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Freitag, 2. Dezember 2011

Der November 2011 ist ein REKORDMONAT

Auch wenn in den vergangenen Wochen praktisch kein Wetter stattgefunden hat, so kann (oder muss) man dennoch über diesen Zeitraum hinweg eine Klimabilanz ziehen. Immerhin ging es gestern mit dem meteorologischen Winter los.
Und man kann feststellen, dass in Hinsicht neuer Klimarekorde ein ganz spezieller Monat war. Denn durch die anhaltende Hochdruckwetterlage gab es im Oberinntal (inkl. Innsbruck) seit dem 20. Oktober, im Unterland seit dem 26. und in den Ötztaler Alpen bzw. in Osttirol immerhin seit dem 7./8. November nur blanke Nullen in den Niederschlagsstatistiken.
Über 40 Tage Trockenheit gab es bisher in Innsbruck nur einmal, vom 7.11. bis zum 18.12. 1953 (=42 Tage, Quelle: IMGI).  Bleibt es also bis einschließlich 2. Dezember trocken, steht ein neuer Rekord fest. Davon abgesehen gab es in der Innsbrucker Messreihe (Niederschlag: 1858) erst einen Monat, der gänzlich zu trocken ausgefallen ist (Jänner 1887), auch hier würde sich der November 2011 in die Rekordbücher eintragen.

Recht widersprüchliche Aussagen gibt es diesbezüglich von der ZAMG. Bereits am 26. 11. hieß es:

Auch die Dauer der Trockenperiode ist bemerkenswert. Innsbruck ist seit 20.10.2011 niederschlagsfrei, so lang wie noch nie.  (Quelle: ZAMG-Homepage, 26.11., abrufbar noch unter proplanta.de)

Inzwischen blätterte man aber noch einmal im Klimabuch nach und veröffentlichte die richtigen Daten:

In Innsbruck hat es nämlich 43 Tage lang überhaupt nicht geregnet - der bisherige Rekord (42) aus dem Jahr 1953 ist somit gebrochen.
[...] Die letzte längere herbstliche Trockenperiode in Innsbruck liegt 33 Jahre zurück. 1978 fiel zwischen 28. Oktober und 24. November kein Tropfen vom Himmel. (Quelle tt.com, 02.12.)

Und im Kimarückblick auf der Homepage ist nun zu lesen:
Auch die Dauer der Trockenperiode ist bemerkenswert. Innsbruck ist seit 20.10.2011 niederschlagsfrei, so lang wie noch nie in einem Herbst. (Quelle: ZAMG-Homepage, 02.12.)


Ein Saisonbeginn sieht anders aus: Die Folge der Trockenheit auf Tirols Pisten, hier in Seefeld (Quelle: presse.com)


Die Rekorde ...

Was für ein goldener November: ein Hochdruckgebiet (von Viola bis Beatrice) löste das nächste ab, bis auf den Alpenhauptkamm und Osttirol fiel im gesamten November in Tirol kein Tropfen Regen, geschweige denn ein Flöckchen Schnee. Außerdem gab es so viel Sonne wie schon lange nicht, an den meisten Tiroler Wetterstationen wurden neue Stationsrekorde für den November aufgestellt.

Dazu liegen aktuell die Messwerte auf den Bergen 4-6 K über dem langjährigen Mittel

Sonnenschein - neue Stationsrekorde für November (Stand: 02.12. 08:00 MEZ):
Seefeld 196 h (alt: 134 h)
Innsbruck 195 h (alt: 180 h)
Jenbach 182 h (alt: 168 h)
Kitzbühel 173 h (alt: 125 h)
Ischgl-Idalpe 168 h (alt: 137 h)



Trockenste Novembermonate in Innsbruck und Wien (Quelle: wetterzentrale.de)
Innsbruck (1858-2011): 1862 (5,0 mm); 1920 (1,0mm); 1953 (6,0 mm); 2011 (0,0 mm)
Wien (1851-2011) : 1902 (1,0 mm), 1920 (2,0 mm), 1953 7,0 mm; 2011 (0,0 mm)


Klimawerte im Überblick

Tabelle mit Novemberwerten (c) alpen.wetter / UBIMET
Anmerkung zur Tabelle:
1. Tm = Mitteltemperatur
2. Abw. = Abweichung der Mitteltemperatur vom 30-jährigen Mittel 1961-1990
3. RR = Niederschlagssumme des gesamten Monats
4. RR% = Abweichung der Niederschlagssumme vom 30-jährigen Mittel 1961-1990 in % (100% = Klimamittel)
5. SSD = Summe der Sonnenstunden
6. SSD% = Abweichung der Sonnenstundensumme vom 30-jährigen Mittel 1961-1990 in % (100% = Klimamittel)

Feinstaubwerte


Ein Wort zu einem meteorologie-verwandten Thema - dem Feinstaub ( in Österreich PM10, in anderen Ländern wie USA bereits PM 2,5). Es ist zwar nicht unbedingt das Metier von Meteorologen, allerdings ist die Verteilung und Ausdünnung an meteorologische Prozesse wie Sonnenscheinstrahlung, Wind und Temperaturen gebunden. Die Ausbildung einer kräftigen Inversion, bei der sich der so typische "Deckel" der warmen Luft bildet, sorgt dafür, dass sich die Luftaerosole in den untersten, kälteren Luftschicht (also dort wie sich die Quellen wie Hausbrand, Verkehr, Industrie entstehen) weiter ansammeln.

Ein klassischer Verlauf an der Stationen Reichenau-Andechsstraße soll das demonstrieren:
*) Zu Monatsbeginn sorgt Südföhn für eine hochreichende Durchmischung - die Werte liegen unter dem Grenzwert von mittleren 50 µg/m³.
*) Mitte des Monats kippt die Bilanz ins Positive - seit dem 16. November wurde an dieser Station 16mal (inkl. 01.12. - nicht abgebildet) der Grenzwerte überschritten. Insgesamt gab es 2011 an dieser Station 41 Überschreitungen (35 Überschreitungen sind gemäß EU-Luftqualitätsrichtlinie, 25 nach Immissionsschutzgesetz-Luft zulässig).
*) Erst heute geht es mit der Feinstaubbelastung dank aufkommendem Südföhn bergab (unterste Abbildung)
*) Die innerstädtische Station in der Fallmerayerstraße weist eine geringe Konzentration auf - das Ansteigen und Abfallen der Kurve ist aber genauso zu sehen.








Zum Abschluss ... etwas Musik

Und Zweiraumwohnung hat es immer schon gewusst:


Es hat seit Tagen nicht geregnet,
es hat seit Wochen nicht geschneit.
Der Himmel ist so klar
und die Straßen sind breit.


2 Kommentare:

  1. Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen.
    In der Tabelle, die noch dazu falsch zitiert ist (Datenquelle?), werden die Abweichungen zum Mittel 1971-2000 angegeben. In den Anmerkungen zur Tabelle werden die Abweichung zum Mittel 1961-1990 angegeben.

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  2. Hallo AO,
    freut mich, dass du mitliest. Danke für den Hinweis, die Grafik kann ich jetzt nicht mehr so einfach ändern - die Erläuterungen zur Tabelle wurden erst im Nachhinein hinzugefügt und sind richtig. Datenquelle steht sehr wohl dabei, gesammelt haben diese Werte natürlich die Stationen der ZAMG bzw. der DWD. LG, CT

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