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Wird Weihnachten wieder grün?

Das war noch ein "richtiger" Winter: Die Seegrube und das Inntal im Dezember 2005 (Fotocredit: nordpark.com, Tom Bause in: Innsbruck informiert Jänner 2006)
Es war einer dieser Winter, als in Innsbruck noch alles in Ordnung war. Hilde Zach war Bürgermeisterin und die Planung für die neue Nordkettenbahn sowie die Autobahnabfahrt Mitte abgeschlossen. Bereits seit Mitte November lag in der Landeshauptstadt Schnee, der bis März auch nicht mehr wegtaute. Es war mit 120 Tagen mit Schneedecke einer der schneereichsten und kältesten Winter in den letzten Jahren. Zu Weihnachten lagen am Flughafen und wohl auch im Rest der Stadt 28 cm Schnee.

Von solchen Bedingungen kann man (nicht nur heuer) nur träumen. Auch wenn rein statistisch gesehen nur mehr jedes zweite Jahr zu Weihnachten Schnee liegt (46,9 % - siehe untere Grafik), vor 65 bis 35 Jahren hat es noch anders ausgesehen. Die ZAMG hat ausgewertet, dass es im Zeitraum von 1951 bis 1982 nämlich in 24 Jahren Schnee am 24. Dezember gab, also in fast acht von zehn Fällen (77,4 %).

Anzahl der Tage mit Schnee zu Weihnachten. Ausgewertet wurden die Daten von ZAMG für die Zeiträume 1951 (der Start der täglichen Schneemessung in Österreich) bis 1982 und 1983 bis 2015 (im Titel steht das noch falsch). In allen Landeshauptstädten hat sich die Anzahl dieser Tage beinahe halbiert. Ein Grund liegt in den sehr kalten Wintern der 1960er Jahren und den sehr warmen Wintern (siehe untere Grafik) in den letzten zwei Jahrzehnten. Anders ausgedrückt: 20 Jährige kennen kaum weiße Weihnachten während sich deren Eltern mit "Wehmut" daran erinnern (Quelle: alpenwetter/ZAMG)

Mitteltemperatur Winter (DJF)  für die Station Innsbruck-Universität von 1951 bis 2015 (Quelle: ZAMG)


Wenig winterlich präsentieren sich das Inntal und auch die Berge ringsherum. Am Dritten Adventsonntag liegt nach drei Tagen Trockenheit kein Schnee. Das einzig Weiße ist Kunstschnee (siehe Mutterer Alm im Hintergrund) und die Reste vom Novemberschnee (Nockspitze). Hier sieht man auch klar ein wiederkehrendes Muster der letzten Jahre: Trockenheit im Spätherbst, sprich November und Anfang bis Mitte Dezember aufgrund von stabilen Hochdrucklagen - Foto: alpen.wetter

Viel Sonne, zuletzt meist ausgeglichene Temperaturen und kaum Regen und schon gar kein Schnee. Gerade einmal 1 mm ist im Dezember gefallen, in den letzten 30 Tagen waren es 16 mm (Quelle: ZAMG)

Die Aussichten - wird's noch weiß ?

Die gängigen Wettermodelle gehen von Hochdruckwetter in den nächsten 10 Tagen aus. Heute hatte das GFS erstmals einen Kaltlufttropfen mit Schnee für das Alpenland parat. Dadurch sieht man in der unteren Grafik nun doch so etwas wie einen "Hoffnungsschimmer". Jedoch sind solche Wetterlagen immer mit Vorsicht zu genießen und aus heutiger Sicht kann sich da noch viel ändern...



Das GFS rechnet mit einem Kaltlufttropfen und einer damit verbundenen Tiefdruckentwicklung. Das würde Schneefall für Weihnachten bedeuten. Aber das ist - wie gesagt - nur eine Berechnung. Quelle: wetterzentrale.de


Das ECMWF rechnet am 23.12. noch mit Hochdruckwetter und hat den Kaltluftropfen 2000 km weiter östlich (Quelle: wetterzentrale.de)







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Das Schneeloch

Mit einem Schneeloch kann man mehrere Dinge meinen.

