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Wintereinbruch in Neuseeland

Während sich der Sommer in unseren Breiten nun doch ein Stelldichein gibt, herrscht andernorts auf dieser Welt tiefster Winter. Die Bilder, die uns dieser Tage aus Neuseeland erreichen, lassen sogar uns wintererprobte Alpenländler frösteln. Intensive Schneefälle und stürmischer Wind sorgen für chaotische Zustände, so ein Naturereignis hat es in Neuseeland seit langem nicht mehr gegeben.

Durch den hereinbrechenden Schneesturm kam das öffentliche Leben in weiten Teilen Neuseelands zum Erliegen. Viele Schulen, Kindergärten und sogar Universitäten haben geschlossen, es kam auch zu Stromausfällen, die auch die Erdbebenregion rund um Christchurch getroffen hat. 


Beliebtes Fortbewegungsmittel: Mit Skiern am Strand !



Probleme an den Flughäfen: Christchurch, Queenstown und Dunedin mussten wegen der heftigen Schneefälle gesperrt werden.
 
Chaos auch im Nahverker: Zahlreiche Straßen, darunter die wichtigsten Autobahnen, sind oder waren gesperrt
Nur ein paar Zentimeter Schnee ...


Es ist ein bemerkenswertes Wetterereignis, das bereits als “storm of the century” (Sturm des Jahrhunderts) bezeichnet wird. Denn in vielen Teilen Neuseeland schneite es das erste Mal seit Jahrzehnten, die älteren Bewohner in Auckland sahen das erste Mal seit 72 Jahren Schnee in ihrer Metropole des Nordens.  Etwas außerhalb, am Flughafen in Auckland, fiel das letzte mal 1976 Schnee. In der Hauptstadt Wellington schneite es das letzte Mal von 50 Jahren so viel. Aber auch in den bekannten Wintersportorten des Südens gab es wetterbedingtes Chaos, so war Queenstown (Südinsel) zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten.

Wie es dazu kam
Eiskalte Luft antarktischen Ursprungs strömte in den letzten 2 Tagen über den Südpazifik in Richtung Neuseeland und sorgte zunächst auf der Südinsel für einen heftigen Wintereinbruch. Schneefall und frostige Temperaturen sind dort in den Wintermonaten (also Juni, Juli, August) allerdings keine Seltenheit. Am Sonntagabend (Ortszeit), 14.08., setzte mit Durchzug der Kaltfront schließlich auch in der Hauptstadt Wellington Schneefall ein und die Polarluft breitete sich mit stürmischem Südwestwind bis nach Auckland aus.

Dienstagnachmittag (Ortszeit) -schneebedeckte Flächen auf Neuseeland


Noch nie war es dort seit Beginn der Aufzeichnungen (1966) so kalt, das Thermometer erreichte am 15. August in der Metropole des Norden maximal 8,1 Grad. An vielen anderen Orten wurden zwar keine Kälterekorde gebrochen, allerdings war es speziell auf der Nordinsel seit 10 (Napier) bzw. 25 Jahren (Paraparaumu) nicht mehr so kalt. In der Nacht auf Dienstag (Ortszeit), 16.08., gingen die Temperaturen auf bis zu -8 Grad zurück (Waiouru).
Schauerwolken pflanzen sich weiter nach Norden fort - ein Indiz, dass die Luftmassen noch sehr labil sind (relativ warmes Meer, kalte Luft - minus 5 Grad in 850)



Wie es weitergeht
Bis einschließlich Donnerstag, 18.08, wird es in manchen Teilen Neuseelands noch Schneefall geben, auch die Metropolen Christchurch und speziell die Außenbezirke von Wellington sind weiterhin betroffen.  Ein Hochdruckgebiet bringt voraussichtlich am Freitag aus Westen wieder ruhigeres Wetter mit milderen Temperaturen. Bis dahin bleibt eine stabile Omegalage – die wir ja auch aus Europa kennen – wetterbestimmend, nach Neuseeland wird weiterhin kalte Polarluft gebracht.






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Bildquellen:
Fotos: youtube / Russian TV scrrenshots (1,2,3,4)
Satellitenbilder: http://satellite.landcareresearch.co.nz / NOAA (5,6)
GFS-Analyse Südhemisphäre + Vorhersagkarte für Wellington: www.wetterzentrale.de (7, 8)

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