Direkt zum Hauptbereich

Der Februar 2019: sehr sonnig, warm und trocken

Die Schneelage Anfang der Semesterferien: ein Traum. Das Wetter dazu: kaiserlich! Die Luft wurde in den darauffolgenden Tagen noch trockener, Hochnebel bildete sich gar nicht mehr. Mit 171 Sonnenstunden (Innsbruck Uni) gehörte dieser Feber nach 1959 (194 h), 2008 (184 h) und 1949 (178 h) zu den sonnigsten seit Messbeginn 1906 (Foto: alpen.wetter.)

Nach dem besonders nördlich des Alpenhauptkamms sehr nassen und schneereichen Jänner 2019 begann der Februar gleich mit einer Scheeladung für den Süden. In Südtirol, Osttirol und Oberkärnten fiel innerhalb von drei Tagen jede Menge Schnee und es war dort nach wochenlanger Trockenheit das größte Niederschlagsereignis seit Oktober. In Südtirol fiel am 01. Februar außergewöhnlich viel Schnee, 65 cm waren es in Summe in Sterzing und 50 cm am Ritten. Selbst in Bozen waren es 10 cm, eine Menge, die dort nur alle 5 Jahre vorkommt.
Nördlich der Alpen summierte sich während dieses Ereignisses kaum Schnee oder Regen und auch sonst war es hier mit den großen Schneemassen erstmals vorbei. Während der wenigen Kaltfrontpassagen (7./8. und 11.) schneite es kaum, es dominierte in diesem Monat Februar meist der Hochdruck (4.-8. und dann sogar 13.-28.).

Trockene Luft und großartige Weitsicht gab es über mehrere Tage zur Monatsmitte (Foto: alpen.wetter. Vom Sattelberg aus mit Blick Richtung Wipptal und Nordkette)
Durch die warmen Tage (besonders während der Südföhnphase am 9. und 10.) ging es der anfangs noch ansehnlichen Schneedecke im Inntal schon deutlich an den Kragen. Am 1. Februar war die Schneedecke in Innsbruck noch stolze 33 cm hoch, am 9. Februar hingegen nur noch 13 cm und etwa ab dem 16. gab es nur noch Schneereste. Zwar war die Luft recht trocken und die Taupunkte weit unter 0 Grad (Sublimation statt Schmelzen), aber die Strahlungsintensität (Ende Feber wie Ende Oktober) und die Anzahl der Sonnenstunden wie gesagt sehr groß.

St Martin in Gnadenwald (875 m) am 24.02: Noch reichlich Schnee vorhanden, durch die trockene Luft und die frostigen Nächte hat er sich hier gut konserviert (Foto: alpen.wetter)
Ende Februar (28.02.) gibt es aufgrund der schneereichen Vorgeschichte im Jänner oberhalb von 1600 m meist noch 200 bis 300 cm Schnee. Unterhalb von 800 m liegt eher wenig bis kein Schnee mehr, außer im Unterland. Hier weist selbst in den Tallagen auf rund 600 m die Schneedecke eine noch imposante Höhe von 70 bis 80 cm auf. In der Festungsstadt Kufstein sind es 44 cm.
Zum Vergleich: letztes Jahr (auch schneereicher Jänner, aber sehr kalter Februar) lagen Ende Februar auf der Seegrube 220-230 cm, 225 cm am Hahnenkamm, 150 cm auf der Schmittenhöhe, 140 cm in Lech, 120 cm in Leutasch, in Obergurgl 110 cm, in Warth, Hintertux, Seefeld, St Anton 95-100 cm und im Inntal noch Reste bis 20 cm.

Schneehöhen am 28.02.2019 (7 MEZ)
Rettenbachferner (2970 m) 400 cm
Zugspitze (BY, 2964 m) 370 cm
Seegrube (T, 1921 m) 297 cm (HD Station), 316 cm (LWD Station)
Rudolfshütte (S, 2320 m) 275 cm
Pitztaler Gletscher (T, 2834 m) 274 cm
Sonnblick (S, 3105 m) 271 cm
Loferer Alm (S, 1620 m) 272 cm
Feuerkogel (OÖ, 1620 m) 265 cm
Hahnenkamm / Reutte (T, 1670 m) 206 cm
Galzig (T, 2080) 192 cm
Schmittenhöhe (S, 1870 m) 188 cm
Lech (V, 1445 m) 156 cm
Hochfilzen (T, 961 m) 137 cm
St Ulrich/Pillersee (T, 868 m) 128 cm
Warth (V, 1490 m) 95 cm
Rax/Seilbahn (NÖ, 1560 m) 90 cm
Oberstdorf (BY, 941 m) 89 cm
Leutasch (T, 1135 m) 89 cm
Kössen (T, 589 m) 88 cm
Langen (V, 1220 m) 85 cm / 75 cm
Seefeld (T, 1182 m) 83 cm
Hintertux (T, 1500 m) 81 cm
Schmirn (T, 1460 m) 78 cm
Obergurgl (T, 1940 m) 72 cm
Kirchdorf (T 636 m) 68 cm
St Anton (T, 1302 m) 67 cm
Kufstein (T, 492 m) 44 cm

