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Hitzerekord: wanken die 40 Grad ?


Brutzeln wie ein Steak.
Ständig hat man als Meteorologe mit der Rekordfrage zu tun. Nach und vor jedem Ereignis ist es hausgemacht, dass die Bevölkerung wissen will wie "normal" dieses Ereignis ist. Im Vergleich zum Klimamittel. Im Vergleich zu langjährigen Reihen. Im Vergleich zum Bundesland. Im Vergleich zur Region.

Die Hitzewelle beschäftigt seit Tagen die Medien, bereits am Montag hat die erste Presseaussendung unsere Rechner in Richtung www verlassen. Aus den damals zur Verfügung stehenden Modellen wurden "schweißtreibende 38 Grad" abgeleitet (HIER im Netz zu finden). Nun, inzwischen gehen die Wettermodelle von bis zu 40 Grad aus. Jener magischen Marke, die hierzulande noch nicht übertroffen wurde. Als Hitzerekord gelten die vor knapp 30 Jahren erreichten 39,7 Grad in Dellach, nahe gekommen sind diesem Wert die 39,5 Grad aus Andau im Juli 2007. HIER habe ich schon einmal etwas zu dem Rekord in Österreich geschrieben. Die TT hat zusätzlich zur aussendung noch Auskünfte geordert:
Heiß, heißer, am heißesten. So lautet kurz zusammengefasst die Wetterprognose bis zum Sonntag. Für das Wochenende kündigen Meteorologen eine Hitzewelle an. Kaum zu glauben, liegen die Temperaturen doch jetzt schon um und über 30 Grad. Doch das beständige Hoch Yasmine dreht ab Freitag den Temperaturregler nochmals nach oben. Bis zu 37 Grad seien am Sonntag möglich, sagt Meteorologe Clemens Teutsch vom Wetterdienst Ubimet. Dass der Tiroler Temperaturrekord vom Juli 1983 in Haiming – 38,3 Grad Celsius – nicht geknackt werden dürfte, ist dabei eher nebensächlich. Verantwortlich für die Hitze sei heiße Luft aus Südwesten, dem Mittelmeerraum und Nordafrika, die ab Freitag nach Tirol ströme. Daher dürfe auch das Tiroler Oberland, besonders der Raum Landeck, Haiming, Imst, auf Top-Platzierungen im Temperaturranking hoffen. Doch auch östlich von Innsbruck dürfte es kaum kühler sein und die Flucht in die Höhe werde nur begrenzt für Abkühlung sorgen, glaubt Teutsch. Die Null-Grad-Grenze steige auf in Tirol unerreichbare 4500 Meter, in 3000 Metern erwarten Alpinisten milde zehn Grad. „Das bekommen natürlich auch die Gletscher zu spüren, wenn sie einige Tage nur schmelzen und nichts dazukommt“, gibt Teutsch zu bedenken

Modellgrundlage
Die gängigen Wettermodelle gehen am Sonntag (15z als Zeitunkt gewählt) von Temperaturen zwischen 23 und 28 Grad für 850 hPa aus, in 700 hPa liegen die Temperaturen bei höchstens 12 Grad. Zweistellig auf 3200 m - die Nullgradgrenze steigt auf unfassbare 4400 m.

EC 00 vom 25. geht von 22 Im Flachland aus - sogar 28-Grad-Inseln sind inneralpin zu sehen. Quelle: UBIMET
Der 12er Lauf vom 25. vergrößert die 28-Grad-Insel sogar noch. Im Inntal wären das bei trockener Durchmischung 38 Grad, der Rekord liegt bei 38,3 Grad in Haiming. Quelle: UBIMET

GFS 12z bestätigt die Hitze mit 23 Grad im Flachland. Quelle: UBIMET
Wie es Manfred Spatzierer in einem Facebook - Post heute so treffend ausdrückte : "Wenn man 23 in 850 hat und so wie die letzten Tage gesehen von voller Durchmischung plus 1, 2 Grad überisentrop in Bodennähe ausgeht (noch dazu den ausgedörrten Boden in Betracht ziehend) kann man, auch wenn es erst einmal unwirklich erscheint, zu nicht viel anderen Ergebnissen als 40 oder 41 kommen." 


