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Ungewöhnliche Hitzewelle für Anfang September


Herbstlich anmutend: die bewaldeten Südhänge der Nordkette, die Ausläufer der Tuxer Alpen und dazwischen das mittlere Inntal von Rum über Hall bis Wattens (Foto: alpen.wetter am 9. September 2016).

Für viele Sonnenhungrige waren die letzten Wochen eine kleine Entschädigung für die eher nassen Monate Mai, Juni und Juli. Ab Mitte August herrschte in Mitteleuropa überwiegend stabiles Hochdruckwetter bei noch hochsommerlichen Werten. Da die Hitzewelle auch noch in den September hineinreichte wurden auch ein paar neue Rekorde - v.a. im Osten Österreichs - aufgestellt. Die erste Septemberhälfte lag österreichweit 3,5 bis 4,0 Grad über dem langjährigen Mittel (Quelle: ZAMG), was einen neuen Monatsrekord ausmachen würde. Freilich kommen nun ein paar kühlere Tage dazu und dieser Rekord wird sich am Ende wahrscheinlich nicht ausgehen.

In Wien waren die letzten 30 Tage in Summe um +3,2 Grad zu warm, dazu war es auch zu trocken. Bei einem Sonnenscheinplus von +40% wurde der Sommer praktisch verlängert. Hinweis: das Temperaturmittel wird hier im Klimaspiegel mit (Tx+Tn)/2 berechnet (Quelle: ZAMG)
Auch in Innsbruck war es mit +3,1 Grad zu warm, bei einem Niederschlagsdefizit von knapp 50% und einem Sonnenplus von 30% (Quelle: ZAMG)
Rekorde

Anzahl der Tage mit 30 Grad: In Gänserndorf und Hohenau an der March gab es in diesem September bislang sieben bzw. sechs Tropentage.

Tropennacht in den Leiser Bergen (NÖ) auf 450 m: Am 12. September ging die Temperatur hier nicht unter 20 Grad - somit war es hier die wärmste Nacht seit 1948.



Großwetterlage


Das Mittel der geopotentiellen Höhe der 500-hPa-Fläche zeigt nichts anderes als die mittlere Strömungslage vom 20. August bis zum 14. September 2016. Südwest- und Mitteleuropa lagen in diesen knapp vier Wochen im Einflussbereich eines ausgeprägten Höhenkeils, am Rande der suptropischen Hochdruckzone. Süditalien und der Balkan befanden sich eher im Bereich niedrigen Geopotentials, was für Tiefdruckeinfluss spricht.
Die Abweichung der 500-hPa-Fläche vom Mittelwert zeigt das erhöhte Geopotential über dem europäischen Kontinent, also quasi den im Vergleich zum Mittel verstärkten Hochdruckeinfluss. Beinahe deckungsgleich ging eine Abweichung der Temperatur (unten zu sehen als Abweichung der 850-hPa-Temperatur, sprich der Temperatur auf ca. 1500 m Höhe) einher. Diese Warmluftblase reicht innerhalb dieses Zeitraums vom Golf von Biskaya bis zu den Karpaten bei einer Abweichung von bis zu +5,0 Grad (Celsius oder Kelvin ist hier, da Absolutwerte, gleichbedeutend) vom langjährigen Mittel (alle Daten berechnet von der NOAA/NCEP).



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