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Der internationale Frauentag - aus Sicht der Meteorologie

 

Wolken am Himmel

Die Welt braucht Role Models. Und das ist besonders an einem Tag wie heute, dem internationalen Frauentag ersichtlich. Der 8. März aus Sicht der Meteorologie.

Eine persönliche Einschätzung vorweg: Im Studium der Meteorologie der Jahre 2002 bis 2009, also während ich studiert habe, gab es wenige weibliche Studierende. In meinem Jahrgang etwa 10 bis 20 %. Fast eine klassische Quote für Naturwissenschaften. Mathematik, Chemie und Physik haben ähnliche Quoten, Biologie, Psychologie und Medizin allerdings deutlich höhere.)

Werfen wir einen Blick auf die Absolvierenden der Meteorologie später Atmospährenpyhsik in Innsbruck seit 2002.

 Der Frauenanteil bei den Absolvierenden schwankt sehr stark in den letzten 20 Jahren. Zwischen 0 % (Jahr 2005) und 56 % (2015) ist fast alles dabei. Im Mittel der letzten 20 Jahre sind es 28 % bei den Abschlüssen der Studiengänge mit Diplom/Magister (bis 2013) und nachfolgend Master (ab 2011). Der Trend geht leicht bergauf, allerdings ist die Fallzahl sehr gering, sodass ein Trend wenig aussagekräftig ist. 

Das Wetter wird weiblicher

Seit 2002 haben in Innsbruck 345 Personen ihren Abschluss in Meteorologe/Atmosphärenwissenschaften gemacht. Die "neuen" Master (155) haben die "alten" Diplomabschlüsse (149) heuer erstmals überholt. 41 Personen haben in den letzten 22 Jahren promoviert, davon 11 Frauen (27 %).

Mit Diplom und Master haben wir nun aber zwei Gruppen, die man gut vergleichen kann (Stichprobe ca 150 Personen, jeweils 12 Jahre). Der Frauenanteil ist hier immerhin von 23 % auf 28 % gestiegen.

 

Diese Quote von nunmehr fast 30 % ist die Basis für die Frauenanteile in der Arbeitswelt. Viele Absolvierende landen in der Wettervorhersage (TV, Radio, Web, Wetterdienste), viele im IT Bereich (Datenmanagement, Programmierung), in der Klima-, Schnee- und Lawinenforschung (Universitäten, wiss Institute), in staatlichen Einrichtungen (Hydrografisches Amt, Luftgüte, Umweltamt, Weltraumagenturen wie ) oder in der Privatwirtschaft (Energieunternehmen, Windkraft, Wasserkraft, Versicherungen, Consulting).

Generelle Entwicklung der Abschlüsse in Meteorologie

Um ein besseres Gesamtbild der Absolvierenden zu bekommen, habe ich mir die Abschlüsse seit 1987 angesehen, da es für diesen Zeitraum öffentlich verfügbare Daten gibt. Da hat sich einiges getan.

Man kann sagen, dass Meteorologie bis in die frühen 90er Jahren noch sehr "nischig" war und äußerst familiär. Kein Wunder bei etwa 10 Studierenden und weniger als 5 Absolvierenden pro Jahr.

Ab Mitte der 90er Jahren sind die Studierendenzahlen angestiegen und bekamen erst durch die Einführung der Studiengebühren im Oktober 2001 einen kurzzeitigen Dämpfer. Unten sind zwar nur die Abschlüsse dargestellt, aber viele haben das Studium generell ohne Abschluss beendet oder erst später weitergeführt.

Markant ist die Entwicklung ab etwa 2008. Warum? Es war klar, dass bald ein neuer Studienplan (Bologna-Prozess) eingeführt wird. Also haben so viele Studierende wie möglich einen Abschluss mit Magister nach altem Studienplan gemacht. Der Höhepunkt war 2010 mit 28 Diplomabschlüssen.


Anzahl der Absolvierenden in Innsbruck, nach Art des Abschlusses. Quelle ACINN, Auswertung alpen.wetter

Danach trudelte der alte Lehrplan langsam aus. Im Jahr 2013 gab es den letzten Mag.rer.nat am Institut und danach startete das Masterstudium richtig durch. Das Studium wurde noch strukturierter. Über all die Jahre konstant blieb die Anzahl der Doktoratsabschlüsse mit durschnittlich 2 pro Jahr.

Interessant: genau im Jahr 2019, also ein Jahr vor Corona, sieht man ein Minimum bei den Abschlüssen. Ob das mit der niedrigen Geburtenrate in den 2000er jahren zu tun hat?


Disclaimer:

Die Daten stammen alle von der Webseite des Instituts für Meteorologie, jetzt Atmosphären und Krysosphärenwissenschaften. Ältere Daten vor 2002 sind leider nicht brauchbar, da die Namen nicht vollständig dargestellt sind. Daher würde es eine intensivere Suche und Analyse nach Vornamen und somit dem Geschlecht brauchen.

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