Direkt zum Hauptbereich

Die aktuelle Schneelage und Aussichten auf (weiße) Weihnachten


Ein wahrer Winterraum: Fieberbrunn am heutigen 15. Dezember 2017 (Quelle: bergfex/fieberbrunn.co)

Die gute Nachricht vorweg: Es hat in Sachen Schnee Mitte Dezember schon deutlicher schlechter ausgesehen. ;-) Wer erinnert sich nicht an die letzten Jahre, an grüne Pisten mit weißem Streifen, an Skifahrer auf schmalem Band und daneben Spaziergänger. Die Schneelage ist heuer also im Vergleich zu den Vorjahren deutlich besser, von Trockenheit oder gar Schneemangel ist keine Spur.

Aktuell liegt auch im Inntal Schnee (wenn auch mit 1 bis 5 cm eine recht dünne Decke), im  Unterland liegt auf derselben Höhe schon deutlich mehr (20 cm). Auf 1.000 m sind es (je nach Region) 15 bis 40 cm, auf 2.000 m 60 bis 180 cm.

Schneehöhen 15.12.2017 11:00 MEZ (Tirol, Auswahl, Quellen: lawis, orf.at)
Rettenbachferner (2.970 m) 185 cm
Pitztaler Gletscher (2850 m) 150 bis 158 cm (zwei Messwerte)
Galzig (2.025 m) 178 cm (neu 22 !)
Seegrube (1.920 m) 101 cm
Obergurgl (1.936 m) 58 cm
Schlicker Alm (1.645 m) 57 cm
Hochfilzen (961 m) 44 cm
Brenner (1.377 m) 43 cm
St. Ulrich/Pillersee (868 m) 41 cm
Seefeld (1.180 m) 39 cm
Schmirn (1.461 m) 31 cm
Kirchdorf (636 m) 23 cm
Neustift (1.001 m) 14 cm
Reutte (853 m) 14 cm
 ...
Innsbruck (580 m) 1 cm


Die Vorausschau auf die kommenden Tage

Wenn Mitte Dezember schon fast überall im heiligen Land Schnee liegt, dann kann man doch damit rechnen, dass es auch am 24. winterlich weiß ist. Kann man? Nun, bis Dienstag kommt noch einiges an Schnee dazu (siehe Vorhersagegrafik unten) und es bleibt auch entsprechend kalt. Am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag tauchen wir tagsüber zwar wieder in den Plusbereich, die Schneedecke sollte bis dahin aber halten. Das große Fragezeichen ist dann genau kurz vor Weihnachten, möglicher Regen könnte der Schneedecke im Tal zusetzen ...

Schneefallprognose von heute Freitag bis Dienstagfrüh. Auf den Bergen ist mit 20 mit 40 cm zu rechnen, in Vorarlberg bis zu 50 cm und mehr. Aber auch für die Täler sieht es mit bis zu 15 cm nicht übel aus (Quelle: bergfex.at/ZAMG)

#Update am 16.12.2017

Es bleibt dabei, dass es in den nächsten Tsgen wieder zu Schneefall kommt. Sowohl das europäische (ersts Bild) als auch das amerikanische (zweites Bild) rechnen bis Dienstag mit 20 mm Neuschnee im Karwendel, rechnet man Staueffekte dazu und die Tatsache, das beide Modelle "das Inntal nicht kennen" kommt man auf wahrscheinlich 30 bis 40 cm. Innsbruck könnte somit zu 10-15 cm Neuschneezuwachs (alle Tage addiert) kommen. Am meisten schneien wird es jedoch im Bregenzerwald, am Arlberg, im Außerfern sowie im Rofan (50-60 cm möglich). Klassischer Nordstau eben! Am Dienstag fällt kaum mehr Schnee und der Mittwoch und Donnerstag verlaufen voraussichtlich trocken und sonnig bei Plusgraden tagsüber. Freitag, Samstag und Sonntag (24.) sind freilich noch etwas weiter weg. Daher dazu im Laufe der kommenden Woche mehr dazu!



Wie ist das mit weißen Weihnachten?

Jedes Jahr steht wieder die Frage im Raum ob es weiße Weihnachten gibt, oder nicht. Somit gibt es "historische" Blogbeiträge zu diesem Thema (hier: 2015, hier: 2016). Die letzten weißen Weihnachten gab es in Innsbruck im Jahr 2011 und das zeigt schon wie selten so ein Ereignis selbst in der Alpenmetropole geworden ist. Reichte es in den Jahren 1951 bis 1982 noch zu einer 77 % Eintrittswahrscheinlichkeit, sind es inzwischen (Auswertung der ZAMG 1983 bis 2015) nicht einmal mehr 50 %.
Das schneereichste Weihnachten in Innsbruck gab es 1961 mit 96 cm (!) Schnee, in den letzten dreißig Jahren war das Maximum im Jahr 2005 mit 30 cm.

Auswertung der Schneedecke für den 24.12. Der Titel ist hier (immer noch) falsch - es wurde 1951-2015 ausgewertet.(Quelle: ZAMG)

Ein Blick auf das Inntal am 16. Dezember 2015, auch zwei Wochen später war es nicht weiß (Quelle: Fotoquelle: https://www.facebook.com/alpineballooning)

Beliebte Posts aus diesem Blog

Jahresrückblick 2021

  Ein sonniger Herbst entschädigte für einen eher unbeständigen Sommer. Viele geplante Wanderungen konnte man also im September oder gar im Oktober noch nachholen, wie hier im Navistal, Ende September. Das Wetterjahr 2021 geht zu Ende und damit wieder ein Jahr der Extreme. Wieder einmal lagen Schnee- und Wärmerekorde nah beieinander. Trotz Rekordschnee, markanten Spätfrösten, früher Sommerwärme, intensiver Junihitze, sommerlicher Starkregenereignissen und frühem Winterschnee bleibt uns ein wiederkehrendes Element in allen Jahren erhalten. Es war wieder eines der wärmsten Jahre der 255-jährigen Messgeschichte in Österreich.

Schneerekord in Österreich - oder nicht?

  Die Nordalpen versinken in Schnee. Innerhalb von nur 2 Tagen sind lokal über 150 cm Schnee gefallen. Aber ist das nun Rekord?

Jahresrückblick 2019

Schnee, Schnee und noch mehr Schnee gab es im Jänner 2019. Im Bild der Poschenhof am Dreikönigstag oberhalb von Rum auf 900 m In dem Rückblick der ZAMG vor ein paar Tagen konnte man es schon lesen und die letzten Tage des Jahres werden kaum etwas daran geändert haben: Das Jahr 2019 liegt wieder im Spitzenfeld der warmen Jahre, am Ende wird es das drittwärmste Jahr der Messgeschichte sein, örtlich sogar das wärmste seit 1768. Das wärmste Jahr war 2018 (Abweichung +1,8 vom Mittel 1981-2010), gefolgt von 2014 (+1,7) und 2019 ( +1,6 Grad). Danach folgen 2015 (+1,4) und 1994 (+1,2). Von insgesamt 12 Monaten im Jahr 2019 waren 11 wärmer als das Mittel, nur der Mai 2019 war kälter. Der Trend der sehr warmen Jahre setzt sich also unvermindert fort (siehe Grafik unten), besser bekannt als Klimaerwärmung. Abweichung der Jahresmitteltemperatur vom Mittel 1901-2000. Rot markiert sind zu warme Jahre, blau entsprechend zu kalte Jahre. Die schwarze Linie ist die Trendlinie. In der gesamten M...