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Veni, vidi, vici, ...

# ein update vom 22.10.2013 mit Daten + Zahlen + Grafiken gibt's inner- und unterhalb des bestehenden Artikels #

Auf knapp 5 cm brachte es diese Messung der Schneedecke Donnerstagnacht in Rum / Innsbruck (c) alpen.wetter

Die Kaltfront. Sie kam. Sah. Und siegte. In Verbindung mit der umwerfenden Tiefdruckentwicklung über Norditalien und dem damit verbundenen Aufgleiten kam es zu

*) großen Niederschlagmengen (in Tirol verbreitet 15 bis 45 mm, Stand 11.10. 1:00) #update 25 - 70 mm (11.10. 8:30)#
*) einer markanten Temperaturspanne in Österreich (nachmittags 0 Grad im Westen, 20 Grad im Osten)
*) einer markanten Abkühlung im Westen (teilweise Temperatursturz von 15 Grad)
*) ungewöhnlich großen Neuschneemengen bis zu Morgen des 11.10. Für die Jahreszeit unfassbare 10 cm im Raum Ibk, 23 cm in Hochzirl, 35 cm am Brenner, 45 cm in Obergurgl, 50 cm in Seefeld. Laut Fotos und Meldungen ca. 50 cm in den Mittelgebirgslagen um Ibk (Grinzens bis Mutters, Igls bis Rinn) und im Wipptal (Matrei bis Ellbögen / Patsch) und im Stubaital (Neustift, Mieders, Fulpmes) ... #update 11.10. 8:30#

Die alt-ehrwürdige Uni-Station illustriert das aktuelle Wetter wieder einmal am besten. Frontdurchgang um 14 z (schöner Knick), danach einfließende Kaltluft aus Westen (nicht zu sehen) und mit dem kräftigen Niederschlag (32 mm in 12 h) kam die Abkühlung auf knapp 1 Grad um Mitternacht. (c) IMGI
Anhang zu obigem Text (c) IMGI


ACHENKIRCH


SEEFELD

SEEFELD

Bereits am Nachmittag ist die Schneefallgrenze zunächst im Bregenzerwald und im Außerfern auf 1000 bis 800 m gesunken, dann wurde es auch in Bludenz (575 m) weiß. In Seefeld liegen aktuell (23:30) etwa 15 cm Neuschnee. Bis zum Morgen erhöhte sich die Neuschneemenge auf 50 cm (neuer Rekord für diese Jahreszeit).

Demolierter Alfa in Seefeld (c) zeitungsfoto.at
Niederschlagsmengen (24h) bis Freitag 00:00 bis Freitag 08:00
Kötschach Mauthen (K) 61 mm 102,3 mm
Loibl (K) 54 mm 79,3 mm
Dellach (K) 71,1mm
Böckstein / Tauerntunnel (S) 47 mm 69 mm

Patsch (T) 45 mm 67,5 mm

...
Neustift (T) 35 mm 66,8 mm
Achenkirch (T) 46 mm 63,5 mm
Rinn (T) 40 mm 61,4 mm


Innsbruck - Uni (T) 35 mm 60,7 mm
Seefeld (T) 36 mm 57,4 mm

24h - Niederschlagmengen Tirol und Umgebung. Das Maximum im Stubaital und dem mittleren Inntal bis zum Seefelder Plateau ist beachtlich - das gibt es in dieser Form sehr selten. Der Grund ist in der Konvergenz der (Kalt-)Luftmassen zu finden, die genau in diesem Bereich am stärksten war (Kaltluft vom Seefelder Plateau trifft auf Kaltluft aus dem Unterinntal, darüber gleitet die feucht-wamre Mittelmeerluft aus Süden -- Datenquelle: UBIMET


Höchstwerte Donnerstag, 10.10.
Spital am Pyhrn / Weyer (OÖ) 20,4 Grad
Loosdorf (NÖ) 20,3
St. Pölten (NÖ) 19,5

Nachmittagswerte von 17 h
Innsbruck (T) 8 Grad
Bregenz (V) 4
Bludenz (V) 2
Seefeld (T) 1
Reutte (T) 0

Neuschneemengen Freitag 08:00
Gletscherskigebiete 30 - 60 cm
Seefeld 50 cm
Obergurgl 45 cm
Nauders / Brenner 35 cm
Hochzirl 23 cm
Absam 18 cm (private Messung)
Rum 5 bis 13 cm (private Messung)
Innsbruck: 10 - 20 cm (offizielle + inoffizielle Messungen)

Datrenquelle UBIMET

#update 22.10.2013 #
Aufgrund des massiven Aufgleitens und der Ausbildung einer "virtuellen Topographie" kam es nach Mitternacht nochmals zu heftigem Starkschneefall. Insgesamt fielen im Raum Innsbruck innerhalb von 8 Stunden nochmal 20 bis 25 mm in Form von ergiebigem Nassschnee (in Form von Toastbrotscheiben, Taschentüchern, ...)