*) Ort mit sehr viel Schnee. Sprich Alpennordseite bei Nordstau oder Arlberg bei Weststau bzw. Karawanken bei Südstau.

*) Ort mit wenig Schnee, also dort wo der Schnee in ein Loch fällt (sprich Leeeffekt) oder wo man sich ein Loch gegraben hat.

So ein zweites Loch ist beispielsweise Innsbruck - bei manchen Wetterlagen.

Aktueller Stand (Morgen des 12.12.2012) des GESAMTSCHNEEs (Quelle:ubimet)
St. Anton: 92 cm
Hochfilzen: 88 cm
Seefeld: 67 cm
Kufstein: 57 cm
Reutte: 55 cm
Kitzbühel: 45 cm
Landeck: 36 cm
Innsbruck: 16 cm 

Grund: aus dem Nordstau der letzten Tage ist in der Hauptstadt deutlich weniger Schnee gefallen, er wurde durch die Nordkette quasi abgefangen.



WEBCAMS vom Morgen des 12.12.2012










HEUTE KALTE NACHT !
Der Wind schläft ein, es klart auf. Die Tiefstwerte gehen somit auf -17 bis -7 Grad zurück, in höher gelegenen Alpentälern und Mulden erwarten wir Temperaturen unter - 20 Grad.

DEZEMBERREKORDE

Österreich
-33,0 Hall / Admont (…

Tragisches Lawinenunglück

Heute Mittag hat sich ein tödliches Lawinenunglück am Sattelberg ereignet. Regelmäßige Leser dieses BLOGs kennen diesen Berg als Messstation des IMGI und daher als oft zitierte Datenquelle. Für viele Sportbegeisterte ist er aber vor allem der erste Tourenberg der Saison: leicht erreichbar, meist schneesicher und einfach zu begehen. Es ist eigentlich undenkbar, dass dort eine Lawine abgeht.

In diesem Fall war der Föhn zumindest mit Schuld an der Tragödie. Im gestrigen zweiten Blogposting erwähnte ich den Föhn der mit 108 km/h Spitze am unweit entfernten Kofel wirksam war. Der Sattelberg weist für heute und gestern Windspitzen bis zu 23,9 m/s (86 km/h) bzw 22,1 m/s (80 km/h) auf. Dadurch wurde das bißchen an Schnee, das gefallen war ziemlich verweht. Am Gipfel des Berges liegen somit praktisch nur mehr Schneereste, während sich hingegen im Luv  der verfrachtete Schnee über den bis dato schlecht verbundenn Triebschnee gelegt hat.

Erwähnung fand dies auch im heutigen Lawinenlagebericht de…

Ungewöhnlich lange Föhnphase

Es war eine sehr intensive Föhnphase, die nun hinter uns liegt. Vom 22. April 12:00 bis zum 26. April 09:00 (MESZ) wehte durchgehend Föhn, also 93 Stunden am Stück. Das ist zumindest für die letzten 10 Jahre ein Rekordwert. Der Föhn ist hier so definiert, dass gleichzeitig im Inntal, im Wipptal (Ellbögen) und am Brenner (Sattelberg) diesselbe potentielle Temperatur vorherrscht (Durschmischung), die Hauptwindrichtung in Innsbruck ist dabei Nebensache.
Denn der Föhn wehte meist aus Süd (Uni-Station), zeitweise aber auch als Rotor aus Nordost bei maximalen Böen bis zu 97 km/h (Flughafen) und 86 km/h an der Uni. 80 km/h waren es in Ellbögen, bis zu 150 km/h am Patscherkofel und bis zu 190 km/h auf der Elferspitze.

Stationsverläufe (Quelle: lawis.at)




Der Zusammenbruch Abgelöst wurde der Föhn - wie so oft - durch eine markante Kaltfront aus Westen. Der Föhn hielt dabei besonders im Innsbrucker Raum lange gegen den Niederschlag an. Die Temperaturverteilung war über ganz Österreich gesehen r…