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Vorboten des Frühlings

Die Schneeglöckchen sind schon da (Quelle: alpen.wetter)
Ein Meer von Frühlingsknotenblümen, ein weiterer Frülingsvorbote (Quelle: alpen.wetter)
Auch wenn es heute Nachmittag durch die Warmfront im Raum Innsbruck kurzfristig bis ganz herunter geschneit hat und sogar die Wiesen weiß wurden (Wahnsinn, dabei haben wir Mitte Februar ;-), gibt es dennoch einige Zeichen, dass der Frühling schon gehörig anklopft. Sieht man sich die letzten Wochen im Vergleich an, so fällt auf, dass die Temperatur um 2,5 Grad über dem Mittel liegt (Quelle: ZAMG). Die Temperaturen, die wir seit Ende Jänner erleben passen mehrheitlich eher in den März, wenn nicht sogar in den April. Somit ist es auch kein Wunder, dass die Vegetation wohl ihrer Zeit voraus sein wird in diesem Jahr. Der Schnee fehlt, der Frost fehlt und ... die Wetterlage spricht derzeit auch weniger für Winter.



Die Tagesmitteltemperaturen im eigentlichen "Hochwinter" entsprechen eher den Mittelwerten eines durchschnittlichen März. Westwetterlage sei dank. Dennoch hat es trotz der zu milden Luft immer wieder bis ins Tal geschneit - wenn auch nur kurzzeitig (Quelle: ZAMG)

Mild wird's!

Die Warmfront ist gerade dabei uns zu überqueren und ihr folgt entsprechend die sehr milde Luft. Am Sonntag und Montag ist verbreitet mit zweistelligen Plusgraden zu rechnen, d.h. so im Bereich zwischen 14 und 17 Grad. Auf 2.000 m Höhe bekommen wir es mit +5 bis +7 Grad zu tun und selbst auf 3.000 m mit Plusgraden.

GFS-Modell für Sonntagnachmittag, in 1.500 m gibt's um die +5 Grad. Das heißt massives Tauwetter (Quelle: wetterzentrale.de)

Am Montag wird es nicht besser, es bleibt vorerst noch sehr mild mit +6 auf 1.500 m und womöglich 16, 17 Grad im Inntal (Quelle: wetterzentrale.de)

Nach den sehr milden Tagen kommt das Wetter aber nicht zur Ruhe, ab Dienstag wird es wieder wechselhafter und deutlich kühler. Auf den Bergen kommt inklusive Mittwoch und wohl auch Donnerstag in jedem Fall noch Neuschnee dazu, wie weit herunter es schneien wird ist noch unsicher. Tendenziell geben sich aber die Fronten die Klinke in die Hand und es ist weder ein massiver Kaltluftvorstoß noch stabiles Hochdruckwetter in Sicht. Durch den Atlantik angetrieben bleibt es auch mild.

Die Sache mit der Sonne

Eine andere Sache, die nicht direkt etwas mit dem unmittelbaren Wetter zu tun hat, aber sehr wohl mit dem Frühling, ist die Zunahme der täglichen Sonnenscheindauer. Anfang des Jahres fällt die Sonne ja noch sehr flach ein und im Inntal, das logischerweise von den Bergen abgeschattet wird, sind nur maximal 6,5 Stunden Sonne möglich. Durch die Form der Berge und die Talgeometrie ändert sich bis Ende Jänner nur wenig. Anfang Februar sind es zumindest schon 8 maximale Sonnenstunden während es in Wien schon 9 Stunden sind. Bis Ende Februar nimmt die Tageslänge dann aber um 2 Stunden zu, oder anders gesagt: es wird jeden Tag 4 Minuten länger hell. Dieser "Sprung" ist im Februar und März übers ganze Jahr gesehen am größten.
Dieser alte Vers fasst die täglichen Sonnenstunden zusammen und zeigt die Bedeutung des Lostages Mariä Lichtmess (2. Februar):

Zu Stephanie ein Mückenschritt (26. Dezember)
Zu Neujahr ein Hahnentritt ( 1. Januar)
Zu Dreikönig ein Hirschensprung (6. Januar)
Zu Lichtmess dann schon eine Stund.( 2. Februar)

Ausschnitt aus dem Klimaspiegel für Innsbruck. Die obere hellgraue Kurve gibt die maximale Sonnenstundenanzahl für die Uni-Station an. die untere graue das Mittel und die gelben Balken die tatsächlichen Tageswerte 2016. (Quelle ZAMG, adaptiert von alpen.wetter).
Hilfreich ist diesem Fall der Vergleich einer Webcam in Sistrans, die genau auf die Nordkette blickt. Anfang des Jahres - am 7.Jänner z.B. - sind um 8:10 morgens gerade einmal die Bergspitzen im Sonnenlicht. Eineinhalb Monate später geht zum selben Zeitpunkt bereits an den Südhängen des Inntals die Sonne auf (Hungerburg, Marha-Dörfer, ...).

Sonnenaufgang am 7.Jänner (Quelle:stefanjud.net)

Webcambild am 20. Februar zur selben Zeit (Quelle: stefanjud.net)

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