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Und plötzlich ging alles ganz schnell. Wintereinbruch im Herbst

Webcambild Serleslifte, Quelle: bergfex.at

So schön kann der Herbst sein. Bunte Blätter, kalte Nächte und erster Schnee. Heuer ging's halt relativ schnell. Bereits Ende September (25./26.) schneite es lokal (Pinzgau) bis auf 500 m herab, danach folgte eine Föhnphase Anfang Oktober (175 km/h am 3.10. am Patscherkofel) mit den bislang letzten Sommertagen. Letzten Samstag (10.) folgte dann der zweite Kaltlufteinbruch. Der Niederschlagsschwerpunkt lag dieses Mal im Süden, durch die Niederschlagsabkühlung fiel bis 500 m herab Schnee (Bad Eisenkappel). Der Dobratsch bei Villach fasste einen halben Meter Neuschnee aus (46 cm), die höchste Oktoberschneedecke seit 40 Jahren

Erster Frost

Die Nacht auf den 14.10. verlief dann vom Außerfern bis nach Osttirol häufig klar, Minima zwischen -7,5 Grad (Obergurgl) und -3,4 Grad (Sillian) waren die Folge. Mit -0,8 Grad am Flughafen und -0,1 Grad gab es auch in der Tiroler Landeshauptstadt den ersten Frost in diesem Herbst. Letztes Jahr wurde der erste Frost in Innsbruck erst Mitte November registriert.


Tagesmittelwerte der Lufttemperatur für Herbst 2020, Patscherkofel 2340 m, Quelle: ZAMG

Tagesmittelwerte der Lufttemperatur für Herbst 2020, Patscherkofel 2340 m, Quelle: ZAMG

Tagesmittelwerte der Lufttemperatur für Herbst 2020, Innsbruck, Quelle: ZAMG
Tagesmittelwerte der Lufttemperatur für Herbst 2020, Innsbruck, Quelle: ZAMG

Stationsverlauf Patscherkofel, Quelle: lawis.at
Stationsverlauf Patscherkofel, Quelle: lawis.at
 

Großwetterlage 25.09.-12.10.2020

Sieht man sich die Großwetterlage vom 25.09. bis zum 12.10. anhand der durchschnittlichen geopotentiellen Höhe auf 500 hPa an, erkennt man das Ausgreifen der markante Tröge vom Nordatlantik bis nach Mitteleuropa, das die Kaltluftvorstöße erst ermöglichte (Abbildung 1). Folglich erkennt man an der Anomalie des Bodendruck eine über weiten Teilen Europas vermehrte Tiefdrucktätigkeit (Abbildung 2). In BeNeLux und Norddeutschland lag der Luftdruck sogar um 8 bis 10 hPa niedriger als im Mittel. Die Folge der Nordwestwetterlage und der vorstoßenden Kaltluft sieht man vor allem an der Temperaturanomalie (Abbildung 3). Ein sehr kaltes Westeuropa (bis zu -4 Grad kälter als im Mittel) steht hier im Gegensatz zum sehr warmen Osteuropa (6 Grad Abweichung in Teilen Finnlands und Russlands). Kühl und nass geht es voraussichtlich bis Samstag (17.10.) weiter.






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