Für die Diplomarbeit erstellt: Virtuelle Topographie im Inntal im Fall einer Warmfront aus Nordwesten. Man denke sich in diesem Fall die Warmluft aus Süden (links) über das Inntal gleiten. Die Kaltluft strömte zunächst aus Nordwesten (Seefelder Plateau) und dann vermehrt aus dem Unterland (Kufstein) -- Quelle: Diplomarbeit C.Teutsch, IMGI 2009

Die Auswirkungen auf Natur und Mensch waren natürlich erheblich:
*) etliche umgeknickte (Laub-)bäume
*) 20.000 Haushalte in 51 Gemeinden ohne Strom
*) zahlreiche Unterbrechungen, Sperren und Staus auf Straßen und Bahnlinien
*) enormer Schaden, in Summe geschätzte 2,6 Mio EUR (Quelle: TT)
*) 20 ha Obstflächen vernichtet
*) 20.000 Kubikmeter Schadholz auf 10.000 Hektar geschädigter Waldfläche
*) 1000 Feuerwehrleute, Sicherheitskräfte und Winterdienst-Mitarbeiter im Dauereinsatz

Stimmen:

Insgesamt seien 30 Prozent der gesamten Obstfläche in Tirol vom plötzlichen Wintereinbruch in Mitleidenschaft gezogen worden. In erster Linie handle es sich um Apfelplantagen im Raum Innsbruck. Obmann des Vereins „Tirol Obst“ in der Landwirtschaftskammer, LAbg. Hermann Kuenz

Der Neuschnee hat uns mit aller Härte getroffen, zahlreiche Sachschäden aber auch Schäden an Bäumen sind entstanden. Innsbrucker Bürgermeisterin, Christine Oppitz-Plörer

Die Ursache für die großen Schäden ist das Gewicht des Schnees, welcher auf Grund des noch vorhandenen Laubes auf den Bäumen blieb. Amtsleiter Thomas Klinger (Grünanlagen)



Impressionen:

FULPMES (Quelle: TT, Anna Stralek)

HALL (Quelle: TT, Thomas Rubatscher)

IGLS (Quelle: TT, Wolfgang Arthofer)

INNSBRUCK (Quelle: TT, Margit Holzmann)

SISTRANS (Quelle: TT, Ronald Staerz)
Knapp 15 cm in Rum (Quelle: alpen.wetter)

RUM (Quelle: alpen.wetter)
 
Besuch von der Schneemannfamilie (Quelle: alpen.wetter)


Niedergedrückte Maisfelder in Rum/Innsbruck 3 Tage nach dem Schneefall (Quelle: alpen.wetter)

Klimastatisik
Hauptsächlich gibt es für Innsbruck sinnvoll verwertbare Schneeaufzeichnungen. Wintereinbrüche sind für den Monat Oktober an sich nichts außergewöhnlich, allerdings ist er in dieser Heftigkeit etwas besonderes. Die Statistik sagt, dass um diese Jahreszeit (11. Oktober) das letzte Mal 1980 in Innsbruck Schnee gemessen wurde (aber nur 1 cm). Ein ähnliches Ereignis fand in der Kindheit unserer Großeltern statt: am 7. Oktober 1936 findet sich in den Klimatagebüchern ein ähnliches Ereignis (5 cm in Innsbruck). In anderen, höher gelegen Regionen Tirols (Reutte) gibt es allerdings alles 3 bis 5 Jahre ein solches Ereignis (Quelle: ZAMG /TT).

Links:
Liveticker + Fotos: http://www.tt.com/home/7300537-93/winter-reichte-tirol-eiskalt-die-hand.csp

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Mit einem Schneeloch kann man mehrere Dinge meinen.

*) Ort mit sehr viel Schnee. Sprich Alpennordseite bei Nordstau oder Arlberg bei Weststau bzw. Karawanken bei Südstau.

*) Ort mit wenig Schnee, also dort wo der Schnee in ein Loch fällt (sprich Leeeffekt) oder wo man sich ein Loch gegraben hat.

So ein zweites Loch ist beispielsweise Innsbruck - bei manchen Wetterlagen.

Aktueller Stand (Morgen des 12.12.2012) des GESAMTSCHNEEs (Quelle:ubimet)
St. Anton: 92 cm
Hochfilzen: 88 cm
Seefeld: 67 cm
Kufstein: 57 cm
Reutte: 55 cm
Kitzbühel: 45 cm
Landeck: 36 cm
Innsbruck: 16 cm 

Grund: aus dem Nordstau der letzten Tage ist in der Hauptstadt deutlich weniger Schnee gefallen, er wurde durch die Nordkette quasi abgefangen.



WEBCAMS vom Morgen des 12.12.2012










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