Sondenaufstieg vom 24. Juli, Wien. 700 hPa- Temperatur bei 2,6 Grad, 850-Temperatur bei 16,8 Grad, Maximum am Boden Wien um 32 Grad, Andau 34,8 Grad. Am Sonntag ist dann die gesamte Temperaturkurve um 6 Grad nach rechts verschoben. Man kann sich also ausrechnen was dann in Andau möglich wäre.
Hitzecheckliste
Selten waren die Bedingungen also so gut (in den letzten Jahren war ja desöfteren von neuen Hitzerekorden die Rede, der absolute wurde aber nie gebrochen) wie dieses Jahr:
*) Die Böden sind knochentrocken. Bis auf ein paar konvektive Ereignisse ist stellenweise in Österreich seit vier Wochen wenig bis etwas Niederschlag gefallen. Im Seewinkel z.B. sind es zwischen 1 und 8 mm seit dem 25.6. !
*) Die Wärmeenergie der Sonne geht also fast direkt wieder in Erwärmung der Luft - ohne Verdunstungwärme zu verlieren.
*) Die Hitze kommt in Schüben. Zwar haben zwei Kaltfronten für Abkühlung gesorgt, aber nicht nachhaltig (Abkühlung von 35 auf 30 Grad) - die Tiefstwerte steigen bis zum Sonntag noch weiter an.
*) Ursprung der Luft. Wie auf den Wetterkarten zu sehen handelt es sich wieder einmal um eine "Spanish Plume", eine "Hitzewolke", die von Nordafrika her die heiße Luft bringt.
Adleraugen erkennen 12 Grad in 700 hPa. EC 00-Lauf, 25.Juli. Quelle UBIMET


*) Jahreszeit. Der Sonnenstand ist fast immer noch am Maximum, anders als z.B. Ende August
*) Das Fragezeichen: Der föhnige Südwind. Die Höhenströmung dreht auf Süd und es wird föhnig. Das kann in manchen Regionen ein Vorteil für einen Hitzerekord sein (Mostviertel mit Weyer und Waidhofen).

Wetten, dass ...?
Der Vergleich der Wetterberichte von heute macht sicher: nur ein Wetterdienst geht von 40 Grad aus und traut sich auch sie auszuschreiben.

ubimet
Am Sonntag setzt sich das ruhige Wetter fort, die Hitzewelle erreicht ihren Höhepunkt. Meist scheint von früh bis spät die Sonne, höchstens am westlichen Alpenhauptkamm können sich lokale Hitzegewitter entwickeln. Dazu weht im Bergland föhniger Südwind und das Quecksilber klettert auf 32 bis 40 Grad.

orf.at
Höhepunkt der Hitzewelle. 31 bis 39 Grad stehen bevor, selbst in 2000m Höhe 25 Grad! Wo sind die 39 Grad möglich? Vor allem im östlichen Flachland, also in Niederösterreich und im Burgenland. Aber auch in manchen Tälern Westösterreichs, z.B. im Inntal und im Salzachtal wird es rekordverdächtig heiß. Denn die Sonne brennt den ganzen Tag vom Himmel, kaum eine Wolke stellt sich ihr in den Weg. Die Gewittergefahr ist sehr gering. Es wird außerdem noch leicht föhnig.

zamg
Mit einer markanten Südströmung gelangt subtropische Luft in den Alpenraum, zusätzlich ist verbreitet mit anfangs ungetrübtem Sonnenschein zu rechnen. Dies hat außergewöhnliche Tagesmaxima zwischen 32 und 38 Grad. Isoliert können ausgehend vom Bergland teils heftige Gewitter entstehen. Der Wind weht schwach bis mäßig aus Ost bis Süd, am Alpenostrand auch lebhaft. Frühtemperaturen zwischen 17 und 25 Grad. 

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