Automatische Messung (Quelle: Hydr. Dienst Tirol, LWD Tirol / Vbg / Sbg)
Synop (Quelle: kachelmannwetter.com)

Schneehöhen, ermittelt vom Messnetz des Lawinenwarndienstes Tirol, vom 01. März 2019 09:00. Die Zahlen von der oberen Tabelle spiegeln sich hier logischerweise wider. Am meisten Schnee (200 bis 300 cm und mehr) liegt zwar in der Westhälfte Tirols, dafür liegt im Osten in Tallagen noch mehr Schnee (Quelle: LWD Tirol)

Klimagrafiken: Abweichung von Temperatur und Niederschlag

Nach den ganzen Meldungen über Schnee, Sonne und Regen kommen wir am Ende doch noch zur Temperatur. Neben Hochdruckwetter gab es am Monatsende (28.02.) unter Westföhneinfluss  verbreitet neue unglaubliche Monatsrekorde in ganz Österreich. 24,2 °C in Güssing und Deutschlandsberg waren die Spitzenreiter, aber auch die 21,5 °C in Innsbruck bedeuteten einen neuen Bundesland- und Stationsrekord. So warm war es seit Beginn der Messungen vor knapp 240 Jahren noch nie.
Da passt es gut ins Bild, dass der Februar 2019 am Ende im Schnitt mit +3,0 Grad
(ZAMG Spartacus) Abweichung in die Klimabilanz eingeht. Ähnlich warm waren auch die Februar-Monate 2014, 2016 und 2017.

Die größten Abweihungen vom Klimamittel gab es auf den Bergen, besonders in der zweiten Monatshälfte domnierten in der Höhe die warmen Luftmassen (mit Abweichungen von 10 bis 15 Grad vom Mittel). Am geringsten waren die Abweichungen in den schneebedeckten inneralpinen Tälern vom Pinzgau bis ins Ennstal (Quelle: ZAMG)


Das eine Niederschlagsereignis zu Beginn des Monats brachte den meisten Niederschlag, somit war es vom Brenner- bis zum Loiblpass überdurchschnittlich nass. Ansonsten sorgte sonniges und warmes Hochdruckwetter für Trockenheit (Quelle: ZAMG)

Beliebte Posts aus diesem Blog

Jahresrückblick 2021

  Ein sonniger Herbst entschädigte für einen eher unbeständigen Sommer. Viele geplante Wanderungen konnte man also im September oder gar im Oktober noch nachholen, wie hier im Navistal, Ende September. Das Wetterjahr 2021 geht zu Ende und damit wieder ein Jahr der Extreme. Wieder einmal lagen Schnee- und Wärmerekorde nah beieinander. Trotz Rekordschnee, markanten Spätfrösten, früher Sommerwärme, intensiver Junihitze, sommerlicher Starkregenereignissen und frühem Winterschnee bleibt uns ein wiederkehrendes Element in allen Jahren erhalten. Es war wieder eines der wärmsten Jahre der 255-jährigen Messgeschichte in Österreich.

Schneerekord in Österreich - oder nicht?

  Die Nordalpen versinken in Schnee. Innerhalb von nur 2 Tagen sind lokal über 150 cm Schnee gefallen. Aber ist das nun Rekord?

Jahresrückblick 2019

Schnee, Schnee und noch mehr Schnee gab es im Jänner 2019. Im Bild der Poschenhof am Dreikönigstag oberhalb von Rum auf 900 m In dem Rückblick der ZAMG vor ein paar Tagen konnte man es schon lesen und die letzten Tage des Jahres werden kaum etwas daran geändert haben: Das Jahr 2019 liegt wieder im Spitzenfeld der warmen Jahre, am Ende wird es das drittwärmste Jahr der Messgeschichte sein, örtlich sogar das wärmste seit 1768. Das wärmste Jahr war 2018 (Abweichung +1,8 vom Mittel 1981-2010), gefolgt von 2014 (+1,7) und 2019 ( +1,6 Grad). Danach folgen 2015 (+1,4) und 1994 (+1,2). Von insgesamt 12 Monaten im Jahr 2019 waren 11 wärmer als das Mittel, nur der Mai 2019 war kälter. Der Trend der sehr warmen Jahre setzt sich also unvermindert fort (siehe Grafik unten), besser bekannt als Klimaerwärmung. Abweichung der Jahresmitteltemperatur vom Mittel 1901-2000. Rot markiert sind zu warme Jahre, blau entsprechend zu kalte Jahre. Die schwarze Linie ist die Trendlinie. In der gesamten M...