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Radfahren und das Wetter

I want to ride my bicycle ... (Foto: alpen.wetter)

Es muss ja nicht immer ausschließlich Wetter sein. Man kann sich auch einem anderen Lieblingsthema widmen und beides kombinieren: Wetter und Radfahren.

Der Liebe zum treuen Drahtesel ist es geschuldet, dass der Blogger pro Jahr mehr als 2.500 km herunterkurbelt, der gelernte Meteorologe kennt dabei keine Scheu vor den widrigsten Wetterumständen (Kälte, Glatteis, Frost und Schnee). Es gibt umwelttechnisch einfach keine Alternative, CO2-neutraler kann man sich kaum bewegen. Außer zu Fuß natürlich, aber das ist angesichts der zu bewältigenden Kilometer pro Tag (20 km) nicht wirklich sinnvoll.
Nun ist das Fahrrad in all seinen Formen in Tirol ein beliebtes Fortbewegungsmittel. Unzählige MenschInnen radeln auf die Berge und wieder bergab, es gibt zig Radgeschäfte. Große und Kleine. Bikeevents. Downhillkurse. Rennradrennen. Die Rad-WM 2018. Radfahren ist Sport. Aber wird Radfahren auch als tagtägliche Fortbewegung gesehen? Fakt ist: zu viele Alltagswege (unter 4 km) werden trotz aller Begeisterung für das Rad noch mit dem Auto bewältigt, in einer Stadt wie Innsbruck mit etlichen höher gelegenen Siedlungen auch kein Wunder. Und eine willkommene Ausrede. Aber spielt nicht auch das Wetter mit?

Radfahren und das Wetter
Wissenschaftliche Untersuchungen zu dem Thema Radfahren wurden am 10. Radgipfel in einem Vortrag von Prof. Mailer vom Institut für Infrastruktur der Uni Innsbruck gezeigt. Der Zusammenhang zwischen dem Radfahren (bzw. der Frequenz/Häufigkeit) und dem Wetter (mittlere Temperatur und Niederschlagssumme) ist augenscheinlich. Während also zu Spitzenzeiten im Sommer 2.500 bis 3.000 Radler pro Tag am Radweg unterwegs sind (Messpunkt Pradtauerufer, gegenüber der Uni), sind es in den Wintermonaten nur knapp 1.000.

Dabei spielt die Witterung sicher eine entscheidende Rolle, aber auch natürlich die Semesterferien auf den Universitäten. Denn Studierende werden an dieser Messstation in Uni-Nähe sicher einen großen Anteil ausmachen. Der Rückgang der Radfahraktivität in den Monaten Juli, August und teils auch im September hat sicher mehr mit der Abstinenz der Studierenden und der anderen RadlerInnen zu tun (Sommerurlaub) als mit dem "Wetter", das ja an sich gut wäre: große Tageslänge, kein Schnee oder Eis, meist angenehme Temperaturen an den Tagesrandzeiten.


Details:
Nun muss sich der pedantische Meteorologe natürlich die Datenlage noch genauer ansehen und hat diese Radlerwerte noch mit jenen Wetterdaten (z.B. Anzahl der Tage mit Schnee) aus den ZAMG-Klimaberichten der Station Innsbruck-Flughafen abgeglichen. Dadurch lassen sich noch zusätzliche Fragen beantworten: Sind in milden und schneearmen Wintermonaten mehr Radler unterwegs als in kalten? Hat die Schneebedeckung einen Einfluss auf das Radfahrverhalten? Und gibt es ohnehin atypisches Verhalten, sodass geradelt wird, egal wie das Wetter ist?
  • Die fahrradintensivsten Monate sind Juni, Mai und Juli, aber auch manche Oktober- oder Aprilmonate (in dem untersuchten Zeitraum Feb. 2013 - Dez 2016).
  • In nassen Sommermonaten wird gleich viel geradelt wie in trockenen Frühlings- und Herbstmonaten. Erklärung: Schauer und Gewitter gehen meist erst gegen Tagesende nieder und das nehmen viele in Kauf. Außerdem ist die Tageslänge im Sommer größer, Mehrfachfahrten am Tag sind ebenfalls möglich.
  • Die Schneebedeckung macht vor allem im Monat Februar etwas aus. In einem schneereichen Monat sind im Schnitt deutlich unter 1.000 Radler pro Tag unterwegs (2013, 2015) als in milderen, schneeärmeren Monaten (2014, 2016). Auch im Monat März liegt in Innsbruck noch häufig Schnee. Zeigt sich der März winterlich (2013) sind nur rund 1.500 Radler täglich unterwegs, ist es hingegen warm und trocken (2014) sind es fast 1.000 Radler pro Tag mehr.
  • In einem trockenen November (2014) gibt es mehr Fahrradaktivität als in einem nassen August (2014).







Fazit:
Die Witterung hat (nonanet) Auswirkungen auf den Gebrauch des Fahrrads. An der linearen Verteilung Temperatur-Radfahraktivität ist der Zusammenhang am deutlichsten zu erkennen. Denn auch selbst in den feuchten Frühlings- und Sommermonaten sind mehr Radler unterwegs als in trockeneren Wintermonaten. Wobei da auch die Schneebedeckung eine wesentliche Rolle spielt. Es gibt auch Einzefälle - und das kennt man aus Erfahrung - dass er trockene, schnee- und frostfreie sowie milde Novembermonate gibt, in denen man noch super Radeln kann (2014 und 2015).






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