengrundlage der NOAA: http://www.esrl.noaa.gov

Beliebte Posts aus diesem Blog

Jahresrückblick 2021

  Ein sonniger Herbst entschädigte für einen eher unbeständigen Sommer. Viele geplante Wanderungen konnte man also im September oder gar im Oktober noch nachholen, wie hier im Navistal, Ende September. Das Wetterjahr 2021 geht zu Ende und damit wieder ein Jahr der Extreme. Wieder einmal lagen Schnee- und Wärmerekorde nah beieinander. Trotz Rekordschnee, markanten Spätfrösten, früher Sommerwärme, intensiver Junihitze, sommerlicher Starkregenereignissen und frühem Winterschnee bleibt uns ein wiederkehrendes Element in allen Jahren erhalten. Es war wieder eines der wärmsten Jahre der 255-jährigen Messgeschichte in Österreich.

Schneerekord in Österreich - oder nicht?

  Die Nordalpen versinken in Schnee. Innerhalb von nur 2 Tagen sind lokal über 150 cm Schnee gefallen. Aber ist das nun Rekord?

Jahresrückblick 2019

Schnee, Schnee und noch mehr Schnee gab es im Jänner 2019. Im Bild der Poschenhof am Dreikönigstag oberhalb von Rum auf 900 m In dem Rückblick der ZAMG vor ein paar Tagen konnte man es schon lesen und die letzten Tage des Jahres werden kaum etwas daran geändert haben: Das Jahr 2019 liegt wieder im Spitzenfeld der warmen Jahre, am Ende wird es das drittwärmste Jahr der Messgeschichte sein, örtlich sogar das wärmste seit 1768. Das wärmste Jahr war 2018 (Abweichung +1,8 vom Mittel 1981-2010), gefolgt von 2014 (+1,7) und 2019 ( +1,6 Grad). Danach folgen 2015 (+1,4) und 1994 (+1,2). Von insgesamt 12 Monaten im Jahr 2019 waren 11 wärmer als das Mittel, nur der Mai 2019 war kälter. Der Trend der sehr warmen Jahre setzt sich also unvermindert fort (siehe Grafik unten), besser bekannt als Klimaerwärmung. Abweichung der Jahresmitteltemperatur vom Mittel 1901-2000. Rot markiert sind zu warme Jahre, blau entsprechend zu kalte Jahre. Die schwarze Linie ist die Trendlinie. In der gesamten M...